- 16.09.2004, 15:16:27
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Grillitsch weist Scheuch-Aussagen zu Agrarreform entschieden zurück
Rasche Umsetzung bringt auch rasche Planungssicherheit
Wien (AIZ) - Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch wies heute die
Aussagen von FPÖ-Generalsekretär Uwe Scheuch zur EU-Agrarreform
schärfstens zurück. "Nur eine rasche Umsetzung der Reform bringt den
betroffenen Bauern auch eine rasche Rechts- und Planungssicherheit.
Die Entscheidung über die Agrarreform ist unter breiter Beteiligung
aller Funktionäre in Österreich - auch der freiheitlichen Vertreter
in den Kammern - gefällt worden. Daher ist es geradezu absurd, wenn
sich jetzt Herr Scheuch in einem völlig unangebrachten Rundumschlag
zum alleinigen Schutzheiligen der Bauern aufspielt. Die
Schlagzeilen-Mechanik Scheuchs dient höchstens dazu, die Bauern zu
verunsichern", kritisierte Grillitsch.
"Die Aussagen Scheuchs werfen auch ein bezeichnendes Licht auf die
Art und Weise, wie er offenbar Interessenvertretung versteht. Denn
gerade die Freiheitlichen waren es, die jahrelang die Abschaffung der
Landwirtschaftskammern gefordert haben. Das verdrängt Herr Scheuch
ebenso wie die Tatsache, dass gerade in seinem Heimatbundesland
Kärnten eine massive Reduktion der Außenstellen der Kammern
stattgefunden hat. Es ist daher ein besonderer Zynismus, jetzt mehr
Beratung und Betreuung einzufordern", sagte Grillitsch.
Der Bauernbund-Präsident wandte sich daher entschieden gegen
dieses politische Täuschungsmanöver Scheuchs. "Offenbar ist Scheuch
bis jetzt als Generalsekretär nicht wahrgenommen worden. Trotzdem
sollte er nicht Bauernthemen missbrauchen, um sich in Szene zu
setzen. Statt Panikmache zu betreiben, sollte er anfangen, seine
Berufskollegen seriös und konstruktiv über die Agrarreform zu
informieren - auch wenn er dann die hervorragende Arbeit des
Bauernbundes lobend erwähnen muss", forderte Grillitsch.
Gerade der Bauernbund habe in den Verhandlungen ein für Österreich
herzeigbares Ergebnis erzielt. "Wir können den nationalen Spielraum
nützen und es ist beispielsweise gelungen, größere Prämienkürzungen
für die Bauern zu verhindern, die Milchquoten abzusichern und die
Interventionspreissenkung bei Getreide zu vermeiden. Als Erfolg für
Österreich können auch die zusätzlichen Prämienrechte in der
Mutterkuhhaltung für 50.000 Tiere gelten", erinnerte Grillitsch. Auch
die Umsetzung der Reform beweise, "dass Österreich im europäischen
Vergleich durchaus Vorbild ist und in Gesprächen mit den EU-Nachbarn
das österreichische Agrarsystem als Zukunftsmodell anerkannt wird".
"All das zeigt, dass sich die Bauern auch in Zukunft darauf
verlassen können, dass ihre Interessen vom Bauernbund bestens
vertreten werden. Daran werden auch die in regelmäßigen Abständen
auftretenden Ausfälle des Herrn Scheuch nichts ändern können", so
Grillitsch.
(Schluss)
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