- 01.10.2004, 12:47:26
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BS Gewerbe und Handwerk verlangt Belastungsstopp durch hohe Strompreise
Forderungen: Durchleitungstarife sofort senken - mehr Transparenz bei Preisgestaltung
Wien (PWK689) - Eine "bedenkliche Situation" am Energiesektor
ortete, heute, Freitag, der Obmann der Bundessparte Gewerbe und
Handwerk, Georg Toifl, im Rahmen der Konjunkturpressekonferenz der
Sparte. Die Strompreiserhöhungen hätten ein Niveau erreicht, das die
positive Trendwende bei der Ertragslage fast wieder aufgefressen
habe. Innerhalb eines Jahres ist der reine Arbeitspreis um bis zu 25
Prozent gestiegen, verweist Toifl auf Zahlen die sein Unternehmen
betreffen. Ein durchschnittlicher Kleingewerbebetrieb mit einem
Verbrauch von 30.000 Kilowattstunden pro Jahr seit heuer bereits mit
erhebliche Mehrkosten konfrontiert, die er nicht an seine Kunden
weitergeben könne. "Als Mittelstand liefern wir den größten Anteil an
Ertragssteuern ab. Bei den Energiepreisen sind die kleinen und
mittleren Betriebe nun ebenfalls am meisten betroffen", so Toifl.
Wahlmöglichkeiten seien de facto nicht gegeben. Der Gewerbe-Obmann
nannte als Beispiel die Argumentation eines großen deutschen
Stromanbieters, der Gewerbekunden erst ab einem Stromverbrauch von 3
Mio. kWh nach Österreich beliefere. Zum Vergleich: Der
durchschnittliche Gewerbebetrieb verbraucht 20.-30.000 kWh pro Jahr.
In Hinblick auf die kommenden Lohnrunden sei jedenfalls zu
befürchten, dass die Gewerkschaft die steigenden Energiepreise bei
den Lohnforderungen anführen werde und damit die Gewerbe- und
Handwerksbetriebe "doppelt die Zeche zahlen müssen".
Keine Grundlage für die steigenden Strompreise sieht Toifl in dem
oftmals angeführten steigenden Strompreis: "70 Prozent unserer
Energie kommen aus Wasserkraft. Es gibt also keine Notwendigkeit sich
bei der Preisgestaltung an den Ölpreisen zu orientieren." Auch die
Ökostomzuschläge seien im Vergleich mit Europa weit überhöht.
Insgesamt werde die Liberalisierung am Energiemarkt durch die seit
1996 stetig angewachsene Energiebagabe aufgefressen: Während die
Einnahmen im Zeitraum 1996-1999 rund 395 Mio. Euro p.a. für den
Finanzminister betrugen liegen diese 2004 bei 950 Mio. Euro p.a.
Die Forderungen des Gewerbes zielen dabei auf drei Bereiche: "Es
besteht dringender Handlungsbedarf. Die Durchleitungstarife müssen
sofort sinken. Darin liegt der Schlüssel um die Preissituation in den
Griff zu bekommen", unterstreicht der Geschäftsführer der
Bundessparte, Helmut Heindl. Die Absenkung müsse sich im
zweistelligen Bereich bewegen. Die Energieunternehmen müssten auch zu
mehr Transparenz kommen, die Stromrechnungen seien inzwischen an
"Kompliziertheit nicht mehr zu überbieten". Zudem gelte es zu einer
vernünftigen Förderung erneuerbarer Energien zu kommen. (us)
OTS0174 2004-10-01/12:47
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