- 28.10.2004, 12:58:00
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EIN KNOPFDRUCK, DER LEBEN RETTEN KANN!
Institut für technische Sicherheit empfiehlt jetzt, im Rahmen der Zeitumstellung, den FI- (Fehlerstromschutz-) Schalter zu testen.
Wien (OTS) - Nur der FI-Schalter schaltet den Strom automatisch
ab, wenn sich ein Mensch im Stromkreis befindet. Ist der Schalter
defekt, sind die Folgen meist tödlich. Trotzdem verzichten viele auf
die regelmäßige Überprüfung. Der Grund: Testet man den FI, werden
alle Stromkreise lahmgelegt, digitale Uhren auf Videorekordern,
Mikrowellen oder Radioweckern zeigen danach die falsche Zeit an,
mühsames Nachstellen ist die Folge. Für Sicherheitsmuffel gibt es
dieses Wochenende keine Ausrede: "Die Zeitumstellung ist die beste
Gelegenheit, die Funktion des FI-Schalters zu prüfen", empfiehlt DI
Bernhard Noll, Leiter des Institutes für technische Sicherheit.
Knopfdruck genügt!
Auf dem FI-Schalter im Sicherungskasten befindet sich ein kleiner
Prüfknopf - ein kurzer Druck genügt, um den Schalter auszulösen und
kurzfristig alle Stromkreise abzuschalten.
Herkömmliche Sicherungen schützen nicht vor Stromunfällen!
"Jene, die der Meinung sind, dass normale Sicherungen genug Schutz
bieten, unterliegen einem tödlichem Irrtum", erklärt Noll. Denn
gewöhnliche Sicherungen und Leitungsschutzschalter lösen nur bei
Kurzschlüssen oder Überlastung des Stromnetzes aus, nicht jedoch wenn
sich beispielsweise ein Mensch im Stromkreis befindet oder
Elektroinstallationen fehlerhaft sind.
Wer bereits einen Stromsschlag kassiert oder durch Glück einen
Stromunfall überlebt hat, wird auf die regelmäßige FI-Kontrolle
sicher nicht vergessen. Dank FI-Schalter sind Elektrounfälle mit
Todesfolge in Österreich eine Seltenheit. Laut Elektrounfallstatistik
verletzen sich pro Jahr rund 150 Personen durch Strom- oder
Blitzschlag, etwa zehn Unfälle enden tödlich.
Was passiert bei einem Stromunfall?
Ab einer bestimmten Stromstärke (ca. 10 mA) wirkt die Elektrizität so
sehr auf den Körper ein, dass die normalen Impulse vom Gehirn nicht
mehr an die Muskeln gelangen. Die Muskeln werden vom Fremdstrom
zusammen gezogen. Dadurch ist es nicht mehr möglich, einen unter
Spannung stehenden Gegenstand, wie z.B. einen Metallgriff, aus
eigener Kraft loszulassen. Stromstärken ab 30mA sind
lebensgefährlich, da sie Herzkammerflimmern verursachen und somit die
Sauerstoffversorgung des Gehirns unterbrechen.
Was tun bei einem Stromunfall?
- Stromkreis unterbrechen (FI-Schalter oder entsprechende Sicherung
abschalten oder herausdrehen, Netzstecker ziehen);
- Den Verletzten erst nach Stromkreisunterbrechung berühren;
- Erste Hilfe leisten: Da die meisten Stromunfälle
Herzrhythmusstörungen nach sich ziehen, sollte man nicht lange auf
professionelle Hilfe warten. Bei fehlendem Puls sofort Herzmassage
und Mund zu Mund Beatmung beginnen, da das Hirn nicht mehr mit
Sauerstoff versorgt wird. Professionelle Hilfe herbeirufen oder
herbeirufen lassen.
Wien, am 28.10.04
OTS0153 2004-10-28/12:58
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