• 22.09.2004, 13:05:04
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Wiener Ärztekammer lehnt "Vorsorgeuntersuchung neu" ab

Verschlechterungen für die Patienten - Ärztekammer fordert Aufnahme von Blut- und Harnuntersuchungen auch für Unter-40-Jährige

Wien (OTS) - Als "unangebrachte Euphorie über die
Vorsorgeuntersuchung neu" bezeichnete die Wiener Ärztekammer die
Aussagen von Hauptverbands-Geschäftsführer Josef Probst, wonach die
notwendige Neugestaltung der Vorsorgeuntersuchung möglichst bald
beschlossen und umgesetzt werden soll. Tatsächlich gebe es noch
gravierende Unterschiede in den Vorstellungen, was die
Vorsorgeuntersuchung zukünftig alles können muss, betont dazu der
Vorsorgereferent der Ärztekammer für Wien, Rudolf Hainz. ****

Nach den Vorstellungen des Hauptverbands soll die neue
Vorsorgeuntersuchung für die Unter-40-Jährigen auf ein
ausschließliches Explorations- und Beratungsgespräch über persönliche
Risikofaktoren und Lebensstil reduziert werden. Bislang obligate
Blut- und Harnuntersuchungen würden weitgehend wegfallen. Diese
Reduzierung sei aus Sicht der Ärzteschaft vehement abzulehnen, so
Hainz.

Erst in der Altersgruppe der Über-40-Jährigen soll ein -
allerdings sehr eingeschränktes - Laborprogramm hinzutreten. "Ich
sehe hier als einzige kleine Verbesserung für Patienten ab 50 Jahren
eine Coloskopie (endoskopische Untersuchung des Dickdarms, Anm.) alle
zehn Jahre", kritisiert Hainz. Dies könne aber nicht die massiven
Verschlechterungen für die Lebensjahre davor aufwiegen, "ganz zu
schweigen von ursprünglich angepeilten Verbesserungen".

Natürlich seien Risikofaktorenerhebungen und Lebensstilberatungen
wichtige Elemente ärztlicher Tätigkeit im Präventivbereich, trotzdem
habe das neue Programm mit einer Vorsorgeuntersuchung im bisherigen
Sinne sehr wenig zu tun und werde daher in dieser Form von der Wiener
Ärztekammer abgelehnt, so Hainz weiter. Dennoch suche man das
Gespräch mit dem Hauptverband und der Ministerin, um ein sinnvolles
und effizientes Vorsorgeprogramm gestalten zu können. "Was derzeit
vorliegt, können wir Ärzte allerdings nicht mit ruhigem Gewissen als
innovativ und patientengerecht bezeichnen", so auch Norbert
Jachimowicz, stellvertretender Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte
der Ärztekammer für Wien. (hpp)

OTS0183    2004-09-22/13:05

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