ÖAMTC will den Schilderwald auf Österreichs Straßen lichten

Europaweite Erhebung soll Probleme durch Verkehrszeichen orten und ausräumen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Den Schilderwald entforsten und lichten. Das ist das Ziel einer europaweiten Verkehrszeichen-Studie, die der ÖAMTC dieser Tage mit seinen Schwesterclubs startet. In 14 Ländern wird in Telefon- und Internetbefragungen erhoben, wo die Problematik von Beschilderung und Wegweisung liegt. Auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/ kann man beim Voting mitmachen. "Die Autofahrerclubs wollen gemeinsam auf breiter Basis analysieren, wo es nach Ansicht der Verkehrsteilnehmer Verbesserungspotenzial gibt", sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. Geprüft wird auch eine europaweite Standardisierung von Verkehrszeichen.

"Der ÖAMTC ist der Ansicht, dass der Straßenraum zum Teil mit unnötigen Verkehrsschildern überfrachtet ist. Dabei besteht die Gefahr für die Verkehrssicherheit, dass die tatsächlich wichtigen Ge-und Verbote einfach übersehen werden", sagt Michalek. Überfrachteter Straßenraum hat erhöhtes Unfallrisiko zur Folge. Es ist dem Fahrer praktisch unmöglich mehr als drei Verkehrszeichen gleichzeitig wahrzunehmen und zu erkennen, auch wenn sie beim Annähern mehr als zwei Sekunden im Sichtbereich liegen. Der Fahrer macht sein Verhalten primär von der wahrgenommenen Gesamtsituation und erst in zweiter Linie von Verkehrszeichen abhängig. Vor allem Verkehrszeichen, die als "Schildbürger-Streiche" auf der Straße betrachtet werden, erhitzen die Gemüter.

Die StVO in Österreich sieht vor, dass nicht mehr als zwei Verkehrszeichen auf einer Anbringungsvorrichtung montiert sein dürfen, eventuelle Zusatztafeln zählen nicht extra. Ausnahmen von der Zählregel gelten bei Ortstafeln und Kurzparkzonen. Die ÖAMTC-Experten beobachten aber immer wieder eine Umgehung der Bestimmungen: Es werden unmittelbar nebeneinander mehrere Verkehrszeichen-ständer aufgestellt, auf denen dann in Summe weit mehr Tafeln angeschraubt sind. Der Club verlangt daher, dass in einem gewissen Bereich - zur Diskussion stehen etwa 20 Meter - nicht mehr als zwei Kundmachungen angebracht sein dürfen. Wo es möglich ist, sollten auf Zusatztafeln so oft wie möglich Zeichen (z.B. Pfeile) anstelle von Texten (z.B. "Anfang", "Ende", "von" "bis", "für" "außer") verwendet werden. "Diese Texte sind für nicht-deutschsprachige Straßenbenützer oft unverständlich, es werden daher Übertretungen provoziert", sagt Michalek.

Die "RoadSigns"-Erhebung wird von Anfang Oktober bis Mitte Dezember im Rahmen der Testreihe "EuroTest" durchgeführt. Die Experten des ÖAMTC und seiner Schwesterclubs wollen unter anderem wissen, ob die Verkehrsteilnehmer wegen unklarer Beschilderung schon in gefährliche Situationen geraten sind. Wann werden Verkehrszeichen als überflüssig empfunden und wie finden sich Autofahrer mit der Beschilderung im Ausland zurecht? Auch zu einer europaweiten Vereinheitlichung der Verkehrschilder - was etwa Symbole oder Größe angeht - werden die Verkehrsteilnehmer befragt. Auf die Analysen sollen dann Taten folgen: "Verkehrszeichen müssen leicht verständlich sein. Sie dürfen nicht zu knapp aufeinander folgen und keinesfalls im Widerspruch zueinander stehen. Dazu soll der Schilderwald mit Maß und Ziel und im Sinne der Verkehrssicherheit entrümpelt werden", erklärt der ÖAMTC-Experte die Zielsetzung des Projekts.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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