91 Prozent der Konsumenten fordern unabhängige Beratung

Gallup-Studie bestätigt den massiven Wunsch der Konsumenten nach unabhängiger Versicherungsberatung und eindeutiger Unterscheidung der Vermittler

Wien (OTS) - Wie das Österreichische Gallup Institut im Auftrag
des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungs-angelegenheiten in der Wirtschaftskammer Österreich in einer soeben fertig gestellten Studie feststellt, äußern 91 Prozent der befragten Österreicher den Wunsch nach unabhängiger Versicherungsberatung. "Vor dem Hintergrund steigender Bedeutung von privater Vorsorge ist es dem Konsumenten sichtlich wichtig, eine eindeutige Unterscheidung der Vermittler vorzunehmen sowie eine unabhängige Beratung zu erhalten" bestätigt Fachverbandsobmann Dr. Michael Drechsler das Ergebnis der regelmäßig durchgeführten Marktstudie und setzt damit ein Zeichen an die Bundesregierung.

Die österreichischen Konsumenten wollen auch in Zukunft eindeutig wissen, mit wem sie es beim Abschluss einer Versicherung zu tun haben: einem unabhängigen oder einem firmengebundenen Versicherungsvermittler. Wie das Österreichische Gallup Institut im Auftrag des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten in der Wirtschaftskammer Österreich in einer soeben fertig gestellten Studie feststellt, äußern 91 Prozent der in ganz Österreich befragten Konsumenten die Wichtigkeit dieser Unterscheidung. Damit erteilen sie den Plänen der österreichischen Bundesregierung, in der bevorstehenden nationalen Umsetzung der EU-Versicherungsvermittlungs-Richtlinie die Unterscheidung zwischen den Versicherungsvermittlern stark zu verwässern, eine eindeutige Absage. Die Ablehnung ist in allen Alters-, Einkommens- und Berufsgruppen quer durch Österreich einhellig.

Drechsler: Klarer Auftrag an Gesetzgeber

"Das Ergebnis dieser Studie ist ein klarer Auftrag an den Gesetzgeber," unterstreicht Fachverbandsobmann Dr. Michael Drechsler die Bedeutung der Umfrage. "Die Österreicher wollen auch in Zukunft unterscheiden können, wer in welcher Eigenschaft eine Versicherung vermittelt und damit auch die Verantwortung und die Haftung übernimmt."
Schon jetzt können die Konsumenten schwer unterscheiden, welchen Status der Versicherungsmittler hat. Nur etwa ein Viertel der Befragten fühlt sich ausreichend informiert und kann die Vermittlertypen korrekt definieren:

Versicherungsvertreter

Er ist Angestellter eines bestimmten Versicherungsunternehmens. Zur Ausübung seiner Tätigkeit wird keine spezielle Ausbildung vorgeschrieben. Er ist dem Versicherungs-unternehmen gemäß Angestelltengesetz verantwortlich.

Versicherungsagent:

Er ist selbstständig und vertreibt Produkte einer oder mehrerer Versicherungen, an die er vertraglich gebunden ist. Er ist Erfüllungsgehilfe des jeweiligen Versicherungsunternehmens und diesem verantwortlich.

Versicherungsmakler:

Er ist selbstständig, unabhängig und muss gemäß Maklergesetz seinem Kunden eine objektive Risikoanalyse bieten und ausgewogenen Rat erteilen. Der unabhängige Makler muss den bestmöglichen Versicherungsschutz vermitteln und ist rechtlich dem Kunden verpflichtet.

Appell an Bundespolitik um sorgfältigen Konsumentenschutz

"Insbesondere wenn es um den Abschluss von Pensions- bzw. Gesundheitsvorsorge-versicherungen geht, ist für 84 Prozent der Konsumenten eine unabhängige Beratung von enormer Bedeutung" unterstreicht Rudolf Mittendorfer, Konsumentensprecher im Fachverband der Versicherungsmakler die Ergebnisse der Gallup-Umfrage und stellt fest, dass 76 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen davon überzeugt sind, dass die private Pensions- und Gesundheitsvorsorge in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Angesichts dieser aktuellen Studienergebnisse appelliert der Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten an die Bundesregierung, die Wünsche der Konsumenten bei der nationalen Umsetzung der EU-Versicherungsvermittlungs-Richtlinie zu berücksichtigen und eine klare und transparente Trennung der Gewebe vorzunehmen. "Der vorliegende Entwurf verschleiert dem Konsumenten die Identität seines Beraters. Hinter einer gesetzlichen Nebelwand gedeihen "Vermittlerchamäleons", die situativ zwischen abhängiger und unabhängiger Beratung wechseln können" entrüstet sich Mittendorfer. "Was kompliziert klingt, ist es auch und für den Konsumenten nicht einfach nachvollziehbar - eventuell erst bei Haftungsansprüchen in einem Schadensfall" meint der Konsumentensprecher.

Der Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten lehnt den vorliegenden Gesetzesentwurf strikt ab und fordert das Parlament auf, die in Österreich lange bewährte und von den betroffenen Berufsgruppen wie den Konsumenten gewünschte Berufsbezeichnung zu respektieren. Die vorgeschlagene Gesetzes-Regelung würde statt Transparenz am Markt zu mehr Intransparenz führen und letztlich den Kunden mehr verwirren als nützen. Laut Studie ist 81% der Befragten wichtig, unterscheiden zu können, mit welchem Vermittler er den Vertrag abschließt.

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Dr. Michael Drechsler
Tel.: 0650 2248548
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