GMT unterstützt westdeutsche Textil/Bekleidungs-Beschäftigten

Gegen Flexibilisierung zum Nulltarif

Wien (GMT/ÖGB) - Die westdeutschen Textil- und Bekleidungs-Arbeitgeber wollen bei den aktuellen Tarifverhandlungen Flexibilisierung zum Nulltarif und Verlagerung von Tarifvertragsbestimmungen in die Betriebe. Heute, Samstag, organisiert die IG Metall deshalb eine Großdemonstration in Hameln.++++

Die Gewerkschaft Metall-Textil (GMT) bestätigt in einer Solidaritätsadresse an die westdeutschen KollegInnen ähnliche Diskussionen in Österreich:
"Die Gewerkschaft Metall-Textil unterstützt die KollegInnen in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie in ihrem Kampf für faire Löhne, faire Arbeitsbedingungen und die Aufrechterhaltung der Tarifverträge auf Branchenebene.
Auch in Österreich wird über die sogenannte Flexibilisierung der Arbeitszeiten diskutiert. Wir lehnen das nicht kategorisch ab. Wir sagen aber sehr wohl ganz kategorisch, dass längere Arbeitszeiten bei gleichzeitigen Lohnkürzungen unter dem Deckmantel der Flexibilisierung mit uns nicht zu machen sind. Denn Flexibilisierung darf keine Einbahnstraße sein, sie muss beiden Partnern Vorteile bringen - nicht nur den Unternehmern."

Die Arbeitgeber der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie wollen - neben der Flexibilisierung zum "Nulltarif" - auch noch wichtige Punkte, die in Tarifverträgen festgehalten sind, auf die betriebliche Ebene verlagern. Sie wollen z.B. in den Betrieben vereinbaren können, dass Weihnachts- oder Urlaubsgeld ausgesetzt werden. Die IG Metall lehnt das ganz klar ab - und auch die GMT sieht darin große Gefahren: Die Beschäftigten in den Betrieben wären dann ständig mit der Angst bzw. der Androhung von Jobverlusten konfrontiert, wenn sie nicht auf immer mehr Dinge verzichten. "Das ist eine Tür, die nicht geöffnet werden darf, denn sie führt die ArbeitnehmerInnen geradewegs in die Ausbeutung," heißt es in der Botschaft der GMT.

Die Gewerkschaft Metall-Textil unterstützt daher den Kampf der deutschen KollegInnen für gerechte Löhne, ordentliche Arbeitsbedingungen und faire Verhandlungen.

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GMT-Presse, Nani Kauer,
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ÖGB, 2. Oktober 2004 Nr. 616

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