Sex schützt vor Prostatakrebs!

Häufiger Sex verschönert nicht nur den Alltag, er schützt Männer offenbar auch vor bösartigen Erkrankungen: Unter den sexuell Aktiven ist Prostatakrebs viel seltener.

Wien (OTS) - Das Prostatakarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Mannes, etwa 40% der Männer in den westlichen Industrienationen werden in ihrem Leben mit der Diagnose konfrontiert, 3% versterben noch immer an einem Prostatakarzinom. Welche Ursachen diese bösartige Neubildung hat, ist aber nur teilweise geklärt. Neben der erblichen Vorbelastung, die ein 4-fach höheres Prostatakrebsrisiko für die Nachkommen bedingt, spielt auch die Ernährung und Art der Lebensführung eine große Rolle bei der Entstehung des Prostatakarzinoms. Australische Wissenschaftler der Universität Melbourne haben nun untersucht, wie sich die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr und die Anzahl der Sexpartnerinnen auf das Krebsrisiko der Männer auswirken.

Je mehr Ejakulationen, desto besser.

Mehr als 1.000 Männer, die vor ihrem 70. Geburtstag an einem Prostatakarzinom erkrankten, wurden detailliert zu ihren sexuellen Gewohnheiten während ihres gesamten Lebens befragt und ihre Angaben mit denen von gesunden Männern verglichen. "In unserer großen Fall-Kontroll-Studie war die Häufigkeit der Ejakulationen besonders eng mit dem Prostatakrebsrisiko verbunden", fasst Prof. Graham Giles vom Cancer Epidemiology Centre in Melbourne seine Ergebnisse zusammen. "Bei einer Ejakulationsfrequenz von mehr als vier oder fünf pro Woche, verringerte sich das spätere Krebsrisiko um ein Drittel. Dieser Schutzeffekt ist in den sexuell aktivsten Jahren zwischen 20 und 30 am größten, er bleibt aber nachweislich bis ins hohe Alter bestehen." Der Zeitpunkt der ersten Ejakulation, die maximal erreichbare Anzahl von Ejakulationen in 24 Stunden sowie die Gesamtzahl der Sexpartnerinnen hatten hingegen keinen Einfluss auf das Prostatakarzinom. Stark negative Auswirkungen auf die Gesundheit hatte jedoch der Gang vor den Traualtar: Das Prostatakrebsrisiko der ewigen Junggesellen lag nur halb so hoch, wie das der Ehemänner.

"Ejakulationen sind das Produkt von sexueller Begierde und Möglichkeiten", so Prof. Giles. "Die Abwesenheit eines Sexpartners, der Verlust von Interesse am Partner, starke Hemmungen zu Onanieren oder Erektionsprobleme könnten die Ejakulationsfrequenz mindern und damit das Krebsrisiko erhöhen."

Vergleichbare Resultate lieferte zudem erstmals auch eine prospektive Untersuchung an über 29.000 Männern im Alter von 46-81 Jahren in den USA, die vor kurzem veröffentlich wurde. Die Autoren des National Cancer Institute zeigten, dass jene Männer, die häufiger ejakulierten, ein deutlich geringeres Risiko hatten, ein Prostatakarzinom zu entwickeln.

Sexuelle Aktivität und Gesundheit sind folglich nicht nur für die Psyche sondern auch für die mittlerweile zweithäufigste bösartige Erkrankung des Mannes in Industriestaaten, dem Prostatakarzinom, wichtige Faktoren.

Potenzprobleme wirksam behandeln.

Aktuelle Erhebungen in Österreich haben ergeben, dass etwa eine Million Österreicher zumindest unter milden Erektionsproblemen leiden. Bereits in der zweiten Lebensdekade liegt ihr Anteil bei 20% und steigt über 70% im Alter jenseits der 70. Mit modernen Präparaten zur Steigerung der Erektionsfähigkeit, wie den PDE-5-Inhibitoren, kann diesen Männern jedoch inzwischen gut geholfen werden. Sildenafil, der Inhaltsstoff von Viagra(R), ist der Klassiker unter diesen Medikamenten. Seine hervorragende Wirksamkeit und Verträglichkeit sind bereits in vielen wissenschaftlichen Studien und der täglichen Praxis bestätigt; weltweit verwenden mehr als 20 Millionen Männer Viagra(R). "Die Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit und sexuellen Funktion bedeutet für betroffene Männer nicht nur einen enormen Gewinn an Lebensqualität und Freude am Leben, sondern möglicherweise auch eine präventive Maßnahme im Hinblick auf die Entwicklung eines Prostatakarzinoms in späteren Jahren", weiß Univ.-Doz. Dr. Eugen Plas, Oberarzt am Krankenhaus der Stadt Wien - Lainz und Vorsitzender des Arbeitskreises für Andrologie und sexuelle Funktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie. "Es geht, wie diese neuen Studien zeigen, nicht nur um sexuelle Zufriedenheit sondern auch um Prävention von Erkrankungen im Alter."

Quelle:

Giles G.G. et al: Sexual factors and prostate cancer. British Journal of Urology international 92,211-216; 2003

Leitzmann M.F. et al: Ejaculation frequency and subsequent risk of prostate cancer. JAMA 291, 1578-1586; 2004

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Arbeitskreis für Andrologie und Sexuelle Funktionsstörungen
der Österreichischen Gesellschaft für Urologie
Univ.-Doz. Dr. med. Eugen Plas
Facharzt für Urologie & Andrologie
Fellow of the European Board of Urology
Oberarzt der Urologischen Abteilung des Krankenhaus Lainz
Tel.: +43 (0)1-801 10-2279
eugen.plas@wienkav.at

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