• 03.11.2004, 12:30:18
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Prammer zur Frauenarbeitslosigkeit: Die Regierung hat die Pflicht, aktiv zu werden

Wien (SK) "Die steigende Arbeitslosigkeit unter Frauen ist wirklich
nicht länger tragbar", äußerte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende und
Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Mittwoch ihre Sorge
über die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Im Oktober waren 224.637
Menschen auf Jobsuche, in erster Linie sind Frauen betroffen. Die
Arbeitslosigkeit unter Frauen steigt, die der Männer sinkt. Die
Regierung hoffe offenbar durch die Veröffentlichung der
Arbeitsmarktdaten heute, dass das Interesse durch die US-Wahlen
abgelenkt ist, meinte die Zweite Nationalratspräsidentin. ****

"Seit Monaten beobachte ich die Situation am Arbeitsmarkt, und es
sind keinerlei Anzeichen zu erkennen, dass dieser Entwicklung endlich
Einhalt geboten wird", meinte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende. Auch
die alarmierenden Zahlen über zunehmende Frauenarmut dürfen nicht
mehr länger vom Tisch gewischt werden. Die Regierung habe die
Pflicht, rasch zu handeln und aktiv zu werden, so Prammer.

Notwendig sei eine deutliche Aufstockung der Budgetmittel, um den
Problemen am Arbeitsmarkt begegnen zu können. Die
SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Prammer fordert Maßnahmen für
Wiedereinsteigerinnen, wie beispielsweise Bildung- und
Schulungsprogramme, Bewerbungstrainings, Beratung etc. Damit Frauen
im Berufsleben wieder Fuß fassen können, sei flächendeckende
Kinderbetreuung, die sich bei den Öffnungszeiten an den Bedürfnissen
Berufstätiger orientiert, Voraussetzung. Wenn Frauen den
Kinderbetreuungsplatz verlieren, weil sie arbeitslos sind, entstehe
eine Spirale, aus der ein Entrinnen immer schwieriger wird.
Investitionen in Bildung und Forschung müssen endlich 'gendergerecht'
intensiviert werden.

"Frauen machen darüber hinaus 70 Prozent der geringfügig
Beschäftigten aus. Der volle sozial- und arbeitsrechtliche Schutz
muss für alle atypisch Beschäftigten gelten. Weiters müssen gezielt
Initiativen gesetzt werden, die Mädchen und Frauen den Einstieg und
den Verbleib in den sogenannten 'nichttraditionellen Frauenberufen'
ermöglichen", so Prammer abschließend. (Schluss) ah/mp

OTS0152    2004-11-03/12:30

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