- 28.10.2004, 12:14:53
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VP-Hahn: "Dreisprung zur sprachlichen Integration"
Verpflichtend Deutsch lernen im Kindergarten
Wien (28/10/04) - "Ziel muß es ein, dass alle Kinder bei
Schuleintritt Deutsch beherrschen. Das kann bei der
Schuleinschreibung durch ein Gespräch festgestellt werden, nur
passiert das zu spät. Die Vorverlegung der Schuleinschreibung auf
Herbst des Vorjahres und das Gratis-Kindergartenjahr für alle Wiener
Kinder sind die ersten beiden Schritte in diese Richtung. Der dritte
Schritt ist die Zurückstellung in die Vorschule, sollten die Eltern
dieses Angebot nicht anehmen und das Kind bei Schuleintritt nicht
ausreichend Deutsch sprechen", so Stadtrat Gio Hahn, Chef der ÖVP
Wien, bei der heutigen Pressekonferenz.
Die Vorverlegung der Schuleinschreibung ist Sache des Landes, könnte
also leicht umgesetzt werden. Die ÖVP Wien wird einen Antrag zur
Vorverlegung der Schuleinschreibung einbringen. Immerhin 19 Prozent
aller Wiener Pflichtschüler sind "außerordentliche Schüler". Sie
sitzen zwar in den Klassen, können aber auf Grund mangelnder
Deutschkenntnisse nicht beurteilt werden.
"Würden nur Kinder in die Schule aufgenommen, die auch Deutsch
können, würde das die Schule entlasten. Die Schweizer haben
errechnet, in Zürich sind wie in Wien 40 % der Pflichtschüler nicht
deutschsprachig, dass ein zwischen dem zweiten und sechsten
Lebensjahr in Integration investierter Euro vier Euro an
'Reparaturkosten' erspart", erklärt LAbg. Walter Strobl, ÖVP Wien
Bildungssprecher, die Situation in Wien.
"Mama lernt Deutsch, Papa auch"
Nach dem Vorbild in Hessen und in der Schweiz sollen parallel zum
Kindergartenjahr gratis Sprachkurse für Mütter angeboten werden. Der
Besuch der gesetzlich verordneten Deutschkurse ist gerade für
Hausfrauen ein Problem, für viele MigrantInnen ist auch der Besuch
eines Abendkurses nur schwer möglich.
"Aber während die Kinder im Kindergarten sind, Deutsch zu lernen und
so auch Vertrauen zu einer Österreichischen Institution zu gewinnen,
dieses Angebot würden viele MigrantInnen sicherlich annehmen",
unterstützt Emine Feyzioglu vom Verein türkischer Eltern die
Forderung der ÖVP Wien.
"Der verpflichtende Besuch des Gratis-Kindergartenjahres ist für
viele Migrantenkinder die einzige soziale Chance einer späteren
Ghettoisierung zu entkommen. Mit Schuleintritt ist es oft schon zu
spät. Viele Kinder wiederholen mehrmals eine Klasse, sind demotiviert
und bleiben halbsprachig, sprechen weder Deutsch noch ihre
Muttersprache.
Finanziert werden könnte das Gratis-Kindergartenjahr mit den
Millionen, die die Stadt Wien für die Pensions-Begünstigung ihrer
Landesbeamten ausgibt. Gio Hahn: "Wenn ich die Wahl hätte
Landesbeamten eine günstigere Pensionsregelung zukommen zu lassen
oder Kinder eine Sprache lernen zu lassen, wüßte ich wofür ich mich
entscheide."
OTS0125 2004-10-28/12:14
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