- 15.10.2004, 11:33:34
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Schenk und Lohner zum Phänomen Hans Moser: Live in "Treffpunkt Kultur"
Exklusivinterview mit Ileana Sonnabend, der 90-jährigen Mutter der Pop-Art
Wien (OTS) - Was Barbara Rett in der aktuellen Ausgabe von
"Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 18. Oktober 2004, um 22.30 Uhr in
ORF 2 an Themen anzubieten hat, verspricht ebenso spannend wie
facettenreich zu werden: Das begnadete Duo Otti Schenk und Helmuth
Lohner versucht anlässlich einer Retrospektive im Theatermuseum live
im Studio das Phänomen Hans Moser zu ergründen. Die bald 90-jährige
"Mom of Pop" - Ileana Sonnabend -, die Frau, die Andy Warhol
entdeckte, gibt "Treffpunkt Kultur" eines ihrer raren Interviews.
Ebenfalls im "Treffpunkt Kultur"-Interview: Oscar-Preisträgerin Susan
Sarandon, die zu ihrem politischen Engagement Stellung nimmt.
Spannend verspricht auch die Premiere von "Don Carlos" am 18. Oktober
in der Wiener Staatsoper zu werden. "Treffpunkt Kultur" berichtet am
Premierenabend, ob die Begeisterungsstürme oder die Buhrufe überwogen
haben.
Begnadet: Hans Moser - Otto Schenk und Helmuth Lohner live über den
genialen Komiker
Im Grade höchster Cholerik wurde die Stimme schrill, der Atem kurz
und die Zunge überholte ihn beim Sprechen. Auf der Strecke blieben
dabei einzelne Silben, manchmal ganze Satzteile. Und dazu kam: sein
hinreißendes Nuscheln. Hans-Moser-Parodisten gibt es viele - seine
Intensität als Menschendarsteller bleibt aber bis heute
unnachahmlich. Das Wiener Theatermuseum widmet dem Komiker eine
umfassende Retrospektive, die nicht nur an den Filmstar der Ufa-Ära
erinnern will, sondern vor allem an das Theatergenie Moser. Der Bogen
reicht von den bitteren Tingel-Jahren in der Provinz, sein Wirken in
der Wiener Kleinkunstszene über seine Entdeckung durch Max Reinhardt
bis hin zu seiner fulminanten Kinokarriere. In "Treffpunkt Kultur":
magische Momente des Komödianten. Außerdem erinnern sich live im
Studio Otto Schenk und Helmuth Lohner, derzeit selbst mit "Sachen zum
Lachen" auf Österreichtournee, an den genialen Komiker.
Hollywood und die Politik - Susan Sarandon und ihr Engagement gegen
George W. Bush
Gleich in zwei Filmen kommt in den nächsten Wochen der amerikanische
Filmstar Susan Sarandon in unsere Kinos. in "Shall We Dance" ("Darf
ich bitten") spielt sie die Ehefrau von Richard Gere, der seine
Midlife-Crisis im Film mit einem Tanzkurs bekämpft. In "Alfie", dem
Remake des gleichnamigen Films mit Michael Caine, spielt sie an der
Seite von Jude Law, eine erotische 50-Jährige, die sich auf Affären
mit jüngeren Männern spezialisiert hat. Seit ihrem Durchbruch in der
"Rocky Horror Picture Show" und Filmen wie "Die Hexen von Eastwick"
(mit Jack Nicholson), "Der Klient" (mit Tommy Lee Jones) und "Dead
Man Walking" (für die Rolle hat sie den Oscar erhalten) zählt Susan
Sarandon zu den meistbeschäftigten Schauspielerinnen Hollywoods.
Trotz Vielbeschäftigung findet sie auch als Mutter und
Lebenspartnerin von Tim Robbins Zeit für politische Aktionen. Zurzeit
engagiert sie sich gegen die Wiederwahl von George W. Bush und steht,
gemeinsam mit Tim Robbins, Dustin Hoffman etc., an der Spitze
zahlreicher Demonstrationen. Im Exklusivinterview bei "Treffpunkt
Kultur"erzählt sie über ihr politisches Engagement, über
Morddrohungen, die sie von Bush-Anhängern bekommen hat und von den
Schwierigkeiten, die man als politisch engagierte Schauspielerin in
Hollywood hat.
