Industrie: Zivildienst verkürzen, bei Abschaffung der Wehrpflicht freiwilligen Sozialdienst einführen

Bei Wehrdienstverkürzung auf 6 Monate sollte Zivildienst 8 Monate dauern

Wien (PDI) - Im Rahmen der Präsentation einer Studie über die Einstellung von Jugendlichen zur Wirtschaft stellte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Markus Beyrer, heute auch die IV-Position zur Reform des Zivildienstes vor:
"Wenn die Wehrpflicht wie jetzt vorgeschlagen auf sechs Monate verkürzt wird, sollte eine Verkürzung des Zivildiensts folgen, unserer Ansicht nach von derzeit 12 auf 8 Monate. Damit sind ca. 10.000 junge Männer 4 Monate länger auf dem Arbeitsmarkt, was im Blick auf die demografische Entwicklung positiv und notwendig ist." Die künftige Dauer des Zivildiensts hänge auch von der Notwendigkeit und Praktikabilität für die Organisationen ab. Das Modell "8 Monate" würde auch sicherstellen, dass ein Unterschied zum Wehrdienst erkennbar ist, solange der Zivildienst Wehrersatzdienst ist.

Im Fall einer mittelfristigen Abschaffung der Wehrpflicht spricht sich die IV gegen einen Pflichtdienst und für einen freiwilligen Sozialdienst aus, der Männern und Frauen offen steht. "Wir brauchen gerade nach 2015 die jungen Menschen als qualifizierte MitarbeiterInnen. Die Eigenverantwortung der jungen BürgerInnen für den sozialen Zusammenhalt soll gefördert und nicht durch von oben verordnete Solidarität reglementiert werden", betonte Beyrer.

Bei Freiwilligenmodell Begünstigungen für Teilnehmer überlegen!

Dafür ist es aus Sicht der IV notwendig: · den gesellschaftlichen Stellenwert freiwilligen Engagements zu verbessern, · ein Anreizsystem und angemessene Entlohnung vorzusehen, · die Erfahrungen des "Freiwilligen sozialen Jahres" und internationaler best practices zu evaluieren,

A.o. Univ.-Prof. Dr. Christian Friesl, Bereichsleiter Gesellschaftspolitik in der IV und Mitglied der Zivildienstreformkommission, argumentierte: "Gegen einen verpflichtenden Sozialdienst spricht aus unserer Sicht der Wegfall junger Menschen vom Arbeitsplatz, und dass soziales Engagement nicht ,von oben herab’ verordnet werden kann." Außerdem sei die Anzahl der jungen Menschen zu groß um sie sinnvoll unterzubringen.

"Wenn es in Österreich zu einem Freiwilligenmodell kommt, sind jedenfalls Aufwertungen, Benefits und Anreizsysteme für das gesellschaftliche Engagement der jungen Menschen nötig", regte Beyrer an. Ein erster wichtiger Schritt wäre, das existierende "Freiwillige soziale Jahr" als Pilotprojekt zu etablieren. Eine Studie des Österreichischen Instituts für Jugendforschung habe vor kurzem gezeigt, dass viele Jugendliche für einen solchen Freiwilligendienst motivierbar sind. Allerdings fordern sie zu Recht auch soziale Absicherung und eine angemessene Abgeltung als Rahmenbedingungen.

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