• 17.10.2004, 11:37:23
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Niederwieser zur "Europäischen Sicherheitsprofessur" in Innsbruck: Danke an "Bildungsminister" Günther Platter

Wien (SK) Die Bildungspolitik der ÖVP-FPÖ Regierung treibe seltsame
Blüten: "Kaum haben am Donnerstag letzter Woche die österreichischen
Rektoren einen dringenden Hilferuf an 'Ihr' Ministerium gerichtet,
weil Forschung und Lehre ernsthaft gefährdet sind, kommt schon am
Freitag Verteidigungsminister Günther Platter und stellt der Uni
Innsbruck einen ganzen echten Professor zur Verfügung.
'Stiftungsprofessor für Europäische Sicherheitspolitik' nennt sich
das und bekleidet wird diese Position von Prof. Alexander Siedschlag,
zuvor an der Humboldt Universität in Berlin", so SPÖ-Bildungssprecher
Erwin Niederwieser am Sonntag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.
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"An der wissenschaftlichen Reputation Prof. Siedschlags gibt es
nichts zu zweifeln. Ich finde es aber merkwürdig, wenn das
Verteidigungsbudget für 2005 stärker erhöht wird als das
Wissenschaftsbudget und dann aus Mitteln des Verteidigungsressorts
Personal der Universität bezahlt wird.
Als mein früherer Kollege Prof. Lukesch und ich als
Wissenschaftssprecher die 'Stiftungsprofessoren' verhandelt haben,
hatten wir eher private Geldgeber im Auge, denen eine weitgehend
uneigennützige Unterstützung der Universität ein Anliegen ist und
nicht das Geld anderer Ministerien. Da soll man das Geld doch lieber
gleich im Bildungsministerium lassen und dort in eine
Gesamt-Personalplanung einbeziehen", kritisiert der SPÖ
Bildungssprecher.

Niederwieser verweist auch auf andere Fälle, die ebenfalls die ganze
Absurdität der derzeitigen Regierungspolitik aufzeigen: Der
Eurofighter Hersteller EADS stiftet Professuren in der Steiermark. An
sich ein löbliches Unterfangen, wäre da nicht der schale Beigeschmack
eines drastisch überbewerteten "Gegengeschäftes" für den
Eurofighter-Kauf. "Während für die Kampfflieger das Geld da ist,
fehlt es in der Bildungspolitik. Die Fachhochschulen und Unis
bekommen dann als kleines Almosen ein paar Lehrveranstaltungen
geschenkt und müssen sich auch noch artig bedanken. Ich finde das
entwürdigend", so der Bildungssprecher.

Bei der Stiftungsprofessur für Europäische Sicherheitspolitik
freilich sieht Niederwieser durchaus auch eine politische Absicht:
"Die Auswahl der Person zeigt, wohin Studierende und Öffentlichkeit
geführt werden sollen. Siedschlag ist Experte aber nicht in Fragen
der Sicherheitspolitik eines neutralen Staates wie Österreich. Er
soll wohl dazu beitragen, den Österreichern die Neutralität
auszureden." (Schluss) cs/vs

OTS0024    2004-10-17/11:37

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