Grillitsch: Beitrag der Bauern zur Pensionsharmonisierung ist fair und transparent

Einsatz der Grundrechnungsarten ergibt 22,8% tatsächliche Beitragsleistung

Wien (AIZ) - Anlässlich der heutigen Debatte im Nationalrat zum Thema Pensionsharmonisierung wies Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch Kritik an den vermeintlich unterschiedlichen Beitragssätzen für Bauern und ASVG-Versicherte entschieden zurück:
"Auch wenn es die Kritiker aus den Reihen der Opposition noch immer nicht wahrhaben wollen: Die Bauern leisten einen mindestens ebenso großen und damit fairen Beitrag zur Harmonisierung der Pensionssysteme wie alle anderen Bevölkerungsgruppen", stellte Grillitsch fest.

Entscheidend sei nämlich nicht der nominelle Beitragssatz, der im Zuge der Harmonisierung von 14,5% auf 15% angehoben wird, sondern der tatsächliche Beitragssatz. "Und dieser beträgt, wenn man alle Bauern-spezifischen Besonderheiten mit einbezieht, ebenfalls 22,8%. Zu diesen Besonderheiten zählen die fehlende Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, fehlende Ausgleichszahlungen bei Arbeitslosigkeit, der Solidaritätsbeitrag der Pensionisten, die Abgabe für land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie von den Bauern speziell erbrachte Leistungen im Bereich der Altenbetreuung wie das so genannte fiktive Ausgedinge", erläuterte Grillitsch. "Die Ermittlung dieses Beitragssatzes verlangt nur drei der vier Grundrechnungsarten, die auch die Opposition beherrschen sollte, nämlich Addition, Division und Multiplikation", so der Bauernbund-Präsident.

Laut Berechnungen der Sozialversicherungsanstalt der Bauern entspricht ein Beitragssatz-Prozentpunkt EUR 22,8 Mio. Die Kürzung der Ausgleichszulage für die bäuerlichen Pensionisten durch die pauschale Anrechnung des fiktiven Ausgedinges beträgt rund EUR 82,2 Mio. jährlich. "Dividiert man nun diese Summe durch die EUR 22,8 Mio., so kommt man auf 3,6%, die man zu den Beitragsleistungen der Bauern addieren muss", rechnete Grillitsch vor. Die Abgabe land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, die ausschließlich zur Finanzierung der bäuerlichen Pensionen verwendet wird, ergebe einen jährlichen Ertrag von rund EUR 20,5 Mio. und schlage daher mit 0,9% zu Buche. Der Solidaritätsbeitrag der Pensionisten im BSVG betrage EUR 7,5 Mio. pro Jahr und mache damit 0,3% aus.

"Damit sind wir bereits bei 19,8% Beitragsleistung. Etwas komplizierter, aber selbst für die Opposition noch nachvollziehbar, wird es beim Äquivalenzbetrag für budgetfinanzierte Ersatzzeiten wie Arbeitslosigkeit oder Krankengeld", erläuterte der Bauernbund-Präsident. "Die jährlichen Budgetausgaben für die Finanzierung dieser Ersatzzeiten betragen für Arbeitslosigkeit EUR 800,5 Mio., für die Notstandshilfe EUR 101,2 Mio. und für das Krankengeld EUR 189,7 Mio., zusammen also EUR 1.091,4 Mio. Bei rund 2,741.000 Unselbstständigen in der Pensionsversicherung ergibt sich daraus eine Kopfquote von EUR 398,40 jährlich. Jetzt muss man nur noch diesen Wert mit der Zahl der Pensionsversicherten nach dem BSVG multiplizieren. Dann erhält man einen Betrag von EUR 71,1 Mio., was den fehlenden 3% von 19,8% auf 22,8% Beitragsleistung entspricht", sagte Grillitsch.

Der Österreichische Bauernbund trage daher die Harmonisierung voll mit, weil mit dieser das Prinzip "Gleiche Leistungen für gleiche Beiträge" verwirklicht werde. "Außerdem schafft die Harmonisierung auch für die Jungen Zukunftssicherheit, weil jeder Beitrags-Euro -entsprechend verzinst und aufgewertet - staatlich garantiert wieder an die Versicherten ausbezahlt wird", unterstrich der Bauernbund-Präsident.
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