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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Behelligung" (Von Christian Buchar)
Ausgabe vom 24. September 2004
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Linz (OTS) - Heute haben es Patienten einfach: Sie bekommen ein
Rezept mit einem chefarztpflichtigen Medikament, trotten gemütlich
zum Sitz des zum Ober-Oberarzt gemachten Mediziners, warten dort ein
bisschen - und bekommen schließlich, oft ohne den Arzt zu Gesicht
bekommen zu haben, ihren Bewilligungsstempel. Künftig könnten es
Patienten noch einfacher haben: Ein halbes Stündchen Wartezeit - und
schon ist, per Fax, gleich beim verschreibenden Arzt die Bewilligung
des Chefarztes eingetroffen.
An der wahren Grundfrage - ob das antiquiert anmutende Chefarztsystem
tatsächlich solche Kostenersparnisse bringt, dass es überhaupt
gerechtfertigt ist - geht, ganz ohne Zynismus, die eine wie die
andere Variante vorbei. Zweifel scheinen jedenfalls angebracht. Als
Alternative bietet sich etwa ein System an, bei dem gravierende
Abweichungen bei der Verschreibepraxis direkt bei den Ärzten auf dem
Prüfstand stehen. Die Basis dafür könnten durchschnittliche
Erfahrungswerte beim Verschreiben und ein regelmäßig evaluierter
Therapiekatalog auf jeweils modernem Stand der Medizin sein. Ganz
ohne Behelligung von Patienten.
OTS0266 2004-09-23/19:18
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