Wiener Ärztekammer lehnt "Vorsorgeuntersuchung neu" ab

Verschlechterungen für die Patienten - Ärztekammer fordert Aufnahme von Blut- und Harnuntersuchungen auch für Unter-40-Jährige

Wien (OTS) - Als "unangebrachte Euphorie über die Vorsorgeuntersuchung neu" bezeichnete die Wiener Ärztekammer die Aussagen von Hauptverbands-Geschäftsführer Josef Probst, wonach die notwendige Neugestaltung der Vorsorgeuntersuchung möglichst bald beschlossen und umgesetzt werden soll. Tatsächlich gebe es noch gravierende Unterschiede in den Vorstellungen, was die Vorsorgeuntersuchung zukünftig alles können muss, betont dazu der Vorsorgereferent der Ärztekammer für Wien, Rudolf Hainz. ****

Nach den Vorstellungen des Hauptverbands soll die neue Vorsorgeuntersuchung für die Unter-40-Jährigen auf ein ausschließliches Explorations- und Beratungsgespräch über persönliche Risikofaktoren und Lebensstil reduziert werden. Bislang obligate Blut- und Harnuntersuchungen würden weitgehend wegfallen. Diese Reduzierung sei aus Sicht der Ärzteschaft vehement abzulehnen, so Hainz.

Erst in der Altersgruppe der Über-40-Jährigen soll ein -allerdings sehr eingeschränktes - Laborprogramm hinzutreten. "Ich sehe hier als einzige kleine Verbesserung für Patienten ab 50 Jahren eine Coloskopie (endoskopische Untersuchung des Dickdarms, Anm.) alle zehn Jahre", kritisiert Hainz. Dies könne aber nicht die massiven Verschlechterungen für die Lebensjahre davor aufwiegen, "ganz zu schweigen von ursprünglich angepeilten Verbesserungen".

Natürlich seien Risikofaktorenerhebungen und Lebensstilberatungen wichtige Elemente ärztlicher Tätigkeit im Präventivbereich, trotzdem habe das neue Programm mit einer Vorsorgeuntersuchung im bisherigen Sinne sehr wenig zu tun und werde daher in dieser Form von der Wiener Ärztekammer abgelehnt, so Hainz weiter. Dennoch suche man das Gespräch mit dem Hauptverband und der Ministerin, um ein sinnvolles und effizientes Vorsorgeprogramm gestalten zu können. "Was derzeit vorliegt, können wir Ärzte allerdings nicht mit ruhigem Gewissen als innovativ und patientengerecht bezeichnen", so auch Norbert Jachimowicz, stellvertretender Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte der Ärztekammer für Wien. (hpp)

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