• 04.10.2004, 09:59:58
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ÖAMTC will den Schilderwald auf Österreichs Straßen lichten

Europaweite Erhebung soll Probleme durch Verkehrszeichen orten und ausräumen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Den Schilderwald entforsten und lichten. Das
ist das Ziel einer europaweiten Verkehrszeichen-Studie, die der ÖAMTC
dieser Tage mit seinen Schwesterclubs startet. In 14 Ländern wird in
Telefon- und Internetbefragungen erhoben, wo die Problematik von
Beschilderung und Wegweisung liegt. Auf der Homepage des Clubs unter
http://www.oeamtc.at/ kann man beim Voting mitmachen. "Die
Autofahrerclubs wollen gemeinsam auf breiter Basis analysieren, wo es
nach Ansicht der Verkehrsteilnehmer Verbesserungspotenzial gibt",
sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. Geprüft wird auch eine
europaweite Standardisierung von Verkehrszeichen.

"Der ÖAMTC ist der Ansicht, dass der Straßenraum zum Teil mit
unnötigen Verkehrsschildern überfrachtet ist. Dabei besteht die
Gefahr für die Verkehrssicherheit, dass die tatsächlich wichtigen Ge-
und Verbote einfach übersehen werden", sagt Michalek. Überfrachteter
Straßenraum hat erhöhtes Unfallrisiko zur Folge. Es ist dem Fahrer
praktisch unmöglich mehr als drei Verkehrszeichen gleichzeitig
wahrzunehmen und zu erkennen, auch wenn sie beim Annähern mehr als
zwei Sekunden im Sichtbereich liegen. Der Fahrer macht sein Verhalten
primär von der wahrgenommenen Gesamtsituation und erst in zweiter
Linie von Verkehrszeichen abhängig. Vor allem Verkehrszeichen, die
als "Schildbürger-Streiche" auf der Straße betrachtet werden,
erhitzen die Gemüter.

Die StVO in Österreich sieht vor, dass nicht mehr als zwei
Verkehrszeichen auf einer Anbringungsvorrichtung montiert sein
dürfen, eventuelle Zusatztafeln zählen nicht extra. Ausnahmen von der
Zählregel gelten bei Ortstafeln und Kurzparkzonen. Die ÖAMTC-Experten
beobachten aber immer wieder eine Umgehung der Bestimmungen: Es
werden unmittelbar nebeneinander mehrere Verkehrszeichen-ständer
aufgestellt, auf denen dann in Summe weit mehr Tafeln angeschraubt
sind. Der Club verlangt daher, dass in einem gewissen Bereich - zur
Diskussion stehen etwa 20 Meter - nicht mehr als zwei Kundmachungen
angebracht sein dürfen. Wo es möglich ist, sollten auf Zusatztafeln
so oft wie möglich Zeichen (z.B. Pfeile) anstelle von Texten (z.B.
"Anfang", "Ende", "von" "bis", "für" "außer") verwendet werden.
"Diese Texte sind für nicht-deutschsprachige Straßenbenützer oft
unverständlich, es werden daher Übertretungen provoziert", sagt
Michalek.

Die "RoadSigns"-Erhebung wird von Anfang Oktober bis Mitte
Dezember im Rahmen der Testreihe "EuroTest" durchgeführt. Die
Experten des ÖAMTC und seiner Schwesterclubs wollen unter anderem
wissen, ob die Verkehrsteilnehmer wegen unklarer Beschilderung schon
in gefährliche Situationen geraten sind. Wann werden Verkehrszeichen
als überflüssig empfunden und wie finden sich Autofahrer mit der
Beschilderung im Ausland zurecht? Auch zu einer europaweiten
Vereinheitlichung der Verkehrschilder - was etwa Symbole oder Größe
angeht - werden die Verkehrsteilnehmer befragt. Auf die Analysen
sollen dann Taten folgen: "Verkehrszeichen müssen leicht verständlich
sein. Sie dürfen nicht zu knapp aufeinander folgen und keinesfalls im
Widerspruch zueinander stehen. Dazu soll der Schilderwald mit Maß und
Ziel und im Sinne der Verkehrssicherheit entrümpelt werden", erklärt
der ÖAMTC-Experte die Zielsetzung des Projekts.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

OTS0050    2004-10-04/09:59

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