- 11.11.2004, 13:11:09
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Grüne Leopoldstadt: Parteipolitik statt Ehrung Verfolgter
SPÖ kann mit Kritik nicht mehr rational umgehen
Wien (Grüne) - "Benennungen im öffentlichen Raum sind wichtige
politische Zeichen. Während sich die Grünen für im derzeitigen
Namensspektrum unterrepräsentierte Personen stark macht, geht die SPÖ
einen anderen Weg", kritisieren die Grünen Leopoldstadt.
Das Fass zum Überlaufen gebracht hat die Benennung des noch nicht
errichteten Parks auf dem Nordbahnhof nach Alt-Bezirksvorsteher
Rudolf Bednar. WiderstandskämpferInnen, NS-Opfer und HumanistInnen
bleiben Außen vor. Das dies gerade auf einem historisch so sensiblen
Ort wie dem Deportationsbahnhof Wien Nord geschieht, ist zusätzlich
skandalös. Bereits im Juni 2000 wurden Persönlichkeiten wie Elias
Canetti oder Paul Grüninger mittels Antrag für den Nordbahnhof
namhaft gemacht, die SPÖ ignoriert sie beharrlich.
Zweifellos war Rudolf Bednar ein vielgeachteter Politiker, Kritik an
der Benennungspraxis der SPÖ ist aber notwendig und richtig. Ein
Beispiel: In der gleichen Sitzung wurde ein Antrag der Grünen, den
Park in der Innstraße nach der jüdischen Schriftstellerin und
Sozialdemokratin, dem NS-Opfer Thekla Merwin zu benennen, aus
fadenscheinigen Gründen mit den Stimmen der SPÖ abgelehnt. Der Antrag
der auch von FPÖ und ÖVP unterstützt wurde blieb in der Minderheit.
Nicht nachvollziehbar ist zudem die Reaktion von SP-Gemeinderat Hora,
der in den Zusammenhang den Rücktritt eines Grünen Bezirksrates
forderte. "Offenbar ist in seinem Bewusstsein das Wiener
SPÖ-Feudalsystem schon so verankert, dass er mit Kritik nicht mehr
rational umgehen kann" so die Leopoldstädter Grünen abschliessend.
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