- 12.10.2004, 10:18:38
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Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) zeigt Verbesserungspotenziale für das Wiener Spitalswesen auf
Wien (OTS) - Eine Spezialisierung auf einzelne Leistungsbereiche
erhöht die Produktivität und senkt die Kosten im Spitalsbereich. Die
Wiener Ordensspitäler haben mit einer entsprechenden Abstimmung des
Leistungsangebotes zu einer Entlastung des Gesundheitsbudgets
beigetragen. Das ist das Hauptergebnis einer Studie der
Gesundheitsökonomin Dr. Maria Hofmarcher vom Institut für Höhere
Studien (IHS), die bei der Fach-Enquete der Wiener Ordensspitäler zu
"Neuen Strategien in der Wiener Spitalsfinanzierung" am 11. Oktober
2004 präsentiert wurde.
Hauptergebnisse dieser Studie
Das Behandlungsspektrum der Wiener Ordenskrankenhäuser ist breit
und mit dem anderer Krankenanstalten in Wien vergleichbar. Auf Basis
der medizinischen Grundversorgung hat die Spezialisierung in den
Ordenskrankenhäusern zugenommen - durch eine Fokussierung auf häufige
Erkrankungen können Fallzahlen kontinuierlich erhöht werden. Dies
wirkt sich positiv auf die medizinische Qualität und die ökonomische
Produktivität aus. Wesentliche Leistungsbereiche liegen dabei z. B.
in der Orthopädie, der medizinischen Geriatrie und der
Palliativmedizin. Die Nachfrage nach diesen Leistungsbereichen wird
auf Grund der medizinischen und demographischen Entwicklung weiter
zunehmen.
Im Zeitraum von 1998 bis 2002 konnten die Ordensspitäler laut
IHS-Studie durch Spezialisierung und Kostensenkung ihre Produktivität
um rund 17 Prozent steigern, wodurch das Gesundheitsbudget der
Gemeinde Wien entlastet wird.
Hinsichtlich der Spitalsfinanzierung ergeben sich deutliche
Unterschiede zwischen Ordens- und Gemeindespitälern: Die
Ordensspitäler erhalten in Wien im Vergleich zu den übrigen
Krankenhäusern in Relation weniger als ein Viertel der öffentlichen
Zuschüsse. Als einen möglichen Weg zur Kosteneinsparung im Wiener
Gesundheitswesen schlägt daher das IHS vor, die öffentliche
Finanzierung in der gesamten Spitalslandschaft Wiens langfristig zu
vereinheitlichen. Damit könnten rund 190 Millionen EUR eingespart
werden.
Bei der Präsentation der Studie wurde als ein wesentlicher Grund
für die Wirtschaftlichkeit das Zusammenwirken "privater Führung und
des Prinzips der Gemeinnützigkeit" betont - so meinte auch Mag. Jan
Pazourek, Sprecher der Wiener Gebietskrankenkasse, er "gratuliere den
Ordenskrankenhäusern zur Verbindung von Qualität, Humanität und
konsequenten Kostenmanagements".
Dr. Hannes Schmidl, in Wien für die Gesundheitsplanung zuständig,
vermisst bis heute einen Anreiz im System, "Ineffizienz zu
eliminieren" und bekannte sich zur Trägervielfalt. Er wünscht sich
mehr Leistungsorientierung in der Finanzierung.
Von Seiten der Politik formulierte Dr. Sigrid Pilz von den Grünen,
dass "in der Gesundheitspolitik bis heute die privaten und
gemeinnützigen Krankenhäuser praktisch nicht vorkommen" und forderte
eine diesbezüglich stärkere Einbindung.
Dr. Michael Heinisch von der Vinzenz Gruppe unterstrich gegenüber
den Vertretern der Stadt Wien das Angebot der Ordenskrankenhäuser zur
vermehrten Kooperation: "Es ist sinnvoll für die Gemeinde Wien,
verstärkt mit den Wiener Ordenskrankenhäusern zusammenzuarbeiten. Als
privat geführte gemeinnützige Einrichtungen ohne Gewinnabsicht sind
wir attraktive Versorgungspartner."
OTS0065 2004-10-12/10:18
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