- 04.11.2004, 11:00:00
- /
- OTS0082 OTW0082
Zehn Prozent weniger Unfälle in Niederösterreichs Hauptschulen bis 2010
Start der Aktion "Sichere Hauptschulen" mit LR Mag. Mikl-Leitner am 4. November in St. Pölten
Wien (OTS) - Zehn Prozent weniger Schülerunfälle an allen rund 300
Haupt- und polytechnischen Schulen Niederösterreichs ist das Ziel der
am 4. November 2004 startenden Aktion "Sichere Hauptschulen in
Niederösterreich". Die AUVA-Landesstelle Wien geht dabei in
Kooperation mit Landesregierung und Landesschulrat Niederösterreich,
ORF NÖ, den NÖN und der Heimatwerbung neue Wege in der
Unfallverhütung und Sicherheitserziehung. Erstmals werden:
- alle Haupt- und polytechnischen Schulen und ein gesamtes Bundesland zum Einsatzgebiet; - die Schüler als "Safety-Checker" zu Trägern und Botschafter der Aktion, sie können den Verlauf der Aktion mitbestimmen; - Schulevents, ein Internetauftritt "www.safety-checker.at" im AUVA- Portal, gekoppelt mit Sicherheits-Checks und Gewinnspiel als Transportmedien eingesetzt, um die trockene Materie jugendgerecht aufzubereiten; - ORF NÖ, NÖN und Heimatwerbung die AUVA-Aktion mit Berichten, Spots, Plakaten - in der Umgebung der Schulen - massiv unterstützen.
Ein gewollter Nebeneffekt ist, dass sich das gewonnene
Sicherheitsbewusstsein im Freizeitverhalten, während des
Präsenzdienstes und beim Start ins Berufsleben auswirkt. Leider leben
Jugendliche bis Anfang Zwanzig mit einem sehr hohen Unfallrisiko.
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hat die Patronanz über die Aktion
"Sichere Hauptschulen in Niederösterreich" übernommen. Landesrat Mag.
Johanna Mikl-Leitner begrüßte die Aktion in seiner Vertretung bei der
von Robert Ziegler vom ORF NÖ moderierten Startveranstaltung am
Mittwoch, dem 4. November 2004 (11 Uhr), im Leopoldsaal im
Niederösterreichischen Landhaus, St. Pölten.
AUVA-Dir. Ing. Johann Kaiser, Leiter der Landesstelle Wien
(zuständig für Wien, Niederösterreich, Burgenland), erklärte die
Ausgangslage. Während es der AUVA in der Arbeitswelt bereits sehr gut
gelungen ist, die Unfallrate zu senken - im abgelaufenen Jahrzehnt
sank die Anzahl der Arbeitsunfälle um ein Drittel obwohl es um rund 9
Prozent mehr Arbeitnehmer gibt - ist dies bei den Schulunfällen in
diesem Ausmaß nicht gelungen. Die Hauptschüler-Unfallrate (auf 1.000
Hauptschüler) bewegte sich in Niederösterreich von 76 im Schuljahr
1998/1999 auf 71 im Schuljahr 2002/ 2003 - zum Vergleich: der
Österreich-Durchschnitt liegt in diesen Jahren bei 81 bzw. 77
Unfällen pro 1.000 Hauptschüler.
Bei den Unfallraten der Lehrlinge liegen die 15-Jährigen mit
deutlich über 100 (2003: 108 Unfälle pro 1.000 Lehrlinge in NÖ)
ebenfalls an der Spitze. Die Unfallrate pendelt zwischen 16 und 19
Jahren um einen Wert von 80, um ab dem 19. bis zum 25. Lebensjahr
kontinuierlich auf rund 50 Unfälle pro 1.000 Arbeitnehmer zu sinken.
Zum Vergleich: die Unfallrate aller Arbeiter und Angestellten beträgt
in Niederösterreich rund 40 Fälle auf 1.000 Versicherte.
Die AUVA-Landesstelle Wien entschloss sich daher vor rund einem
Jahr, in der Jugendprävention neue Wege zu gehen und zur Verstärkung
Kooperationspartner zu suchen. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll,
Landesrat Mag. Johanna Mikl-Leitner, Landesschulratspräsident Hofrat
Adolf Stricker, Hofrat Josef Jochinger, Stv. Landesleiter
Jugendrotkreuz NÖ, ORF NÖ Intendant Norbert Gollinger, die
NÖN-Chefredaktion und Mag. Ferdinand Ploner, Geschäftsführer
Heimatwerbung, sagten sofort ihre Unterstützung zu. Die Raiffeisen
Landesbank Wien und Niederösterreich stellt Preise zur Verfügung. Die
Vertreter der Partner wurden zum Start der Aktion von Schülern der 3.
und 4. Klassen der Hauptschulen Wagram und Dr. Theodor Körner III,
St. Pölten zu "Ehren-Safety-Checkern" ernannt und erhielten Urkunden.
Die wichtigsten Aktionspartner in den Schulen sind die
Schulleiter, Jugendrotkreuzreferenten, Eltern und vor allem die
Schüler. Weiters helfen Exekutive, Feuerwehr, Rotes Kreuz und
Arbeiter-Samariter-Bund mit praxisnahem Unterricht in den Schulen.
