• 09.11.2004, 11:25:10
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  • OTS0113 OTW0113

Industrie: Zivildienst verkürzen, bei Abschaffung der Wehrpflicht freiwilligen Sozialdienst einführen

Bei Wehrdienstverkürzung auf 6 Monate sollte Zivildienst 8 Monate dauern

Wien (PDI) - Im Rahmen der Präsentation einer Studie über die
Einstellung von Jugendlichen zur Wirtschaft stellte der
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Markus
Beyrer, heute auch die IV-Position zur Reform des Zivildienstes vor:
"Wenn die Wehrpflicht wie jetzt vorgeschlagen auf sechs Monate
verkürzt wird, sollte eine Verkürzung des Zivildiensts folgen,
unserer Ansicht nach von derzeit 12 auf 8 Monate. Damit sind ca.
10.000 junge Männer 4 Monate länger auf dem Arbeitsmarkt, was im
Blick auf die demografische Entwicklung positiv und notwendig ist."
Die künftige Dauer des Zivildiensts hänge auch von der Notwendigkeit
und Praktikabilität für die Organisationen ab. Das Modell "8 Monate"
würde auch sicherstellen, dass ein Unterschied zum Wehrdienst
erkennbar ist, solange der Zivildienst Wehrersatzdienst ist.

Im Fall einer mittelfristigen Abschaffung der Wehrpflicht spricht
sich die IV gegen einen Pflichtdienst und für einen freiwilligen
Sozialdienst aus, der Männern und Frauen offen steht. "Wir brauchen
gerade nach 2015 die jungen Menschen als qualifizierte
MitarbeiterInnen. Die Eigenverantwortung der jungen BürgerInnen für
den sozialen Zusammenhalt soll gefördert und nicht durch von oben
verordnete Solidarität reglementiert werden", betonte Beyrer.

Bei Freiwilligenmodell Begünstigungen für Teilnehmer überlegen!

Dafür ist es aus Sicht der IV notwendig:
·   den gesellschaftlichen Stellenwert freiwilligen Engagements zu
verbessern,
·   ein Anreizsystem und angemessene Entlohnung vorzusehen,
·   die Erfahrungen des "Freiwilligen sozialen Jahres" und
internationaler best practices zu evaluieren,

A.o. Univ.-Prof. Dr. Christian Friesl, Bereichsleiter
Gesellschaftspolitik in der IV und Mitglied der
Zivildienstreformkommission, argumentierte: "Gegen einen
verpflichtenden Sozialdienst spricht aus unserer Sicht der Wegfall
junger Menschen vom Arbeitsplatz, und dass soziales Engagement nicht
,von oben herab’ verordnet werden kann." Außerdem sei die Anzahl der
jungen Menschen zu groß um sie sinnvoll unterzubringen.

"Wenn es in Österreich zu einem Freiwilligenmodell kommt, sind
jedenfalls Aufwertungen, Benefits und Anreizsysteme für das
gesellschaftliche Engagement der jungen Menschen nötig", regte Beyrer
an. Ein erster wichtiger Schritt wäre, das existierende "Freiwillige
soziale Jahr" als Pilotprojekt zu etablieren. Eine Studie des
Österreichischen Instituts für Jugendforschung habe vor kurzem
gezeigt, dass viele Jugendliche für einen solchen Freiwilligendienst
motivierbar sind. Allerdings fordern sie zu Recht auch soziale
Absicherung und eine angemessene Abgeltung als Rahmenbedingungen.

Weitere Informationen: www.iv-net.at/medien

OTS0113    2004-11-09/11:25

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