• 01.10.2004, 12:01:23
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Zahl der Beschäftigten über 45 nimmt ständig zu Heimische Betriebe sind darauf nur schlecht vorbereitet

Linz (OTS) - In zehn Jahren sind die über 45-Jährigen mit 38,3
Prozent die größte Gruppe der Erwerbstätigen in Oberösterreich. Im
Jahr 2015 werden um 28.000 weniger Arbeitskräfte im Alter unter 40
Jahren zur Verfügung stehen. Die Zahl der über 40-Jährigen wird
hingegen um 61.000 zunehmen. Die meisten Betriebe sind auf diese
Entwicklung nicht beziehungsweise nur schlecht vorbereitet.

"Die Arbeitabläufe sind so organisiert, als würden die
Beschäftigten nicht älter", erklärte AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer bei der Prä-sentation der Studie
"Alter-Arbeit-Anerkennung". Weiterbildungsangebote orientieren sich
primär an den Bedürfnissen der jüngeren Mitarbeiter/-innen. Hohe oder
einseitige Belastungen sind auf Dauer nicht zu bewältigen und führen
mit zunehmendem Alter zu extremen Verschleißerscheinungen. Ältere
laufen Gefahr, mit neuen Entwicklungen nicht mehr Schritt halten zu
können. Deshalb muss bereits bei Jüngeren darauf geachtet werden,
dass sie auch mit zunehmendem Alter gesund, motiviert und
leistungsfähig bleiben.

Ziel der von der Arbeiterkammer und dem Land Oberösterreich
geförder-ten repräsentativen Arbeitnehmer/-innenbefragung durch das
Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung war, von den
Beschäftigten selbst Informationen über die betrieblichen Bedingungen
zu erhalten, die es älteren Arbeitnehmer/-innen ermöglichen,
einerseits leistungsfähig und andererseits motiviert bis zum
Pensionsantritt zu arbeiten. Als "alterskritisch" wurden dabei
besonders der Erhalt und die Weiterentwicklung der Qualifikationen,
die Gesundheit und die Motivation angesehen.

Große Unterschiede klaffen zwischen der konkreten und der
gewünschten Situation am Arbeitsplatz: Bei der Anerkennung und
Honorierung der geleisteten Arbeit, bei den beruflichen Perspektiven,
beim Thema Gesundheit am Arbeitsplatz und beim persönlichen
Handlungsspielraum gibt es viel Verbesserungsbedarf. Mit zunehmendem
Lebensalter kommt der Arbeitsplatzsicherheit eine größere Bedeutung
zu.

Um die Situation älterer Arbeitnehmer/-innen am heimischen
Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern beziehungsweise die
Beschäftigungsquote Älterer anheben zu können, müssen aus Sicht der
Arbeiterkammer Oberösterreich die wesentlichen innerbetrieblichen
Voraussetzungen in den Bereichen Qualifikation, Motivation und
persönliche Entwicklungsmög-lichkeiten für eine gute Arbeitsleistung
über alle Altersstufen hinweg erfüllt sein.

Besonders wichtig ist es, Verbesserungen für einzelne
Berufsgruppen zu finden, die während der gesamten Dauer ihres
Arbeitslebens unter starken Arbeitsbelastungen leiden. Dazu gehören
zum Beispiel die Bauberufe, die Schichtarbeit, die Gastronomieberufe,
die Pflegeberufe usw.

Rund 25 Prozent der in der Studie Befragten sind überzeugt, dass
man in Österreich am Arbeitsmarkt schon mit 40 zum alten Eisen zählt.

OTS0138    2004-10-01/12:01

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