EU stoppt Bienen-Importe aus den USA

Aus Angst vor kleinem Stockkäfer und Tropilaelaps-Milbe

Wien (AIZ) - Das Ständige Komitee für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit hat stellvertretend für die einzelnen Mitgliedstaaten bei seinem Treffen diese Woche dem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt, alle Importe von lebenden Bienen- und Hummelköniginnen aus den USA mit Ausnahme Hawaiis zu stoppen. Damit soll das Gebiet der Europäischen Union vor dem kleinen Stockkäfer (Aethina tumida) und der Tropilaelaps-Milbe bewahrt werden. Diese Tiere stellen zwei gefährliche Bienenschädlinge dar, deren Einführung der EU-Bienenproduktindustrie erheblichen Schäden bereiten könnte. Nachdem die Anwesenheit des Käfers, der in den USA "small hive beetle" genannt wird, von portugiesischen Verantwortlichen in Einfuhrware bestätigt worden war, schlug die EU-Kommission vor, die Bienenimporte auf den Bundesstaat von Hawaii zu beschränken, da dieses Gebiet vom Rest des Landes geografisch und epidemiologisch isoliert ist sowie als frei von den Bienenseuchen gilt.

Der ursprünglich aus Gebieten südlich der Sahara stammende kleine Stockkäfer legt seine Eier innerhalb eines Bienenstocks. Die geschlüpften Larven fressen Pollen, Honig und Bienenlarven und zerstören die Waben, wodurch Honig ausläuft, der zu gären beginnt und den Stock verunreinigt. Dadurch können die Bienenvölker massiv geschädigt werden. Bei einem großen Befall kann es sogar zu einem Zusammenbruch des Volkes kommen. Schließlich wandern die reifen Käferlarven aus und verpuppen sich in der nächsten Umgebung des Bienenstocks. Die geschlüpften Erwachsenentiere fliegen wiederum zu den Waben, um Eier zu legen.

Während die Bienen in Afrika kein Problem mit ihrem Parasiten haben, da sie diese zur Seite drängen und in einer Art Gefängnis halten, sind die Bienenrassen in Amerika keineswegs so gut an den Käfer angepasst. Aethina tumida gelangte in den Neunzigern -vermutlich mit importierten Südfrüchten - nach Amerika und konnte sich dort weit verbreiten. Im Zuge dessen erlitten die Imker beträchtliche Einbußen. Europäische Bienenrassen wären dem Schädling ebenso hilflos ausgeliefert, vermuten Experten.
(Schluss) leith

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 01/533-18-43, pressedienst@aiz.info
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ0001