ÖGB-Csörgits: Betreuungsangebot ungenügend

Csörgits zu Betriebskindergärten: Gut gemeint aber nicht durchdacht - Gemeinden nicht aus ihrer Verantwortung entlassen

Wien (ÖGB). (OTS) - "Auch Haubners statistische Tricks können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Kinderbetreuungsangebot in Österreich ungenügend ist", kritisiert ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits anlässlich der heute, Montag, von Sozialstaatssekretärin Ursula Haubner vorgestellten Bedarfsstudie zu Kinderbetreuungsplätzen. ++++

Die Defizite beim Betreuungsangebot insbesondere für Kinder unter drei Jahren sind alarmierend: Für nur neun Prozent gibt es einen Betreuungsplatz. EU-weit liegt Österreich damit an vorletzter Stelle. Bei der Betreuung von Kindern bis zu zwei Jahren gibt es sogar einen Rückgang. Durch fehlende Krippenplätze wird der Wiedereinstieg nach der Karenzzeit verunmöglicht. "Hier mangelt es deutlich am politischen Willen, die Erwerbstätigkeit von Frauen zu fördern," sagt Csörgits.

Kritik übt Csörgits auch an der Forderung von Frauenministerin Rauch-Kallat nach mehr Betriebskindergärten. "Die Unternehmen aufzufordern, sich für mehr Betriebskindergärten zu engagieren, ist gut gemeint, aber wir müssen berücksichtigen, dass es in Österreich mehrheitlich Klein- und Mittelunternehmen gibt, wo ein Betriebskindergarten nicht machbar ist. Der Hinweis auf Betriebscluster ist nichts als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Gemeinden dürfen in Punkto Kindergärten nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden."

Die ÖGB.Frauen fordern die Schaffung eines flächendeckenden Angebots an Kinderbetreuung, insbesondere bei der Kleinkinderbetreuung sowie bei der Nachmittagbetreuung von Schulkindern. "Der Bund muss mehr Mittel in die Hand nehmen um die Betreuungseinrichtungen auszubauen", so Csörgits abschließend. (bm)

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ÖGB, 4. Oktober 2004 Nr. 619

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