Zwölf eigens von der AUVA zu Sicherheitsberatern ausgebildete
Moderatoren - dazu konnten derzeit unbeschäftigte Junglehrer gewonnen
werden - besuchen in den kommenden zwei Monaten alle Schulen und
stellen die Aktion vor. In den Schulen werden sie vor allem von den
Jugendrotkreuz-Referenten unterstützt.
Die Aktion "Sichere Hauptschule in Niederösterreich" läuft vorerst
bis zum Ende dieses Schuljahres, der Internet-Site darüber hinaus. Ab
8. November finden Startveranstaltungen in allen 299 Haupt- und
Polytechnischen Schulen Niederösterreichs statt. In der ersten Woche
geht es in den Bezirken Amstetten, Baden, Gänserndorf, Horn,
Mistelbach, Neunkirchen, St. Pölten und Wr. Neustadt zum Beispiel in
den Hauptschulen Dr.-Theodor-Körner-III, Hollabrunn-I, Marchegg,
Neunkirchen-Augasse, Pyhra, Stockerau-Ost, Spitz, Ternitz und sowie
im Polytechnikum St. Valentin und Zwettl los.
Die Aktion "Sichere Hauptschule in Niederösterreich" dient für die
AUVA zudem als Pilotprojekt für ähnliche Präventionsprogramme in
anderen Bundesländern.
Hofrat Josef Jochinger, Landesleitung NÖJRK:
"Das Niederösterreichische Jugendrotkreuz setzt in seinen Arbeits-
und Erziehungsprogrammen neben anderen Schwerpunkten auch auf eine
profunde Ausbildung in Erster Hilfe. Damit wollen wir Schülerinnen
und Schüler befähigen, im Ernstfall professionelle Hilfe leisten zu
können. Dennoch hat dabei die Unfallverhütung einen noch höheren
Stellenwert und steht deshalb am Beginn all unseren Bemühungen. So
war es für uns selbstverständlich, dieses AUVA-Projekt über unsere
Schulreferenten vor Ort zu unterstützen weil wir davon überzeugt
sind, über präventive Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur
Unfallverhütung leisten zu können."
Chefredakteur Richard Grasl, ORF NÖ:
"Ob am Schulweg oder in der Schule selbst: Viele Unfälle passieren
aus Unachtsamkeit oder auch aus Unwissenheit! Gefahren werden
vielfach erst als solche erkannt, wenn es schon zu spät, wenn bereits
etwas geschehen ist. Der Wert dieser Aktion liegt für uns darin, dass
junge Menschen spielerisch dazu angespornt werden, lauernde Fallen
und Gefahren rechtzeitig zu erkennen und aufzudecken. Je früher das
Sicherheitsdenken geschult und geschärft wird, umso mehr wird es
wirksam sein. Deshalb unterstützen wir gerne diese Aktion, deren Ziel
es ist, Gefahrenquellen aufzuzeigen und aktiv zu werden BEVOR etwas
passiert! Über diese Erfolge werden wir im Rahmen der Aktion auch
berichten, damit alle davon profitieren können! Wir wünschen schon
jetzt allen "Safety-Checkern" viel Erfolg und bedanken uns für die
Mitarbeit."
Mag. Ferdinand Ploner, Geschäftsführung Heimatwerbung:
"Mit dieser Aktion wird jungen Menschen ein wichtiges Thema
unterhaltsam und plakativ dargeboten. Und es ist der Heimatwerbung,
als niederösterreichischem Unternehmen, ein besonderes Anliegen
solche Kampagnen in Niederösterreich zu unterstützen und mit über 500
Plakaten - auf besonders ausgewählten Stellen in Schulnähe - eine
breite Öffentlichkeit zu geben. Je mehr Schülerinnen und Schüler zur
aktiven Teilnahme angeregt werden, umso größer der Erfolg. Und
Plakate sind bekanntlich gerade für die junge Zielgruppe eines der
aufmerksamkeitsstärksten Medien."
Schülerunfälle in Niederösterreichs Hauptschulen
Rund 26 Prozent der Schulunfälle (Hauptschüler) geschehen während
des Unterrichts oder in den Pausen, rund 71 Prozent beim Schulsport
und rund zwei Prozent am Schulweg. Die meisten Unfälle passieren mit
Gebäudeteilen, Einrichtungsgegenständen, auf Straßen, auf Grund von
Eigenfehlern oder durch die Bodenbeschaffenheit. Am häufigsten kommt
es durch Umknicken und Stürzen sowie durch Anstoßen, aber auch - mit
Abstand weniger - durch Schneiden, Stechen zu Verletzungen der Zehn-
bis Fünfzehnjährigen.
Mit der Aktion will die AUVA bei Jugendlichen ab 10 Jahren in
Niederösterreich eine messbare Reduzierung der Verletzungen
(Unfallrate bis 2010: minus 10 Prozent) erreichten. Das aktive
Sicherheitsdenken in den Bereichen Schulweg, Schule, Pause, Sport,
Ausflüge soll gesteigert werden und sich in der Folge auch positiv
auf die Unfallraten der 15- bis 19-Jährigen Erwerbstätigen auswirken.
OTS0082 2004-11-04/11:00
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAU






