Keine Konkurrenz zwischen Halloween und Allerheiligen

Katholische Jungschar Österreichs will Kinder vor Zwang und Angstmacherei schützen

Wien (OTS) - "Gerade zu Allerheiligen könnten wir mit Mädchen und Buben über existentielle Fragen zu Leben, Sterben, Tod und Auferstehung ins Gespräch kommen. Wir sehen natürlich die zeitliche Nähe von Halloween und dem christlichen Allerheiligenfest, die historisch begründet ist. Das in Österreich traditionelle Totengedenken zu Allerheiligen soll aber seinen eigenständigen Charakter behalten und nicht von Halloween-Aktivitäten überlagert werden." meint Dr. Gerald Faschingeder, Vorsitzender der Katholischen Jungschar Österreichs, zum vermeintlichen Spannungsfeld Halloween und Allerheiligen. Die größte Kinderorganisation Österreichs empfiehlt, Halloween einerseits und das Allerheiligenfest andererseits eigenständig und unabhängig voneinander zu betrachten. Eine religiöse Konkurrenz lasse sich auf jeden Fall nicht begründen, da Halloween in seiner derzeitigen Form bei uns sicher nicht als religiöses Brauchtum empfunden werde.

Halloween ist für die Kinder der "Abend der Streiche". Allgemein geduldet dürfen sie in schaurigsten Verkleidungen an Haus- und Wohnungstüren klingeln und die Herausgabe von Süßigkeiten fordern -anderenfalls böse Streiche androhen ("Trick or treats!"). Üblich sind inzwischen auch alle Arten von Halloween-Partys, die insbesondere auch in Kindergärten, Kindergruppen, Schulen und Vereinen als Spiel-und Verkleidungsfeste gefeiert werden. Eine aktuelle Befragung der Katholischen Jungschar Salzburg von 150 Salzburger Mädchen und Buben zwischen neun und 12 Jahren ergab, dass das Verkleidungsspiel mit Gruselgeistern, Hexen und Monstern eher die Jüngeren anspricht, mit zunehmendem Alter gilt es jedoch als "kindisch". Es sind also vor allem jüngere Mädchen und Buben, die möglichen negativen Aspekten des Spektakels (Angst machen, Vandalismus, Gewalttätigkeiten, ...) ungeschützter ausgesetzt sind.

"Wie für jede andere Spielaktivität von Mädchen und Buben sollte auch für Halloween das Prinzip der Freiwilligkeit und der Schutz der Person gelten. Es gibt auch Kinder, denen gruselige Verkleidungen unangenehm sind oder gar Angst einjagen. Es gibt auch Kinder, denen das Anläuten an fremden Wohnungstüren peinlich ist. Es gibt auch Kinder, die größte Skrupel haben, anderen Streiche zu spielen - und es gibt auch Kinder, die sich vor Halloween fürchten, weil sie dann möglicherweise selbst Opfer der "Scherze" von Gleichaltrigen werden." Faschingeder sieht die Aufgabe der Erwachsenen darin, Kinder zu schützen, dass sie nicht in Aktivitäten hineingenommen oder zu Handlungen genötigt werden, die sie selbst weder lustig noch angemessen finden oder die gar zu Schäden gegenüber Dritten führen.

So dürfe nicht übersehen werden, dass Halloween vor allem aus kommerziellen Gründen stark vom Handel gefördert werde. "Mit Schokokürbissen und dergleichen wird eine der Lücken im Schokoladejahr geschlossen - ob es sich da um Geister, den Tod oder um keltische Traditionen handelt, ist gleichgültig, solange die Kasse klingt. Damit schreitet die Ökonomisierung der Kindheit weiter voran, und das sollte uns zu denken geben," so Faschingeder.

Vorsichtig positiv bewertet werden könne zumindest, dass Halloween die ansonsten in unserer Gesellschaft übliche Generationenordnung für einen begrenzten Zeitraum umgekehre: "Es ist ein Anlass für Mädchen und Buben sich originell zu verkleiden, Spaß damit zu haben und - in erlaubtem Rahmen - laut und fordernd Erwachsenen gegenüber zu treten. Zumindest einen Abend lang dürfen sich Mädchen und Buben mächtiger fühlen als die Erwachsenen." umschreibt der Jungschar-Vorsitzende den anarchischen Charakter von Halloween.

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Mag. Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez
Katholische Jungschar Österreichs
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