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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Lieber Siemens als pleite" (Von Kurt Horwitz)
Ausgabe vom 09.11.2004
Wien (OTS) - Die Regierung hat die Privatisierung der
Staatsbetriebe ganz oben auf ihre Fahnen geschrieben. Bei den meisten
Unternehmen der einstigen "Verstaatlichten" ist das gelungen, und die
Entscheidung war richtig. Viele von ihnen sind durch
privatwirtschaftliches Management von Pleitekandidaten zu
Schmuckstücken der österreichischen Wirtschaftsszene geworden.
Noch nicht ganz privatisiert ist die VA Tech. Der Staat hält an
diesem ziemlich unübersichtlichen und wild zusammengewürfelten
Konglomerat (unter anderem Industrieanlagen, Wasserkraft,
Stromübertragungs- und Verteilsysteme, Antriebstechnik) aber nur noch
14,7 Prozent, hat also in Wirklichkeit nichts mitzureden.
Großaktionär war bisher Mirko Kovats; der hat seinen knapp
17-prozentigen Anteil nun an Siemens verkauft, und Siemens will die
VA Tech am liebsten ganz übernehmen.
Wenn manche Politiker wie Vizekanzler Gorbach jetzt von Siemens
wörtlich eine "Standort- und Arbeitsplatzgarantie" fordern, beweisen
sie damit nur, wie wenig sie von wirtschaftspolitischen
Zusammenhängen verstehen. Bundeskanzler Schüssel dagegen sagt kühl:
"Das fällt nicht (mehr) in meine Zuständigkeit." Das ist nicht nur
ehrlich, das ist auch gut so. Die Vermengung von politischen und
ökonomischen Interessen tut normalerweise weder Politikern noch
Unternehmen und deren Mitarbeitern gut.
OTS0193 2004-11-08/17:00
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