- 09.11.2004, 11:12:06
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Kuntzl: "Gehrer spannt Studierende in Schraubstock ein"
"Würde SPÖ regieren, gebe es 2005 281 Millionen mehr für die Universitäten"
Wien (SK) "Die Studiengebühren sind eingeführt, die
Bedingungen werden immer schlechter und schlechter, man weiß nicht
wofür die Leute zahlen", übte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am
Dienstag im Nationalrat heftige Kritik an Bildungsministerin Gehrer.
Studierende würden länger zahlen, weil sie langsamer studieren
können: "Ein ziemlicher Schraubstock, in die Sie hier die
Studierenden einspannen, kein Wort von Weltklasseuniversitäten", so
Kuntzl in Richtung Gehrer. Das Hochschulbudget sei im Anteil zum
Gesamtbudget immer niedriger geworden, zeigte Kuntzl auf. Hätte man
die Prioritätensetzung sozialdemokratischer Wissenschaftsminister
fortgesetzt, hätten die Universitäten im Jahr 2005 281 Millionen mehr
und die Rektoren müssten nicht um ein Notprogramm von 100 Millionen
Euro betteln, betonte Kuntzl. Ein Notprogramm, das Gehrer genauso
verweigere wie ihre Gesprächsbereitschaft mit der ÖH.****
"Wenn man hier der Frau Bundesministerin zuhört, dann hat man
den Eindruck, es ist alles in Ordnung, die Universitäten haben
ausreichend finanzielle Mittel und sie bemühen sich, dass mehr und
mehr Mittel dazukommen", so Kuntzl. Gehrer spreche von guten
Studienbedingungen und Weltklasseuniversitäten und werfe der
Opposition vor, die Universitäten krank zu reden und den
Universitätsangehörigen das positive Feedback zu verweigern: "Die
Universitätsangehörigen verdienen wirklich positives Feedback, wir
wissen, dass sich viele Universitätsangehörigen in allen
Berufsgruppen sehr bemühen, angesichts der schwierigen und
verzweifelten Situation das Beste daraus zu machen - diese Leute
trifft keine Schuld, ganz im Gegenteil", stellte Kuntzl klar.
"Sie müssen wissen, dass die Situation an den Universitäten
anders ist, denn sie bekommen täglich Briefe", kritisierte Kuntzl die
Bildungsministerin. Kuntzl verwies auf die Homepage der
Österreichischen Hochschülerschaft, wo Studierende unter dem Titel
"Ich will studieren" schildern, wie schwierig die Situation an den
Universitäten ist und empfahl Gehrer, diese Homepage zu besuchen: So
müssen Studierende drei Stunden vor dem Computer warten, bis sie sich
für ein Seminar anmelden können; Dolmetsch-Studenten schreiben, dass
für hunderte Studienanfänger zwei Pflichtübungen mit 25 bis 30
Plätzen angeboten werden - "Jahrelanges Warten ist die Folge",
kritisierte Kuntzl.
Auch für 2600 Ernährungswissenschaftsstudenten steht nur ein
Professor zur Verfügung; die Medizinstudenten befinden sich in einer
verzweifelten Situation, da die Prüfungsangebote halbiert wurden:
"Was ist Notstand sonst, wenn nicht solche Verhältnisse?", fragte
Kuntzl. Selbstverständlich sei dies die Folge der sehr schwierigen
finanziellen Situation, die Bundesministerin Gehrer zu verantworten
habe, so Kuntzl abschließend. (Schluss) sk
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