- 08.10.2004, 11:12:59
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VP-Strobl und VP-Wotke: "Aktionsbüro der Schulpartner" ist reine Initiative von SPÖ-Funktionären!
Wien (VP-Klub): "Mit politisch sehr durchsichtigen Absichten
versuchen Wiener SPÖ-Elternfunktionäre gutmeinende und gutgläubige
Eltern für ihre parteipolitische Agitation schamlos zu missbrauchen.
Wer will nicht das Allerbeste für sein Kind, jede Art von
zusätzlicher schulischer Unterstützung mit zusätzlichen Lehrern? Weil
diesen Satz wohl jeder unterschreiben wird, glaubt die SPÖ billige
parteipolitische Propaganda auf dem Rücken der Eltern machen zu
können", kritisierten heute der Bildungssprecher der ÖVP Wien, LAbg.
Walter Strobl, und die Fraktionsvorsitzende des Kollegiums, Elfriede
Wotke, die SPÖ-Agitation des sogenannten "Aktionsbüros der
Schulpartner", das heute eine Veranstaltung abhält.
"Das ist ein Skandal der ganz besonderen Art. SPÖ-Elternvertreter
versuchen eine seriöse Elterndachorganisation zu einer
SPÖ-Parteiorganisation umzufunktionieren. Das ist ein
Funktionsmissbrauch demokratisch gewählter Elternvertreter", ist der
Wiener ÖVP-Bildungssprecher empört.
Fraktionsvorsitzende Wotke betonte ihrerseits, dass es in Österreich
bereits jetzt ein tolles Lehrer-Schüler-Verhältnis gebe. "Der
OECD-Bericht zeigt das sehr deutlich. Im OECD-Durchschnitt kommen auf
1 Volksschullehrer 16,6 Volksschüler - in Österreich: 14,5
1 Hauptschullehrer 14,4 Hauptschüler - in Österreich: 10
Die Frage der Schulorganisation und des Lehrereinsatzes ist daher ein
Problem von Wien", betonte sie dazu.
Skandalös sei nach Auffassung Wotkes auch die Vorgehensweise des
Vorsitzenden der Elterndachorganisation. "Die
Finanzausgleichsverhandlungen stehen vor dem Abschluss. Es ist
unverständlich, warum der Eltern-Dachverbandsvorsitzende Nekula, der
auch ein SPÖ-Mandat im Kollegium bekleidet, sich bisher noch nicht an
den für die Verhandlungen zuständigen Wiener Landeshauptmann Häupl
gewandt hat. Damit ist ja wohl der Beweis erbracht, dass es überhaupt
keine Überparteilichkeit gibt, sondern hier bloß das Geschäft der SPÖ
mit den ewig dumpfen und diffusen Beschuldigungen gegenüber der
Bundesregierung erledigt werden soll", kritisierte die
Fraktionsvorsitzende.
Strobl schlägt für die Tagung der angeblich überparteilichen
Plattform folgende Tagesordnung vor:
Thema: Die Verantwortung Wiens für seine Schulen
-) Schulqualität
-) Generalsanierung seit 1998 verschleppt
-) Bauzustand vieler Schulen tlw. katastrophal
-) Ein Schulentwicklungsplan fehlt
Stundenreduktion
Die Stundenreduktion habe Wien im Pflichtschulbereich 173 freie
Dienstposten gebracht. Da alle freigewordenen "Stunden" (6.730) in
Wien verblieben, könnten damit Zusatzangebote geschaffen werden.
Warum werden dann in Wien unverbindliche Übungen gestrichen? Wo sind
die Lehrer, wo sind die Stunden?
Ausländerintegration
Wien betreibe ein überholtes Modell der Sprachintegration in der
Schule. Fast überall im Ausland würden Schüler bereits im
vorschulischen Bereich mit der Landessprache vertraut gemacht und
dann erst eingeschult. Wien hätte die Möglichkeit im letzten
Kindergartenjahr, das für alle Kinder gratis angeboten werden sollte,
eine derartige sprachliche Vorschulung faktisch flächendeckend
anzubieten.
Ganztägige Schulen
Wien habe 357 öffentliche Pflichtschulen. In nur 90 Schulen gebe es
eine ganztägige Betreuung. Ganztägige Schulen seien Angelegenheit des
Landes Wien. Während an den vom Bund betreuten Schulen (Gymnasien)
das ganztägige Angebot 100 % beträgt, fehlen in Wien tausende
Betreuungsplätze im Pflichtschulbereich.
Familienförderung/Jugendwohlfahrt
"Im Ressort für die Familienförderung wurden im letzten Jahr 7 Mio.
EUR eingespart! Das Geld würde aber dringend für die Jugendwohlfahrt
gebraucht, die sich verstärkt um Kinder und deren familiären Umfeld
mit sozialen Problemen kümmern sollten", betonte Strobl. Statt dessen
bediene sich das Land Wien aus den für Wien zugeteilten
Landeslehrern. 300 Lehrer würden alleine zur Ergänzung im Bereich der
Erziehung verwendet. Diese Lehrer und viele andere überdenkenswerte
Sonderverwendungen fehlen dann im Regelunterricht.
Senkung der Klassenschülerzahl
"Wenn man alle Maßnahmen genau durchrechnet und eine vernünftige
Verteilung der Lehrer vornimmt, dann kann man mit den von
Landeshauptmann Häupl vereinbarten Lehrer-Schülerzahlen, die
Klassenschülerzahl problemlos auf 22 senken", so Strobl abschließend.
OTS0106 2004-10-08/11:12
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