• 09.11.2004, 09:32:55
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ÖBB verweigern Zugpatronanz für "Homosexuelle Initiative"

HOSI Wien fordert Vorstandssprecher Huber und Verkehrsminister Gorbach auf, ein Machtwort zu sprechen

Wien (OTS) - "Zur Feier unseres 25-jährigen Bestehens", erklärt
HOSI-Wien-Obfrau Bettina Nemeth, "wollten wir für das kommende
Fahrplanjahr zwei ÖBB-Züge "Homosexuelle Initiative" taufen. Ein
Eilzug von Passau nach Wien und einer von Salzburg nach Innsbruck
sollten von Dezember 2004 bis Dezember 2005 unseren Namen tragen,
wofür wir - eben wegen des einmaligen Anlasses - auch tief in unsere
Vereinstasche gegriffen hätten."

"Obwohl bereits bei der Agentur fix gebucht und angezahlt, wurde
der Auftrag von dieser storniert, nachdem das zuständige ÖBB-Gremium
den Zugnamen abgelehnt hatte", berichtet HOSI-Wien-Obmann Christian
Högl weiter. "Wir fühlten uns plötzlich wieder in unsere Anfangszeit
zurückversetzt. Unfassbar, dass solche Dinge auch heute noch
passieren. Das ist hochgradig anachronistisch, bedenkt man etwa, wie
massiv der Wiener Tourismusverband durch entsprechende Werbemaßnahmen
Schwule und Lesben ansprechen will oder dass die österreichische
Fremdenverkehrswerbung mit ‘Gayfriendly Austria’-Broschüren wirbt."

Am Abstellgleis

"Und dabei betonen die Österreichischen Bundesbahnen stets, ein
modernes Unternehmen sein zu wollen", ergänzt Nemeth. "Mit ihrer
Haltung stehen die ÖBB-Manager jedoch hoffnungslos am Abstellgleis.
Die scheinen die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt zu haben: Mit
ihren Ansichten und Positionen können sie vielleicht noch im
mittleren ÖBB-Management überleben, aber zum EU-Kommissar brächten
sie es damit nicht! - Apropos EU-Kommission: Wir werden diesen Fall
an die neue EU-Kommission herantragen, zeigt er doch anschaulich,
dass die bisherigen EU-Antidiskriminierungsrichtlinien im Bereich des
Zugangs zu Waren und Dienstleistungen nicht ausreichen, weil in
diesem Bereich eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen
Orientierung nicht verboten ist. Wir haben daher keine rechtliche
Handhabe gegen das Vorgehen der ÖBB, das unsere Möglichkeiten
einschränkt, auf unsere berechtigten Anliegen aufmerksam zu machen,
und uns auf dem wichtigen Feld der Spendenakquirierung
benachteiligt."

Machtwort erforderlich

"Wir haben den neuen ÖBB-Vorstandssprecher Martin Huber sowie
Verkehrsminister Hubert Gorbach in Briefen aufgefordert, ein
Machtwort zu sprechen und die Zugpatronanz zu ermöglichen
(nachzulesen auf www.hosiwien.at). Sollte es für den kommenden
Fahrplanwechsel nunmehr zu spät sein, bestehen wir auf jeden Fall
darauf, für das übernächste Fahrplanjahr 2005/6 entsprechende
Zugpatronanzen erwerben zu können. Wir ersuchen die SPÖ und die
Grünen, entsprechende parlamentarische Initiativen zu setzen, um
diese unglaubliche Diskriminierung abzustellen", so Högl
abschließend. "Die HOSI Wien ist ja kein Sex- oder Pornounternehmen,
sondern eine NGO, die als Teil der Zivilgesellschaft für die
Menschenrechte und Gleichstellung von Lesben und Schwulen und gegen
Unterdrückung und Diskriminierung jeglicher Art eintritt und dabei
gegen bigotte Vorurteile, Irrationalismus, Obskurantismus und
religiösen Wahn kämpft. Wie man sieht, ist auf diesem Gebiet noch
viel zu tun."

OTS0039    2004-11-09/09:32

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOI

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