Niederwieser zur "Europäischen Sicherheitsprofessur" in Innsbruck: Danke an "Bildungsminister" Günther Platter

Wien (SK) Die Bildungspolitik der ÖVP-FPÖ Regierung treibe seltsame Blüten: "Kaum haben am Donnerstag letzter Woche die österreichischen Rektoren einen dringenden Hilferuf an 'Ihr' Ministerium gerichtet, weil Forschung und Lehre ernsthaft gefährdet sind, kommt schon am Freitag Verteidigungsminister Günther Platter und stellt der Uni Innsbruck einen ganzen echten Professor zur Verfügung. 'Stiftungsprofessor für Europäische Sicherheitspolitik' nennt sich das und bekleidet wird diese Position von Prof. Alexander Siedschlag, zuvor an der Humboldt Universität in Berlin", so SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Sonntag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

"An der wissenschaftlichen Reputation Prof. Siedschlags gibt es nichts zu zweifeln. Ich finde es aber merkwürdig, wenn das Verteidigungsbudget für 2005 stärker erhöht wird als das Wissenschaftsbudget und dann aus Mitteln des Verteidigungsressorts Personal der Universität bezahlt wird.
Als mein früherer Kollege Prof. Lukesch und ich als Wissenschaftssprecher die 'Stiftungsprofessoren' verhandelt haben, hatten wir eher private Geldgeber im Auge, denen eine weitgehend uneigennützige Unterstützung der Universität ein Anliegen ist und nicht das Geld anderer Ministerien. Da soll man das Geld doch lieber gleich im Bildungsministerium lassen und dort in eine Gesamt-Personalplanung einbeziehen", kritisiert der SPÖ Bildungssprecher.

Niederwieser verweist auch auf andere Fälle, die ebenfalls die ganze Absurdität der derzeitigen Regierungspolitik aufzeigen: Der Eurofighter Hersteller EADS stiftet Professuren in der Steiermark. An sich ein löbliches Unterfangen, wäre da nicht der schale Beigeschmack eines drastisch überbewerteten "Gegengeschäftes" für den Eurofighter-Kauf. "Während für die Kampfflieger das Geld da ist, fehlt es in der Bildungspolitik. Die Fachhochschulen und Unis bekommen dann als kleines Almosen ein paar Lehrveranstaltungen geschenkt und müssen sich auch noch artig bedanken. Ich finde das entwürdigend", so der Bildungssprecher.

Bei der Stiftungsprofessur für Europäische Sicherheitspolitik freilich sieht Niederwieser durchaus auch eine politische Absicht:
"Die Auswahl der Person zeigt, wohin Studierende und Öffentlichkeit geführt werden sollen. Siedschlag ist Experte aber nicht in Fragen der Sicherheitspolitik eines neutralen Staates wie Österreich. Er soll wohl dazu beitragen, den Österreichern die Neutralität auszureden." (Schluss) cs/vs

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