Provokant: "Don Carlos" - Regie-Titan Peter Konwitschny inszeniert an
der Staatsoper
Auf angekündigte Skandale zielt er gewiss nicht ab - weil die ohnehin
nicht stattfinden. Doch wenn Peter Konwitschny Oper inszeniert, gehen
die Wogen meist hoch. Da bringen Buh- wie Bravo-Brüller ehrwürdige
Opernhäuser zum Erzittern - ein Spektakel, das, so der vollmundige
Konwitschny, seine Premieren "versauen" würde. Der Sohn des
legendären Leipziger Gewandhauskapellmeisters Franz Konwitschny
inszeniert nicht schöne Tableaus, sondern legt seine Finger in die
Wunden der Gesellschaft - und glaubt unverdrossen an die rettende
Kraft der Oper. Mehrmals wurde er zum Regisseur des Jahres gekürt. In
der Wiener Staatsoper debütiert er am 18. Oktober mit Verdis "Don
Carlos". Noch am Premierenabend berichtet "Treffpunkt Kultur". ORF 2
zeigt einen 150-Minuten-Querschnitt der Konwitschny-Fassung am
Samstag, dem 13. November, um 22.10 Uhr. Bereits am Sonntag, dem 24.
Oktober, gibt die von Michael Bukowsky gestaltete Dokumentation "Ein
neuer Carlos in der Oper" um 10.00 Uhr in ORF 2 Einblicke in die
Entstehung dieser Produktion. Am 23. Oktober ist die
Premierenaufführung des "Don Carlos" darüber hinaus um 19.30 Uhr in
Ö1 zu hören.
Angriffslustig: Olga Neuwirth - Die Komponistin und ihr neues Werk
"... ce qui arrive ..."
Wegen ihrer Freundschaft und langjährigen Zusammenarbeit mit
Österreichs Literatur-Nobelpreisträgerin musste sich Olga Neuwirth
schon des Öfteren das Etikett "Jelinek der Musik" gefallen lassen.
Tatsächlich ist die erfolgreichste heimische Komponistin so
angriffslustig wie die Literatin. Verstörung ist eine ihrer
Arbeitsmethoden, ebenso wie das Changieren zwischen unterschiedlichen
künstlerischen Genres. Doch anders als die Jelinek scheint Neuwirth
keine Lust an Selbstverwundung zu verspüren - ihre Musik wirkt immer
unmittelbar nach außen. Am 21. Oktober wird beim steirischen herbst
Neuwirths Raumkomposition "... ce qui arrive ..." uraufgeführt. Das
Konzept beruht auf dem ständigen Wechsel zwischen Musik, Bild und
Sprache. Die Texte stammen von Paul Auster, die Diseuse Georgette Dee
absolviert einen Gastauftritt. "Treffpunkt Kultur" besucht die
Komponistin in ihrer ehemaligen Wahlheimat Venedig.
Legendär: Ileana Sonnabend - Die "Mom of Pop" im Exklusivinterview
Die erste New Yorker Galerie des Ehepaares Ileana und Leo Castelli
bestand aus einem einzigen Raum - dem mittlerweile verwaisten
Jugendzimmer ihrer gemeinsamen Tochter. Und doch wurde hier 1958
Kunstgeschichte gemacht: Die Castellis zeigten Bilder von Robert
Rauschenberg und Jasper Johns - und waren fortan ein Faktor am
internationalen Kunstmarkt. Das Ehepaar trennte sich wenig später.
Wieder verheiratet wurde Ileana Sonnabend zur "Mom of Pop", eine
Bezeichnung, die ihr als frühe Förderin Andy Warhols bis heute blieb.
Die Liste der Künstlernamen, die in ihrer Kunstsammlung vertreten
sind, ist beeindruckend: Anselm Kiefer, Roy Liechtenstein, Mario
Merz, Jeff Koons und mindestens 40 andere. Nun steuert die bald
90-jährige Grande Dame Bestände ihrer Sammlung für die Schau "Visions
of America" in der Sammlung Essl bei. "Treffpunkt Kultur" trifft die
"Mom of Pop" zum Exklusivinterview.
Abgehoben: Flug-Kunst - Designschau im Vitra Museum und Besuch am
Terminal 5
"Flughäfen und Flugzeuge haben für meinen Geschmack das beste Essen,
die besten Toiletten, die beste Unterhaltung, die besten Läden, die
besten Grafiken - einfach von allem das Beste!" Andy Warhol hasste
das Fliegen, aber für das Ambiente rundum konnte er sich restlos
begeistern. Die Euphorie entstammte wohl jener Epoche, als Flughäfen
noch elegante Schleusen in eine andere Sphäre waren und dem Passagier
zur Unterhaltung der Blick aus dem Fenster reichte. "Airworld" heißt
die Ausstellung des Vitra Design Museums in Weil am Rhein, in der die
Geschichte des Luft-Reisens aus designhistorischer Perspektive
beleuchtet wird. "Treffpunkt Kultur" spürt der Alltagskunst rund ums
Fliegen nach und macht einen Abstecher zur wohl schönsten Flughalle
der Welt: Dem Terminal 5 am New Yorker JFK-Airport drohte nach der
Bruchlandung der Betreibergesellschaft TWA zwischenzeitlich schon der
Abbruch. Einer ehrgeizigen jungen Kuratorin gelang es, dieses
architektonische Aushängeschild mit neuem Leben und mit Kunst zu
füllen.
OTS0133 2004-10-15/11:33
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