- 22.09.2004, 11:35:46
- /
- OTS0119 OTW0119
Pröll: Autofreie Wiener Ringstraße ist starkes Signal für den Klimaschutz
Verkehr größtes Klimaproblem - Mit 197 Städten und Gemeinden neue Rekordbeteiligung am Autofreien Tag
Wien (OTS) - "Am heutigen fünften Autofreien Tag setzen wir ein
starkes Signal für den Klimaschutz. Ein großer Abschnitt der Wiener
Ringstraße gehört heute den Radfahrern, Fußgängern und allen, die für
umweltschonende Mobilität stehen. Für alle Wienerinnen und Wiener ist
das die Gelegenheit, diese Prachtstraße ohne den Lärm und die Abgase
von täglich über 30.000 PKW zu erleben." Das erklärte Umweltminister
Josef Pröll heute, Mittwoch, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz
mit, Staatssekretär Helmut Kukacka, ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm
Walde, der Vorstandsdirektorin der Postbus AG, Wilhelmine Goldmann,
und Wolfgang Mehl, dem Geschäftsführer von Klimabündnis Österreich,
auf der autofreien Wiener Ringstraße. ****
Mit der Aktion "Ring frei für die Umwelt" wollen
Lebensministerium, Klimabündnis Österreich, Forum Land, Agrarmarkt
Austria und alle anderen Partner bewusst machen, dass der Verkehr
beim Umwelt- und Klimaschutz das Sorgenkind Nummer Eins ist und
Alternativen zum Auto vorstellen. "Nicht nur Wien steht heute im
Zeichen des Autofreien Tages. 197 Städte und Gemeinden in ganz
Österreich machen heuer mit. Das ist eine neue Rekordbeteiligung und
beweist, dass wir mit unserer Initiative richtig liegen", dankte
Pröll allen, die an "Ring frei für die Umwelt" mitwirken.
Umwelt-Sorgenkind Verkehr
In Österreich haben 2002 die Treibhausgasemissionen des Verkehrs
erstmals die Industrie übertroffen. Von 1990 bis 2002 stiegen die
Emissionen des Verkehrs von 13,3 Millionen Tonnen auf 21,4 Millionen
Tonnen um rund 60 Prozent. Vor allem durch die rasch wachsende
Dieselflotte sind die Partikelemissionen von 1990 bis 2002 um 55
Prozent gestiegen und sind damit zu einem Problem für die
Luftqualität geworden.
Als Antwort auf diese Herausforderungen forciert die Umweltpolitik
technische Verbesserungen bei Kraftfahrzeugen und Treibstoffen. Zu
Beginn 2004 ist die nahezu flächendeckende Einführung schwefelfreier
Kraftstoffe in Österreich gelungen. Mit der bei der Regierungsklausur
beschlossenen steuerlichen Begünstigung für Fahrzeuge mit
Dieselpartikelfilter kommt 2005 und 2006 ein weiterer wichtiger
Beitrag für saubere Luft. "Die Trendwende bei den Verkehrsemissionen
werden wir aber nur schaffen, wenn statt mit dem Auto mehr Wege mit
Bus oder Bahn, mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Immerhin
ist ein Viertel aller PKW-Fahrten kürzer als zwei Kilometer und die
Hälfte liegt unter 5 Kilometern. Radfahren oder Gehen ist
umweltfreundlicher und auch gesünder", appellierte Pröll, das Auto
öfter stehen zu lassen.
"Wer nicht auf das Auto verzichten kann, sollte wenigstens durch
eine Sprit sparende Fahrweise die Umwelt entlasten. Durch einen
langsameren, gleitenden Fahrstil sind 10 bis 15 Prozent weniger
Verbrauch möglich", so der Umweltminister. Das Lebensministerium
führt derzeit mit dem Fachverband der Fahrschulen der
Wirtschaftskammer Österreich einen Spritsparwettbewerb für
FahranfängerInnen durch, zu dem sich Führerscheinneulinge noch bis 8.
Oktober 2004 anmelden können (alle Infos unter www.spritspar.at).
"Noch heuer wollen wir unsere Spritsparinitiative ausweiten und allen
AutofahrerInnen konkrete Tipps geben, wie ihnen mehr Geld in der
Börse bleibt, wenn sie fahren wie ein Spritsparchampion", erklärte
Pröll.
Wichtige Partner am Autofreien Tag und beim Klimaschutz sind Bus
und Bahn. Die ÖBB bieten als klima:aktiv Partner des
Lebensministeriums zum Autofreien Tag besondere finanzielle Anreize
zum Umstieg auf die Schiene. ÖBB und Postbus AG unterstützen mit
einer Imagekampagne unter dem Titel "Klimaschutz - voll auf meiner
Linie" die klima:aktive Mobilität mit Bus und Bahn. Die Postbus AG
ist auch prominenter Partner im Modellprojekt "Schulisches
Mobilitätsmanagement" des Lebensministeriums, der sich besonders für
mehr Sicherheit im Straßenverkehr einsetzt.
Pilotprojekt "Schulisches Mobilitätsmanagement"
Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Sie leiden am
stärksten unter der Abgasbelastung und den Sicherheitsrisiken des
Autoverkehrs. Das Motto des Autofreien Tages lautet heuer: "Junge
Wege - sicher, gesund und umweltfreundlich".
Daher hat das Lebensministerium heuer das Modellvorhaben
"Schulisches Mobilitätsmanagement" gestartet, an dem österreichweit
16 Pilotschulen teilnehmen. Sie erhalten in den kommenden zwei Jahren
professionelle Beratung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit am
Schulweg und im Schulumfeld. Ziel ist es, den Trend zu immer mehr
"Elterntaxis", der für Umweltbelastung, Bewegungsmangel und
Übergewicht bei Kindern mitverantwortlich ist, zu bremsen. Am
Autofreien Tag präsentierten die Sieger des Wettbewerbs "Mobilität
der Zukunft", Schülerinnen und Schüler des BG und BORG Wien 15,
Henriettenplatz, die von ihnen erarbeiteten Maßnahmen für einen
sicheren, umweltfreundlichen Schulweg.
Ring frei für die Umwelt - das Programm
Allen, die der Einladung von Umweltminister Josef Pröll folgen und
in Wien am Autofreien Tag ein deutliches Zeichen für den Umweltschutz
setzen, bieten Klimabündnis Österreich, Forum Land, Agrarmarkt
Austria und zahlreiche Partnerorganisationen auf der gesperrten
Ringstraße bei kulinarischen Köstlichkeiten aus allen Bundesländern
umfassende Information über umweltfreundliche Alternativen zum
eigenen Auto.
Info-Stationen von Postbus und ÖBB, ein Informationsstand des
Lebensministeriums, eine Fahrradentlehnstelle von "Zweirad Freirad"
für alle, die mitradeln wollen, ein Stand von Fair Trade und
Fahrradtaxis befinden sich vor dem Lebensministerium.
Am Dr. Karl Lueger Platz informieren die Radlerlobby ARGUS, der
Biomasseverband und das Ökosoziale Forum über ihre Umweltanliegen.
Beim Stadtpark nehmen Kontaktbeamte der Polizei Fahrradcodierungen
vor. Weiters präsentieren sich der Verkehrsverbund Ostregion (VOR)
und die Ökostrom AG.
Vor der Oper heißt es bei Rasenschach "Schach Matt dem Verkehr",
SOL - Menschen für Ökologie, Solidarität und Lebensstil sowie das
junge Zukunftsnetzwerk Agenda X beziehen hier Position.
Beim Burggarten (vor dem Mozartdenkmal) nehmen die ARGE
Schöpfungsverantwortung, der Umweltdachverband, Südwind und der
Verkehrsanbieter "Südburg" Aufstellung.
Am Heldentor, dem Endpunkt der Veranstaltung, können ab 12:00 Uhr
die entlehnten Fahrräder zurückgegeben werden, Kinder dürfen die
Ringstraße bemalen, und beim Stand von Klimabündnis Österreich können
die Teilnahmeabschnitte des Verkehrsquiz abgegeben werden. Weitere
Attraktionen bieten die Österreichische Landjugend und die Postbus AG
mit einem Oldtimer-Bus.
Um 12:30 Uhr zeichnen Umweltminister Josef Pröll und
Olympiasiegerin Kate Allen Kinder und Jugendliche, die an der
Kampagne von Klimabündnis Österreich "Auf Kinderfüßen bis zum Mond"
teilgenommen haben aus und überreichen die Preise des Verkehrsquiz
zum Autofreien Tag an die glücklichen Gewinner. Für die musikalische
Umrahmung mit lateinamerikanischen Rhythmen sorgt die Gruppe DIA REA
.
(Schluss)
OTS0119 2004-09-22/11:35
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA






