- 06.10.2004, 09:23:47
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MA 39: 125 Jahre im Dienste der Bauwirtschaft
Festakt am 7.10. im Schloss Neugebäude - Tag der offenen Tür am 8.Oktober zwischen 10.00 und 14.00 Uhr
Wien (OTS) - Vorausblickend agierte der Wiener Mandatar Dr. Ritter
von Gunesch vor mehr als 125 Jahren, als er den Antrag auf
Installierung einer "Städtischen Probirstation für hydraulische
Kalke" im Gemeinderat stellte. 125 Jahre später stellt sich die
Versuchs - und Forschungsanstalt der Stadt Wien (MA 39) als modernes,
europaweit anerkanntes Prüf- und Messzentrum dar. Übrigens: Kommenden
Freitag (8.10.) öffnet die MA 39 ihre Labore und Abteilungen für
einen Tag der offenen Türe (11., Rinnböckstrasse 15). Tags davor
findet ein Festakt im Schloss Neugebäude statt.
Am Anfang stand der "hydraulische Kalk"
Damals, im späten 19. Jahrhundert, herrschte in der ehemaligen
Reichs- und Residenzstadt ein Bauboom ohne Vergleich: Wien legte
seine mittelalterlichen Strukturen beiseite und bereitete sich auf
die Moderne vor. Das Bindemittel Kalk wurde in jener Zeit massenhaft
eingesetzt: Objektive Qualitätsprüfungen im Baustoffbereich, noch
dazu im Dienste der Kommune, war damals eine Neuerung. Die
Grundausrichtung ist seither gleich geblieben: Der Kommune, aber auch
anderen Kunden, seien sie private "Häuslbauer" oder Unternehmen in
der Baubranche, ein verlässlicher Partner in Sachen Qualität und
Kontrolle zu sein. Freilich, die "Third Party Control" umfasst heute
weit mehr Bereiche, als Gunesch und seine Zeitgenossen sich je haben
vorstellen wollen: Die Versuchs- und Forschungsanstalt der Stadt Wien
prüft gegenwärtig Metalle, Glas und Brandschutzmöglichkeiten ebenso,
wie sie Baustoffe chemisch unter die Lupe nimmt und
Lärmschutzmessungen vornimmt. Darüber hinaus sitzen viele Experten
dieser Dienststelle in -zig Fachausschüssen und Ö-Norm-Beiräten. Im
Jahr 1880 siedelte die Anstalt, die kurze Zeit Am Hof untergebracht
war, ins Neue Rathaus, wo sie mit immer geringeren Anteilen fast 100
Jahre, genau bis 1975 , untergebracht war.
Viele Adressen bis 1975
Vor allem nach 1918, als im "Roten Wien" es wieder zu
umfangreichen Bautätigkeiten im kommunalen Sektor kam, erweiterte
sich auch zunehmend die Prüfagenden der Versuchsanstalt. Im Jahr 1928
wurde ein erstes chemisch-technisches Labor bei den Gaswerken in
Simmering eröffnet. Nach Kriegsende im Jahr 1945 erlebte die
Entwicklung von Verfahren zur Wiederverwendung von Trümmerwerk,
Bauschutt und alten, verformten Trägern, sowie die Überprüfung
bomben- und brandgeschädigter Bauteile und - werke einen "Boom". Die
Suche nach geeigneten Versuchs- und Forschungsplätzen sollte die
Dienststelle noch deslängeren begleiten: Im Jahr 1975 wurde in der
Rinnböckstrasse in Simmering eine neue Zentrale errichtet, die im
Laufe der nächsten Zeit von weiteren Stellen der Dienststelle
besiedelt wurde. Die letzte Außenstelle der "39er" - eine
Brandversuchshalle - befand sich bis in die späten 70er Jahre bei der
Wagramer Strasse.
Stolz auf europäischen Rang
Auch intern modernisierte sich die Abteilung: Sie ist sowohl vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit als auch vom
Österreichischen Institut für Bautechnik akkreditiert und in Brüssel
notifiziert, was zur Folge hat, dass Prüfzeugnisse der MA 39 in der
gesamten EU gelten. Im Jahr 2001 wurde noch die WIEN-ZERT als Amt der
Wiener Landesregierung gegründet, welche für die Vergabe des
CE-Zeichens zuständig ist. Im folgenden Jahr wurde die
Zertifizierungsstelle gleichfalls in Brüssel notifiziert. Ebenso
konnte die Versuchs- und Forschungsanstalt der Stadt Wien im November
2002 das ÖQS-Zertifkat über das Qualitätsmanagementsystem für die
gesamte Abteilung entgegennehmen. Der Mandatar Ritter von Gunesch
würde sich heute jedenfalls die Augen reiben. (Schluss) hch
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