- 13.10.2004, 11:41:16
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Morak: Österreichische Medientage sind wichtiger Impuls
Morak eröffnet 11. Österreichische Medientage
Wien (OTS) - "Mit den großen medienpolitischen Reformpaketen der
letzten Jahre, die mehr Liberalisierung, mehr Wettbewerb, mehr
Effizienz und mehr Qualität für die österreichische Medienlandschaft
gebracht haben, konnten wir einen wichtigen Schritt setzen. Viele
wichtige Vorhaben liegen noch vor uns, es gilt die Entwicklung zu
begleiten und zu reagieren. Die Österreichischen Medientage sind
dafür ein ganz wichtiger Impuls", so Medienstaatssekretär Franz
Morak, heute, Mittwoch, anlässlich der Eröffnung der 11.
Österreichischen Medientage.
Morak erinnerte dabei nochmals an die Adaptierungen des
Privatradiogesetzes, mit denen erstmals in Österreich bundesweites
Privatradio ermöglicht wurde, an die Umsetzung der von vielen
vehement eingeforderten Beobachtung der Werberegelungen im
Rundfunkbereich durch die KommAustria sowie die Realisierung des
digitalen Pilotversuchs in Graz.
"Die Rundfunkdigitalisierung bedeutet aus meiner Sicht auch einen
zusätzlichen Schub für mehr Wettbewerb und Pluralismus an
elektronischen Angeboten", so Morak. Um so wichtiger sei es, dass
dieser Testbetrieb für digitales Fernsehen "wertvolles,
plattform-unabhängiges Know-how für alle Beteiligten gebracht hat",
die nun die Fernsehveranstalter auf sämtlichen Plattformen für
digitales terrestrisches Fernsehen einsetzen können, betonte der
Staatssekretär. Eine erste erfolgreiche Zwischenbilanz des
Pilotversuchs habe außerdem bei den Konsumentinnen und Konsumenten
die hohe Akzeptanz für die interaktiven Applikationen und
Wertschätzung für die Empfangs- und Bildqualität gezeigt.
In seiner Rede ging Morak auch auf die Rahmenbedingungen für die
Produktion österreichischen Contens und die immer wiederkehrende
Quotendebatte ein. Er habe sich wiederholt gegen Sendequoten
ausgesprochen, unabhängig von gemeinschaftsrechtlichen und
wettbewerbsrechtlichen Vorbehalten, denn auch die eigenen
Fernseh-Erfahrungen sowie wissenschaftlichen Studien zu den
Auswirkungen der europäischen Sendequoten im TV-Bereich würden diese
Maßnahme nicht als Erfolgs-Modell erscheinen lassen. "Ich bekenne
mich vielmehr zur Förderung heimischen Contents mit anderen Mitteln",
so Morak, der auf den vergangenes Jahr etablierten
Fernsehfilmförderungsfonds und den derzeit in Begutachtung stehenden
Entwurf für ein neues Filmförderungsgesetz verwies. In dem
Zusammenhang kündigte der Staatssekretär die Einrichtung eines
Österreichischen Musikfonds an, der vor allem junge Produktionen im
Bereich der Popularmusik unterstützen soll.
Die besten Förderungen des Bundes und der Länder für heimischen
Content seien aber nur dann wirklich zielführend, wenn sich auch die
österreichischen Rundfunkveranstalter, und hier vor allem der ORF,
ihrer besonderen Verpflichtung bewusst seien, so Morak. "Für mich
steht dabei völlig außer Streit, dass der öffentlich-rechtliche
Rundfunk eine unverzichtbare Institution und der ORF ein wichtiger
Informationsmittler und Kulturträger ist und auch in der digitalen
Zukunft eine bedeutende Instanz gesellschaftlicher Integration
bleiben muss" unterstrich der Staatssekretär. "Ich weiß, es bedarf
auch kommerzieller Einnahmen, es bedarf auch der Finanzierung durch
Werbung. Zugleich bedarf es aber auch einer laufenden Evaluierung,
nicht nur von außen, sondern auch ORF-intern, wie viel Werbung bzw.
Sonderwerbeformen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dem
Publikum zumutbar sind", so Morak abschließend.
OTS0112 2004-10-13/11:41
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