• 08.11.2004, 09:01:27
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Der Fall Furtwängler: ORF-Premiere für preisgekrönten Film und ausgezeichnete Doku

"Taking Sides" und "Furtwänglers Liebe" in ORF 2

Wien (OTS) - Er galt als Hitlers Lieblingsdirigent, soll mit den
Nazis kollaboriert haben und steht im Mittelpunkt eines mehrfach
preisgekrönten, topbesetzten Justizdramas und einer begleitenden,
beeindruckenden Dokumentation: Wilhelm Furtwängler. Nach einem
Theaterstück von Ronald Harwood und in der Regie des ungarischen
Starregisseurs und Oscar-Preisträgers István Szabó ("Mephisto")
entstand im Jahr 2001 das bereits mehrfach preisgekrönte Justizdrama
"Taking Sides - Der Fall Furtwängler", das die zwiespältige Rolle des
deutschen Dirigenten und Komponisten Wilhelm Furtwängler während des
Zweiten Weltkriegs beleuchtet. Der Film, der am Samstag, dem 13.
November 2004, um 20.15 Uhr in ORF 2 seine ORF-Premiere feiert, zeigt
noch einmal die Folgen des Dritten Reichs, verurteilt Mitläufertum
und versucht gleichzeitig, die Zusammenhänge von Kunst und Politik
verständlich zu machen. Ergänzend zu dem Kinofilm ist auch die
Dokumentation "Furtwänglers Liebe" zu sehen (Sonntag, 14. November,
9.30 Uhr, ORF 2), eine preisgekrönte internationale Koproduktion, an
der auch der ORF beteiligt war. Der Film schildert eindringlich das
Leben und die Leidenschaften des Künstlers Furtwängler.

Die Hauptrollen in "Taking Sides", dieser
englisch-französisch-deutsch-österreichischen Kinofilmproduktion, die
mit Beteiligung des ORF entstand, spielen u. a. Stellan Skarsgard als
Furtwängler und Hollywoodstar Harvey Keitel als Arnold, weiters
Moritz Bleibtreu (ab 12. November mit der Gaunerkomödie "C(r)ook" in
den österreichischen Kinos), August Zirner (drehte für den ORF
zuletzt das TV-Drama "Todestunnel"), Ulrich Tukur (im Dezember im
"Tatort - Der Teufel vom Berg" im ORF zu sehen) und die
Oberösterreicherin Birgit Minichmayr.

Keitel: "Ich habe gelitten"

"Der Fall Furtwängler - Taking Sides" basiert auf wahren Ereignissen
und einem Theaterstück von Ronald Harwood, das auch in Wien zu sehen
war. Für Regisseur István Szabó war dies der Anlass, sich mit dem
Fall Furtwängler näher zu beschäftigen. "Ich habe die moralische
Frage, die zentrales Thema des Films ist, mit vielen Kollegen
diskutiert", erzählt Szabó. Da in Ungarn früher alle Kunstschaffenden
Staatskünstler waren, "haben wir somit auch über uns selbst und wie
wir gehandelt hätten nachgedacht".

"Es ist leicht, jemanden aus der heutigen Sicht zu verurteilen",
äußerte sich der schwedische Furtwängler-Darsteller Stellan Skarsgard
in einem Interview zu diesem Thema. "Es war sicher schwer, unter dem
Naziregime zu leben und anständig zu bleiben. Wir können uns kaum
noch vorstellen, in welche Konflikte ein Mensch mit Gewissen geraten
muss." Sein Konterpart im Film, Harvey Keitel, ergänzt: "Auch ein
Schauspieler ist nur ein Mensch aus Fleisch und Blut und von einer
bestimmten Geisteshaltung. Ich muss gestehen, dass es Zeiten gegeben
hat, in denen auch ich mich weggedreht habe, statt zu helfen.
Darunter habe ich später gelitten."

Furtwänglers Liebe:

Die Dokumentation stellt die verschiedenen Bedeutungen des Wortes
"Liebe" in Wilhelm Furtwänglers Leben, Denken und Musizieren vor und
verknüpft sie miteinander. "Furtwänglers Liebe" - das ist zunächst
seine Ehefrau Elisabeth, die er 1943 heiratete und mit der er bis zu
seinem Tod 1954 glücklich war. "Furtwänglers Liebe" ist aber auch das
Dirigieren, in dem sich seine Liebe zur Musik öffentlich ausdrückte,
und es ist das Komponieren, seine geheime Leidenschaft, in der er das
Zentrum seiner Existenz sah. Mit Humor und Leidenschaft erzählt
Elisabeth Furtwängler ihre Liebesgeschichte, von der ersten Begegnung
über den ersten Kuss bis zu Furtwänglers Tod. Furtwängler selbst
kommt in Radiointerviews und Vorträgen zu Wort, und ein
essayistischer Off-Text ergänzt, erläutert und verbindet die
Elemente.

Mehr zum Film und zur Doku sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

OTS0026    2004-11-08/09:01

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