- 04.10.2004, 11:07:26
- /
- OTS0073 OTW0073
2. Abtenauer Management-Gespräch: Der Wiener Nobelpreis-Kandidat und 30 Firmenchefs beim Abtenauer Consulter Georg Bachler: "Spitzenleistung bringt Quantensprünge."
Quantenphysiker Zeilinger: "Spitzen-Unis entscheiden unsere Zukunft"
Abtenau (OTS) - Seine mögliche Nominierung für den
Physik-Nobelpreis bagatellisiert der Wiener Quantenphysiker Anton
Zeilinger als Zeitungsente; auch die Frage lässt ihn kühl, ob die
Quantenphysik den Lieben Gott als Würfelspieler enttarnt hat oder
nicht - aber bei der Frage, wie Österreich künftig in der globalen
wissengetriebenen Gesellschaft überleben soll, wurde Zeilinger bei
den 2. Abtenauer Management-Gesprächen am Wochenende beschwörend
eindringlich: "Die Zukunft unserer Gesellschaft liegt im Wissen. Und
für diesen globalen Wettbewerb brauchen wir Spitzen-Unis."
Zeilinger präzisierte seine - von der Politik soeben aufgegriffene
- Idee in Abtenau: Europas Unis fehle es an Flexibilität - ob es um
Kooperationen mit der Wirtschaft gehe oder um die Suche nach den
besten Köpfen ("statt nach den besten Spezialisten für einen Job").
In einer gemischten Finanzierung bleibe die Freiheit der Forschung
erfahrungsgemäß erhalten; Konkurrenz belebe das Geschäft unter den
Unis statt die "durchschnittlichen" zu benachteiligen.
Nun müsse man die besten Köpfe auch unter den Studenten
identifizieren - und das geschehe am besten, indem man den bisher
ungeregelten Zugang zu den Unis nach etwa dem ersten Studienjahr
durch strikte Leistungskontrollen einenge.
Peter Brabeck und Anton Zeilinger als Key Speaker
Der Consulter Georg Bachler will mit diesen Gesprächen Status und
Zukunft erfolgreichen Managements abstecken. Hatte vor einem Jahr
Nestlé -Chef Peter Brabeck Business-Spitzenleistung als
Überlebens-Package dargestellt, fanden Bachlers Gäste - mehr als 30
Firmenchefs - diesmal die Bedingungen für Spitzenleistung als
überzeugende Parallelen zwischen Quantenphysik, Spitzenmanagement und
Buddhismus wieder. Rücksicht im Umgang mit Umwelten aller Art wurde
in Abtenau als Spitzenleistung erfolgreichen, an Werten orientierten
Wirtschaftens diskutiert.
So hielt Zeilinger sein Plädoyer für äusserste Sorgfalt,
Genauigkeit und Leistungsbereitschaft am Ende im Denkgebäude des
Buddhismus: Faszinierend sein Dialog mit Gerd Schachenhofer (CEO beim
Vorarlberger Entsorgungs-Multi Häusle), der die unwahrscheinliche
Erfolgsgeschichte seines Unternehmens analysiert hatte: Der
Vorarlberger Firmen-Manager und der Wiener Wissens-Manager fanden
sich zunächst auf einer Ebene ("Man muss tatsächlich alle
Denkgewohnheiten und Voraussetzungen wieder und wieder überprüfen -
dann wird sogar das bisher Undenkbare möglich").
Darauf setzte Helmut Gassner, buddhistischer Mönch und Dolmetscher
des Dalai Lama, die gemeinsame Klammer: "Leistung und Würde bedingen
einander. Was sie hier beschrieben haben, sind buddhistische
Prinzipien: Äusserste Genauigkeit im Umgang mit der Umwelt beginnt
schon mit der Frage, ob wir uns auf die eigene Wahrnehmung verlassen
können." Anders gesagt: Schon das bloße Hinschauen beeinflusst das
Thema - genau wie in der Quantenphysik das beobachtende Licht das
beobachtete Lichtquantum verändert.
"Beamen? Wir sind schon so weit."
Das Thema Wahrnehmung und ihre Folgen beschäftigte griechische
Philosophen und Quantenphysiker gleichermaßen: Lichtquanten als
Materie und Energiewelle gleichzeitig begreifen zu können, setzte
völliges Umdenken voraus, sagte Zeilinger. Und erst heute könne man
mit den (in Wien erstmals gelungenen) Experimenten der Teleportation
("Beamen") von Quanten beweisen, dass die einst belächelte Idee
richtig ist. Zeilinger: "Das wird die Informationstechnologie in
ungeahntem Ausmaß revolutionieren. Wir sind schon so weit."
Gerd Schachenhofer hatte zuvor eine geradezu paradoxe
Erfolgsgeschichte seines Unternehmens (Häusle) als Quantensprung
vorausblickenden Managements präsentiert: Vom bloßen Müllkutscher zum
Ressourcenmanager, der eine halbe Million Tonnen Müll in Form von
Wertstoffen wieder in den Wirtschaftkreislauf zurückführt.
Hochprofitabel bei einer Weltklasse-Recycling-Quote von 95%. Wie das
lief? "Umdenken", sagte Schachenhofer. "Nicht mehr einzelne
Auftraggeber, sondern die Umwelt als Kunden begreifen. Nicht mehr
gegen den Mitbewerb, sondern mit ihm auftreten. Die Leute selbständig
arbeiten lassen, Spitzenleistung fordern und Fehler als Chance
nützen." Ergebnis: Geringere Kosten für alle Kunden, höhere Erträge
für alle im Häusle-Team zusammengeschlossenen Konkurrenten.
Die Referate sind abzurufen unter http://www.bachler-team.at
OTS0073 2004-10-04/11:07
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF






