Pröll: Autofreie Wiener Ringstraße ist starkes Signal für den Klimaschutz

Verkehr größtes Klimaproblem - Mit 197 Städten und Gemeinden neue Rekordbeteiligung am Autofreien Tag

Wien (OTS) - "Am heutigen fünften Autofreien Tag setzen wir ein starkes Signal für den Klimaschutz. Ein großer Abschnitt der Wiener Ringstraße gehört heute den Radfahrern, Fußgängern und allen, die für umweltschonende Mobilität stehen. Für alle Wienerinnen und Wiener ist das die Gelegenheit, diese Prachtstraße ohne den Lärm und die Abgase von täglich über 30.000 PKW zu erleben." Das erklärte Umweltminister Josef Pröll heute, Mittwoch, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit, Staatssekretär Helmut Kukacka, ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde, der Vorstandsdirektorin der Postbus AG, Wilhelmine Goldmann, und Wolfgang Mehl, dem Geschäftsführer von Klimabündnis Österreich, auf der autofreien Wiener Ringstraße. ****

Mit der Aktion "Ring frei für die Umwelt" wollen Lebensministerium, Klimabündnis Österreich, Forum Land, Agrarmarkt Austria und alle anderen Partner bewusst machen, dass der Verkehr beim Umwelt- und Klimaschutz das Sorgenkind Nummer Eins ist und Alternativen zum Auto vorstellen. "Nicht nur Wien steht heute im Zeichen des Autofreien Tages. 197 Städte und Gemeinden in ganz Österreich machen heuer mit. Das ist eine neue Rekordbeteiligung und beweist, dass wir mit unserer Initiative richtig liegen", dankte Pröll allen, die an "Ring frei für die Umwelt" mitwirken.

Umwelt-Sorgenkind Verkehr

In Österreich haben 2002 die Treibhausgasemissionen des Verkehrs erstmals die Industrie übertroffen. Von 1990 bis 2002 stiegen die Emissionen des Verkehrs von 13,3 Millionen Tonnen auf 21,4 Millionen Tonnen um rund 60 Prozent. Vor allem durch die rasch wachsende Dieselflotte sind die Partikelemissionen von 1990 bis 2002 um 55 Prozent gestiegen und sind damit zu einem Problem für die Luftqualität geworden.

Als Antwort auf diese Herausforderungen forciert die Umweltpolitik technische Verbesserungen bei Kraftfahrzeugen und Treibstoffen. Zu Beginn 2004 ist die nahezu flächendeckende Einführung schwefelfreier Kraftstoffe in Österreich gelungen. Mit der bei der Regierungsklausur beschlossenen steuerlichen Begünstigung für Fahrzeuge mit Dieselpartikelfilter kommt 2005 und 2006 ein weiterer wichtiger Beitrag für saubere Luft. "Die Trendwende bei den Verkehrsemissionen werden wir aber nur schaffen, wenn statt mit dem Auto mehr Wege mit Bus oder Bahn, mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Immerhin ist ein Viertel aller PKW-Fahrten kürzer als zwei Kilometer und die Hälfte liegt unter 5 Kilometern. Radfahren oder Gehen ist umweltfreundlicher und auch gesünder", appellierte Pröll, das Auto öfter stehen zu lassen.

"Wer nicht auf das Auto verzichten kann, sollte wenigstens durch eine Sprit sparende Fahrweise die Umwelt entlasten. Durch einen langsameren, gleitenden Fahrstil sind 10 bis 15 Prozent weniger Verbrauch möglich", so der Umweltminister. Das Lebensministerium führt derzeit mit dem Fachverband der Fahrschulen der Wirtschaftskammer Österreich einen Spritsparwettbewerb für FahranfängerInnen durch, zu dem sich Führerscheinneulinge noch bis 8. Oktober 2004 anmelden können (alle Infos unter www.spritspar.at). "Noch heuer wollen wir unsere Spritsparinitiative ausweiten und allen AutofahrerInnen konkrete Tipps geben, wie ihnen mehr Geld in der Börse bleibt, wenn sie fahren wie ein Spritsparchampion", erklärte Pröll.

