- 19.10.2004, 10:04:22
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Ärzte begrüßen "Aus" für Gesundheitsagenturen
Brettenthaler: "Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau sicherstellen!"
Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK),
Dr. Reiner Brettenthaler, hat das "Aus" für die Gesundheitsagenturen
in ihrer ursprünglich geplanten Form begrüßt. Mit der nun getroffenen
Entscheidung, die bestehenden Landesfonds in Gesundheitsplattformen
umzuwandeln und die Bundesstrukturkommission aufzuwerten, werde eine
zusätzliche Verwaltungsebene überflüssig und dem Gedanken eines
schlanken Staats Rechnung getragen, erklärte der ÖÄK-Präsident in
einer Aussendung am Dienstag. Brettenthaler: "Die große Revolution
ist abgesagt. Es ist zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen
an die nun anstehende Reform pragmatischer und realititätsbezogener
herangehen, als bislang. Grundsätzlich fehlt mir immer noch die
Antwort auf die zentrale Frage: Wie wird die Politik die
Gesundheitsversorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherstellen?
Hier sind Antworten und nicht Vertröstungen gefragt. Die Ökonomie
darf in der Gesundheitspolitik nicht das Maß aller Dinge sein."
Die rechtlichen Schwierigkeiten seien mit dem neuen Modell zum
Teil ausgeräumt, so der ÖÄK-Präsident. Offen bleibe allerdings, mit
welchen inhaltlichen Kompetenzen die aufgewerteten alten Gremien
ausgestattet würden, welche Mitsprache die Sozialversicherungen sowie
Patienten und Ärzte hätten und wie sich das neue Modell von der
Verteilung der Kompetenzen her vom alten Agenturansatz unterscheide.
Die Ärzteschaft gehe jedenfalls davon aus, dass das neue Modell
"weniger zentralistisch ausgerichtet sein wird als das alte",
berichtete der Präsident der Österreichischen Ärztekammer.
Brettenthaler: "Die Verantwortlichen sollten bei der Konstruktion der
Gremien alle Optionen, die in Richtung Einheitsversorgung der
Patienten führen, tunlichst verwerfen. Auch bei einer Finanzierung
aus einer Hand muss eine individuelle Behandlung und Betreuung auf
dem Letztstand der medizinischen Wissenschaft möglich bleiben.
Systeme zentralistischer Planwirtschaft waren seit jeher zum
Scheitern verurteilt. Das wäre in Österreich nicht anders als in
anderen Ländern, die derartige Systeme haben."
In diesem Zusammenhang machte der Präsident der Österreichischen
Ärztekammer auf die Tatsache aufmerksam, dass Österreich laut
Untersuchungen der Europäischen Union die höchste Zufriedenheit der
Menschen mit dem Gesundheits- und Sozialsystem in Europa aufweise.
"Gutes muss man bewahren und darf es nicht zerschlagen, das gilt in
höchstem Maß für die Gesundheitsversorgung, wo einmal abgebaute
Strukturen nicht so leicht wieder aufgebaut werden können", so
Brettenthaler abschließend.
OTS0053 2004-10-19/10:04
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