VP-Hahn: "Dreisprung zur sprachlichen Integration"

Verpflichtend Deutsch lernen im Kindergarten

Wien (28/10/04) - "Ziel muß es ein, dass alle Kinder bei Schuleintritt Deutsch beherrschen. Das kann bei der Schuleinschreibung durch ein Gespräch festgestellt werden, nur passiert das zu spät. Die Vorverlegung der Schuleinschreibung auf Herbst des Vorjahres und das Gratis-Kindergartenjahr für alle Wiener Kinder sind die ersten beiden Schritte in diese Richtung. Der dritte Schritt ist die Zurückstellung in die Vorschule, sollten die Eltern dieses Angebot nicht anehmen und das Kind bei Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch sprechen", so Stadtrat Gio Hahn, Chef der ÖVP Wien, bei der heutigen Pressekonferenz.

Die Vorverlegung der Schuleinschreibung ist Sache des Landes, könnte also leicht umgesetzt werden. Die ÖVP Wien wird einen Antrag zur Vorverlegung der Schuleinschreibung einbringen. Immerhin 19 Prozent aller Wiener Pflichtschüler sind "außerordentliche Schüler". Sie sitzen zwar in den Klassen, können aber auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse nicht beurteilt werden.

"Würden nur Kinder in die Schule aufgenommen, die auch Deutsch können, würde das die Schule entlasten. Die Schweizer haben errechnet, in Zürich sind wie in Wien 40 % der Pflichtschüler nicht deutschsprachig, dass ein zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr in Integration investierter Euro vier Euro an 'Reparaturkosten' erspart", erklärt LAbg. Walter Strobl, ÖVP Wien Bildungssprecher, die Situation in Wien.

"Mama lernt Deutsch, Papa auch"

Nach dem Vorbild in Hessen und in der Schweiz sollen parallel zum Kindergartenjahr gratis Sprachkurse für Mütter angeboten werden. Der Besuch der gesetzlich verordneten Deutschkurse ist gerade für Hausfrauen ein Problem, für viele MigrantInnen ist auch der Besuch eines Abendkurses nur schwer möglich.
"Aber während die Kinder im Kindergarten sind, Deutsch zu lernen und so auch Vertrauen zu einer Österreichischen Institution zu gewinnen, dieses Angebot würden viele MigrantInnen sicherlich annehmen", unterstützt Emine Feyzioglu vom Verein türkischer Eltern die Forderung der ÖVP Wien.

"Der verpflichtende Besuch des Gratis-Kindergartenjahres ist für viele Migrantenkinder die einzige soziale Chance einer späteren Ghettoisierung zu entkommen. Mit Schuleintritt ist es oft schon zu spät. Viele Kinder wiederholen mehrmals eine Klasse, sind demotiviert und bleiben halbsprachig, sprechen weder Deutsch noch ihre Muttersprache.
Finanziert werden könnte das Gratis-Kindergartenjahr mit den Millionen, die die Stadt Wien für die Pensions-Begünstigung ihrer Landesbeamten ausgibt. Gio Hahn: "Wenn ich die Wahl hätte Landesbeamten eine günstigere Pensionsregelung zukommen zu lassen oder Kinder eine Sprache lernen zu lassen, wüßte ich wofür ich mich entscheide."

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