Wichtige Partner am Autofreien Tag und beim Klimaschutz sind Bus und Bahn. Die ÖBB bieten als klima:aktiv Partner des Lebensministeriums zum Autofreien Tag besondere finanzielle Anreize zum Umstieg auf die Schiene. ÖBB und Postbus AG unterstützen mit einer Imagekampagne unter dem Titel "Klimaschutz - voll auf meiner Linie" die klima:aktive Mobilität mit Bus und Bahn. Die Postbus AG ist auch prominenter Partner im Modellprojekt "Schulisches Mobilitätsmanagement" des Lebensministeriums, der sich besonders für mehr Sicherheit im Straßenverkehr einsetzt.

Pilotprojekt "Schulisches Mobilitätsmanagement"

Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Sie leiden am stärksten unter der Abgasbelastung und den Sicherheitsrisiken des Autoverkehrs. Das Motto des Autofreien Tages lautet heuer: "Junge Wege - sicher, gesund und umweltfreundlich".

Daher hat das Lebensministerium heuer das Modellvorhaben "Schulisches Mobilitätsmanagement" gestartet, an dem österreichweit 16 Pilotschulen teilnehmen. Sie erhalten in den kommenden zwei Jahren professionelle Beratung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit am Schulweg und im Schulumfeld. Ziel ist es, den Trend zu immer mehr "Elterntaxis", der für Umweltbelastung, Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern mitverantwortlich ist, zu bremsen. Am Autofreien Tag präsentierten die Sieger des Wettbewerbs "Mobilität der Zukunft", Schülerinnen und Schüler des BG und BORG Wien 15, Henriettenplatz, die von ihnen erarbeiteten Maßnahmen für einen sicheren, umweltfreundlichen Schulweg.

Ring frei für die Umwelt - das Programm

Allen, die der Einladung von Umweltminister Josef Pröll folgen und in Wien am Autofreien Tag ein deutliches Zeichen für den Umweltschutz setzen, bieten Klimabündnis Österreich, Forum Land, Agrarmarkt Austria und zahlreiche Partnerorganisationen auf der gesperrten Ringstraße bei kulinarischen Köstlichkeiten aus allen Bundesländern umfassende Information über umweltfreundliche Alternativen zum eigenen Auto.

Info-Stationen von Postbus und ÖBB, ein Informationsstand des Lebensministeriums, eine Fahrradentlehnstelle von "Zweirad Freirad" für alle, die mitradeln wollen, ein Stand von Fair Trade und Fahrradtaxis befinden sich vor dem Lebensministerium.

Am Dr. Karl Lueger Platz informieren die Radlerlobby ARGUS, der Biomasseverband und das Ökosoziale Forum über ihre Umweltanliegen.

Beim Stadtpark nehmen Kontaktbeamte der Polizei Fahrradcodierungen vor. Weiters präsentieren sich der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) und die Ökostrom AG.

Vor der Oper heißt es bei Rasenschach "Schach Matt dem Verkehr", SOL - Menschen für Ökologie, Solidarität und Lebensstil sowie das junge Zukunftsnetzwerk Agenda X beziehen hier Position.

Beim Burggarten (vor dem Mozartdenkmal) nehmen die ARGE Schöpfungsverantwortung, der Umweltdachverband, Südwind und der Verkehrsanbieter "Südburg" Aufstellung.

Am Heldentor, dem Endpunkt der Veranstaltung, können ab 12:00 Uhr die entlehnten Fahrräder zurückgegeben werden, Kinder dürfen die Ringstraße bemalen, und beim Stand von Klimabündnis Österreich können die Teilnahmeabschnitte des Verkehrsquiz abgegeben werden. Weitere Attraktionen bieten die Österreichische Landjugend und die Postbus AG mit einem Oldtimer-Bus.

Um 12:30 Uhr zeichnen Umweltminister Josef Pröll und Olympiasiegerin Kate Allen Kinder und Jugendliche, die an der Kampagne von Klimabündnis Österreich "Auf Kinderfüßen bis zum Mond" teilgenommen haben aus und überreichen die Preise des Verkehrsquiz zum Autofreien Tag an die glücklichen Gewinner. Für die musikalische Umrahmung mit lateinamerikanischen Rhythmen sorgt die Gruppe DIA REA .

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0002