- 09.11.2004, 12:01:18
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"Weltjournal" am 10. November: Der Kampf um Arafats Erbe
Chance auf Neubeginn oder Eskalation?
Wien (OTS) - Während Jassir Arafat in Paris mit dem Tod ringt, ist
der Kampf um sein politisches Erbe bereits voll entbrannt. Die
palästinensische Bevölkerung betet für seine Gesundung, dennoch
denken die Menschen über eine Zukunft ohne ihn nach. Manche glauben
an die Chance für einen Neubeginn, andere befürchten eine Eskalation
im Kampf um die Macht zwischen den radikal-islamischen Organisationen
und der Autonomiebehörde. Eine kollektive Führung hat der derzeitige
Ministerpräsident Kureia bereits abgelehnt. Auch in Israel blühen
Spekulationen um die Nachfolge Arafats und darüber, ob sein Tod eine
Chance für den Frieden oder das Signal zu noch mehr Gewalt bedeutet.
Katinka Nowotny berichtet für das "Weltjournal" am Mittwoch, dem 10.
November 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2.
Weitere Themen:
Niederlande: Das Scheitern der Toleranz
Immer wieder hat der Filmemacher Theo Van Gogh die Unterdrückung der
islamischen Frauen in provokanter Weise aufgezeigt - bis ihn ein
fundamentalistischer Moslem vergangene Woche ermordet hat. Die
Bluttat zeigt das Dilemma, in das Europa immer tiefer gerät: Säkulare
Wertvorstellungen, Liberalität und Toleranz, die sich in europäischen
Gesellschaften durchgesetzt haben, stoßen auf die Sensibilität und
Intoleranz religiöser Fundamentalisten, die oft unter den islamischen
Zuwanderern zu finden sind. Für das "Weltjournal" untersucht Lorenz
Gallmetzer, ob die niederländische Gesellschaft - lange ein
europäisches Vorbild an Liberalität - an der Grenze der Toleranz
angelangt ist.
Iran: Der nächste Feind
George Bush ist für weitere vier Jahre ins Weiße Haus gewählt. Im
Brennpunkt seiner Außenpolitik steht weiterhin die Region im Nahen
Osten. Nach dem Irak wird jetzt der nächste Feind aus der "Achse des
Bösen" anvisiert: das Mullah-Regime im Iran, das nach der Atombombe
greift. Teheran scheint jetzt offenbar einzulenken und der Aussetzung
der Urananreicherung zuzustimmen. Dennoch ist besonders in den USA
und in Israel das Misstrauen groß. Teheran gilt als einer der
Hauptsponsoren terroristischer Organisationen, die Weitergabe
atomarer Technologien an Terroristen ist eine Gefahr, die auch von
Experten als realistisch eingeschätzt wird. Die USA streben
inzwischen ganz offen einen Regimewechsel im Iran an. Welche Optionen
sie dafür haben, beleuchtet Alexander Steinbach in seiner Reportage
aus Teheran.
Mali: Die Schwärme des Schreckens
Auf der Mittelmeerinsel Zypern ist in den vergangenen Tagen der
fünfte große Heuschreckenschwarm gelandet. Besonders schlimm ist die
Situation in Nordafrika, wo die Menschen heuer eine Heuschreckenplage
wahrhaft biblischen Ausmaßes hinnehmen müssen. Immer neue Schwärme
verdunkeln den Himmel und fallen über die Felder der ohnehin armen
Region her. In Mali wurde innerhalb weniger Tage die Ernte des ganzen
Jahres vernichtet. Den Menschen in den Dörfern bleibt nur der
hilflose Versuch, sich mit Knüppeln und Spaten gegen die gefräßigen
Insekten zu wehren - und zu beten: nicht um Regen wie sonst, sondern
um Trockenheit. Denn nur Dürre kann die Schwärme des Schreckens
stoppen. Ein Bericht von Birgit Minich.
Afghanistan: Das Wasser zum Leben
Afghanistan hat seine ersten demokratischen Wahlen hinter sich, aber
der Wiederaufbau nach zweieinhalb Jahrzehnten Krieg ist mühsam. Das
alte, noch aus Lehm gebaute Wassernetz ist fast völlig zerstört, es
gibt kaum sauberes Trinkwasser. Schwere Krankheiten sind die Folge,
die Kindersterblichkeit ist extrem hoch. Seit einem Jahr läuft ein
internationales Projekt zum Wiederaufbau des Wasserleitungsnetzes in
mehreren afghanischen Provinzen, an dem auch Österreich mitwirkt.
Gernot Stadler berichtet über den schwierigen Alltag in den
afghanischen Dörfern, wo die Menschen jeden Tag um das Wasser zum
Leben bangen.
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