- 01.10.2004, 11:32:03
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Kärntner Umwelt-Know-how gefragter Exportartikel
LR Rohr: Große Chancen für kleinere und mittlere Unternehmen - ICNW verbindet 9.500 Gemeinden in Europa mit hundert Millionen Einwohnern
Klagenfurt (LPD) - Ob Wasserversorgungsprojekte in Kirgisien oder
der Ukraine, ob Abfallwirtschaftsprojekte in der Mongolei -
Umwelt-Know-how aus Kärnten ist weltweit gefragt. Und im
EU-geförderten "International Communal Network" (ICNW) ist Kärnten
projektführend im Infrastrukturbereich Wasser, Abwasser,
Abfallmanagement und Energie. Für die heimische Wirtschaft ergeben
sich aus dieser Initiative enorme Chancen. Das ICNW umfasst derzeit
9.500 Gemeinden aus 13 europäischen Staaten mit rund hundert
Millionen Einwohnern. Im kommenden Jahr wird Kärnten Austragungsort
einer großen ICNW Wirtschaftskonferenz werden.
Derzeit befindet sich die Projektgruppe für Umwelt auf einem
zweitägigen Arbeitsbesuch in Kärnten. Neben einem intensiven
Schulungsprogramm und dem Kennen lernen von Abfallwirtschaftssystemen
mehrerer Kärntner Gemeinden stehen Exkursionen zu Kläranlagen und
eine Besichtigung der weltweit modernsten und erst vor wenigen Tagen
in Betrieb genommenen Müllverbrennungsanlage in Arnoldstein auf dem
Programm. Dabei steht vor allem die Umwandlung der aus Abfall
gewonnenen Energie in Fernwärme und Strom im Mittelpunkt der Experten
aus den Partnerländern.
Für Umwelt-, Gemeinde- und Energiereferent LR Reinhart Rohr
ergeben sich für Kärnten als Projekt-Leader im Umweltbereich enorme
Chancen für die heimische Wirtschaft. Denn Ziel des ICNW ist die
Stärkung ländlicher Gemeinden und ihrer Klein- und Mittelbetriebe
sowie die Verbesserung der kommunalen Infrastrukturen und der
Arbeitsmarktsituation in den Partnerregionen aus zehn EU- und drei
Beitritts-Kandidatenländern. Dabei geht es neben dem
Know-how-Transfer vor allem um den Austausch von Produkten und
Projekten sowie die Kontaktvermittlung zwischen kleinen- und
mittleren Unternehmen, sagte Rohr. Die 9.500 Mitgliedsgemeinden des
transnationalen Netzwerkes repräsentieren einen Wirtschaftsraum mit
hundert Millionen Einwohnern. Wie Rohr weiters betonte, habe Kärnten
schon in den vergangenen Jahren über die Umweltabteilung des Landes
in Kooperation mit heimischen Firmen EU-unterstützte Projekte, wie
etwa den Aufbau und die Modernisierung von Wasserversorgungsanlagen
in der Ukraine und in Kirgisien umgesetzt, sagte Rohr. Bei der ICNW
Wirtschaftskonferenz kommendes Jahr in Kärnten wird den heimischen
Unternehmen eine weitere breite Plattform zur Präsentation ihre
Produkte und zum Aufbau von Wirtschaftskontakten geboten, betonte
Rohr.
Die Gesamtkoordination des ICNW-Projektes, das sich neben der
Umwelt auch mit den Themen Verkehr, Raumordnung und vor allem
Stärkung der Klein- und Mittelbetriebe in den Gemeinden beschäftigt,
liegt beim Österreichischen Gemeindebund und wird von der Kärntner
Wirtschaftsexpertin Maria Bogensberger geleitet. Sie ist für den
Aufbau des heuer in der ersten Jahreshälfte gestarteten
transnationalen Netzwerkes verantwortlich. Bogensberger sieht die
Bedeutung des ICNW in seiner Ausrichtung auf ländliche und
strukturschwache Gemeinden. Während Städte und größere öffentliche
Einrichtungen bereits über ausreichend Kapazitäten und transnationale
Kontakte verfügen würden, sei der Bedarf an Unterstützung und
Kooperationen im Bereich der Kommunen und den kleineren und mittleren
Unternehmen des ländlichen Raumes sowohl in den EU-Mitgliedsländern
als insbesondere in den neuen EU-Kandidatenländern und anderen
benachbarten Staaten ein sehr hoher, betonte Bogensberger. Das
Projekt ICNW werde durch die intensive Zusammenarbeit und den
unmittelbaren Informations- und Know-how-Transfer einen wesentlichen
Beitrag zur Stärkung der kommunalen und gewerblichen Strukturen in
den ländlichen Gebieten eines erweiterten Europas leisten.
Für die in Kärnten weilende internationale Delegation sagte die
für Griechenland verantwortliche ICNW-Koordinatorin Univ. Prof. Lilly
Christoforidou, dass ICNW ein großartiges Modell für Kooperationen
zwischen den europäischen Gemeinden darstelle. Es ermögliche den
Infrastruktur schwächeren Gemeinden von den Kärntner Realisierungen
zu lernen. Den zwei griechischen Gemeinden Avlon und Aghios Stephanos
seien großartige kommunale Infrastrukturprojekte gezeigt worden. "Wir
sind sicher, dass wir sehr bald sagen können, unsere Mentoren der
Infrastrukturentwicklung waren die Kärntner Gemeinden", sagte
Christoforidou.
Im ICNW-Projekt kooperieren Gemeinden aus Österreich,
Deutschland, Italien, Spanien, Griechenland, Slowenien, Ungarn,
Slowakei, Polen, Lettland, Kroatien, Rumänien und Bulgarien.
(Schluss)
OTS0113 2004-10-01/11:32
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