- 15.10.2004, 10:59:16
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EU stoppt Bienen-Importe aus den USA
Aus Angst vor kleinem Stockkäfer und Tropilaelaps-Milbe
Wien (AIZ) - Das Ständige Komitee für die Lebensmittelkette und
Tiergesundheit hat stellvertretend für die einzelnen Mitgliedstaaten
bei seinem Treffen diese Woche dem Vorschlag der EU-Kommission
zugestimmt, alle Importe von lebenden Bienen- und Hummelköniginnen
aus den USA mit Ausnahme Hawaiis zu stoppen. Damit soll das Gebiet
der Europäischen Union vor dem kleinen Stockkäfer (Aethina tumida)
und der Tropilaelaps-Milbe bewahrt werden. Diese Tiere stellen zwei
gefährliche Bienenschädlinge dar, deren Einführung der
EU-Bienenproduktindustrie erheblichen Schäden bereiten könnte.
Nachdem die Anwesenheit des Käfers, der in den USA "small hive
beetle" genannt wird, von portugiesischen Verantwortlichen in
Einfuhrware bestätigt worden war, schlug die EU-Kommission vor, die
Bienenimporte auf den Bundesstaat von Hawaii zu beschränken, da
dieses Gebiet vom Rest des Landes geografisch und epidemiologisch
isoliert ist sowie als frei von den Bienenseuchen gilt.
Der ursprünglich aus Gebieten südlich der Sahara stammende kleine
Stockkäfer legt seine Eier innerhalb eines Bienenstocks. Die
geschlüpften Larven fressen Pollen, Honig und Bienenlarven und
zerstören die Waben, wodurch Honig ausläuft, der zu gären beginnt und
den Stock verunreinigt. Dadurch können die Bienenvölker massiv
geschädigt werden. Bei einem großen Befall kann es sogar zu einem
Zusammenbruch des Volkes kommen. Schließlich wandern die reifen
Käferlarven aus und verpuppen sich in der nächsten Umgebung des
Bienenstocks. Die geschlüpften Erwachsenentiere fliegen wiederum zu
den Waben, um Eier zu legen.
Während die Bienen in Afrika kein Problem mit ihrem Parasiten
haben, da sie diese zur Seite drängen und in einer Art Gefängnis
halten, sind die Bienenrassen in Amerika keineswegs so gut an den
Käfer angepasst. Aethina tumida gelangte in den Neunzigern -
vermutlich mit importierten Südfrüchten - nach Amerika und konnte
sich dort weit verbreiten. Im Zuge dessen erlitten die Imker
beträchtliche Einbußen. Europäische Bienenrassen wären dem Schädling
ebenso hilflos ausgeliefert, vermuten Experten.
(Schluss) leith
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