Der Fall Furtwängler: ORF-Premiere für preisgekrönten Film und ausgezeichnete Doku

"Taking Sides" und "Furtwänglers Liebe" in ORF 2

Wien (OTS) - Er galt als Hitlers Lieblingsdirigent, soll mit den Nazis kollaboriert haben und steht im Mittelpunkt eines mehrfach preisgekrönten, topbesetzten Justizdramas und einer begleitenden, beeindruckenden Dokumentation: Wilhelm Furtwängler. Nach einem Theaterstück von Ronald Harwood und in der Regie des ungarischen Starregisseurs und Oscar-Preisträgers István Szabó ("Mephisto") entstand im Jahr 2001 das bereits mehrfach preisgekrönte Justizdrama "Taking Sides - Der Fall Furtwängler", das die zwiespältige Rolle des deutschen Dirigenten und Komponisten Wilhelm Furtwängler während des Zweiten Weltkriegs beleuchtet. Der Film, der am Samstag, dem 13. November 2004, um 20.15 Uhr in ORF 2 seine ORF-Premiere feiert, zeigt noch einmal die Folgen des Dritten Reichs, verurteilt Mitläufertum und versucht gleichzeitig, die Zusammenhänge von Kunst und Politik verständlich zu machen. Ergänzend zu dem Kinofilm ist auch die Dokumentation "Furtwänglers Liebe" zu sehen (Sonntag, 14. November, 9.30 Uhr, ORF 2), eine preisgekrönte internationale Koproduktion, an der auch der ORF beteiligt war. Der Film schildert eindringlich das Leben und die Leidenschaften des Künstlers Furtwängler.

Die Hauptrollen in "Taking Sides", dieser englisch-französisch-deutsch-österreichischen Kinofilmproduktion, die mit Beteiligung des ORF entstand, spielen u. a. Stellan Skarsgard als Furtwängler und Hollywoodstar Harvey Keitel als Arnold, weiters Moritz Bleibtreu (ab 12. November mit der Gaunerkomödie "C(r)ook" in den österreichischen Kinos), August Zirner (drehte für den ORF zuletzt das TV-Drama "Todestunnel"), Ulrich Tukur (im Dezember im "Tatort - Der Teufel vom Berg" im ORF zu sehen) und die Oberösterreicherin Birgit Minichmayr.

Keitel: "Ich habe gelitten"

"Der Fall Furtwängler - Taking Sides" basiert auf wahren Ereignissen und einem Theaterstück von Ronald Harwood, das auch in Wien zu sehen war. Für Regisseur István Szabó war dies der Anlass, sich mit dem Fall Furtwängler näher zu beschäftigen. "Ich habe die moralische Frage, die zentrales Thema des Films ist, mit vielen Kollegen diskutiert", erzählt Szabó. Da in Ungarn früher alle Kunstschaffenden Staatskünstler waren, "haben wir somit auch über uns selbst und wie wir gehandelt hätten nachgedacht".

"Es ist leicht, jemanden aus der heutigen Sicht zu verurteilen", äußerte sich der schwedische Furtwängler-Darsteller Stellan Skarsgard in einem Interview zu diesem Thema. "Es war sicher schwer, unter dem Naziregime zu leben und anständig zu bleiben. Wir können uns kaum noch vorstellen, in welche Konflikte ein Mensch mit Gewissen geraten muss." Sein Konterpart im Film, Harvey Keitel, ergänzt: "Auch ein Schauspieler ist nur ein Mensch aus Fleisch und Blut und von einer bestimmten Geisteshaltung. Ich muss gestehen, dass es Zeiten gegeben hat, in denen auch ich mich weggedreht habe, statt zu helfen. Darunter habe ich später gelitten."

Furtwänglers Liebe:

Die Dokumentation stellt die verschiedenen Bedeutungen des Wortes "Liebe" in Wilhelm Furtwänglers Leben, Denken und Musizieren vor und verknüpft sie miteinander. "Furtwänglers Liebe" - das ist zunächst seine Ehefrau Elisabeth, die er 1943 heiratete und mit der er bis zu seinem Tod 1954 glücklich war. "Furtwänglers Liebe" ist aber auch das Dirigieren, in dem sich seine Liebe zur Musik öffentlich ausdrückte, und es ist das Komponieren, seine geheime Leidenschaft, in der er das Zentrum seiner Existenz sah. Mit Humor und Leidenschaft erzählt Elisabeth Furtwängler ihre Liebesgeschichte, von der ersten Begegnung über den ersten Kuss bis zu Furtwänglers Tod. Furtwängler selbst kommt in Radiointerviews und Vorträgen zu Wort, und ein essayistischer Off-Text ergänzt, erläutert und verbindet die Elemente.

Mehr zum Film und zur Doku sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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