• 28.09.2004, 10:52:34
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Krankenhaus Krems: Auf der Suche nach Bestleistungen

Krankenhaus Krems in weltweites Expertennetzwerk aufgenommen

Krems (OTS) - Die Leistungen des Krankenhauses Krems finden durch
die Aufnahme in ein hochkarätiges Expertennetzwerk international
Anerkennung.

Konkurrenz unter Krankenhäusern um qualifizierte Ärzte,
Pflegekräfte und Manager wird zur Normalität. Ein Wettkampf besteht
auch um Fördermittel und Spendengelder: "Der Unterschied zwischen
guter und exzellenter Medizin entsteht durch die beste ärztliche
Arbeit und Pflege, durch ständige Weiterentwicklung, aber auch durch
Förderungen und Sponsoring - beides bekommen die besten Spitäler viel
eher als weniger gute", erklärt Prof. DDr. Wilfried von Eiff, Leiter
des "Centrums für Krankenhaus-Management" (CKM) der Universität
Münster, die Eckpfeiler für die zukünftige Qualität und
Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern. Seit 1998 koordiniert von Eiff
mit dem CKM ein internationales Expertennetzwerk aus Verantwortlichen
der besten Spitäler aus aller Welt. Ziel der Netzwerkarbeit ist es,
Spitzenleistungen (best practice) in Medizin, Pflege,
Krankenhausorganisation, Patientenorientierung, Medizin-Controlling
und Personalführung aufzuspüren, um daraus innovative Konzepte für
das eigene Krankenhaus zu entwickeln. Nun wurde das Krankenhaus Krems
eingeladen, in diesem hochkarätigen Qualitätszirkel Mitglied zu
werden.

Bürgermeister Franz Hölzl unterstützt das Engagement des Kremser
Krankenhauses und sieht in der Teilnahme einen weiteren Schritt in
Richtung optimaler Gesundheitsversorgung für die Kremser Bevölkerung.
"Die Politik der Stadt im Hinblick auf das Krankenhaus hat sich
offenbar bewährt. In guter Zusammenarbeit zwischen Stadt,
Ärzteschaft, Pflege und Verwaltung konnten Strukturen entwickelt
werden und Innovationen entstehen, die jetzt durch die Aufnahme in
das CKM-Expertennetzwerk auch international Anerkennung gefunden
haben."

Um die Aufnahme ins CKM kann man sich nicht bewerben

"Neue Mitglieder werden aufgrund herausragender Leistungen in
verschiedenen medizinischen Spezialgebieten oder auf dem Gebiet des
Krankenhausmanagements ausgewählt und zur Mitarbeit im Expertenzirkel
eingeladen," erklärt von Eiff. Krems hat die Aufmerksamkeit des CKM
erregt, als Prim. Univ.-Doz. Dr. Gerhard Schwab und Pflegedirektorin
Christa Stelzmüller den Leitbildprozess am Krankenhaus Krems vor
internationalen Experten in Münster präsentiert und den Lerngewinn
für die anderen Teilnehmer überzeugend dargestellt haben. Dazu Schwab
und Stelzmüller: "Für uns ist die Einladung zur Mitgliedschaft in
diesem Lern-, Innovations- und Wissensnetzwerk eine enorme Chance,
von den Besten zu lernen, und ein Beweis dafür, dass das Krankenhaus
Krems ein - auch im internationalen Vergleich - hohes Niveau hat".

Wirtschaftliches Denken entlastet öffentliche Hand

Die Kremser werden auch vom Know-how der CKM-Partner profitieren,
indem man auch in Zeiten kleinerer Budgets Fehler vermeidet und die
eigene Qualität beibehält. Andererseits können sie Chancen erkennen,
die dem Krankenhaus Krems zusätzliche Einnahmequellen bringen
könnten. Das Gesundheitswesen ist in manchen Ländern in einem sehr
schlechten Zustand. So warten in England Patienten bis zu 20 Monate
auf eine Hüftoperation. In USA kostet eine Bypass-Operation 38.000
US-Dollar. In Holland fehlt die Kapazität für orthopädische Eingriffe
und die Rehabilitation kostet 450 Euro pro Tag. "Hier schließen sich
attraktive Märkte auch für unser Krankenhaus auf - wenn wir
Spitzenmedizin zu realistischen Preisen anbieten, können wir auch
Patienten aus dem Ausland versorgen und dabei Geld für unser
Krankenhaus verdienen, das die Steuerzahler entlastet", ist sich
Schwab sicher. Ein erstes Projekt zeichnet sich ab: "Ein englischer
Trust, der Mitglied im CKM-Expertennetzwerk ist, hat Kontakt wegen
einer Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Reflux-Chirurgie
(Anm.:Operationsmethode zur Heilung von Sodbrennen) mit uns
aufgenommen".

Grundlagen für politische Entscheidungen

Auch für Gesundheitspolitiker sind die Ergebnisse des
CKM-Expertennetzwerkes von großem Interesse, denn in sogenannten
"Reformwerkstätten" gehen die Experten auch allgemeinen Fragen und
deren Auswirkungen auf das Gesundheitssystem im eigenen Land nach.
Etwa der Frage, welche Lehren aus dem Scheitern der englischen und
holländischen "Hausarzt-Systeme" zu ziehen sind oder wieso
Österreicher und Deutsche durchschnittlich 9 Tage im Spital bleiben,
Amerikaner 4 Tage und Japaner 30 Tage. Haben die Japaner deshalb die
höchste Lebenserwartung der Welt, weil sie durchschnittlich 15 Mal
jährlich zum Arzt gehen, die Österreicher aber nur 5 Mal? Und warum
geben die Japaner trotzdem nur 7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts
für Gesundheit aus, Österreich und Deutschland fast 11 Prozent, die
USA nahezu 15 Prozent? Die Erkenntnisse der Reformwerkstätten liefern
heimischen Politikern zusätzliche Entscheidungsgrundlagen auf Basis
praktischer Erfahrungen anderer Länder und tragen bei, Fehler zu
vermeiden.

OTS0091    2004-09-28/10:52

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