• 16.09.2004, 12:35:34
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Bures: Pensionsreform ist Mogelpackung zu Lasten der Frauen

Wien (SK) Als "Mogelpackung zu Lasten der Frauen" entlarvt
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures die Pensionsreform der
Regierung. In einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag mit
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos kritisierte Bures die
Regierung, die "seit Tagen versucht, gute Laune zu versprühen und
sich mit der Weinlese in Retz beschäftigt", die großen
Herausforderungen im Bereich Pensionen und Arbeitsmarkt "werden von
dieser Regierung aber nicht einmal ansatzweise erledigt". ****

Vor den Nationalratswahlen habe Wolfgang Schüssel noch
versprochen, dass es keine Pensionskürzungen geben werde, "auch
dieses Versprechen wurde gebrochen". Das "Flickwerk" Pensionsreform
gehe in hohem Ausmaß auf Kosten der Jungen und der Frauen. Als
Beispiel nannte Bures den "Schwindel mit der Anrechnung der
Kindererziehungszeiten". Die Arbeiterkammer habe errechnet, dass es
sich bei der Anrechnung nicht um die immer wieder genannten 1.350
Euro sondern um lediglich 1.157 Euro handelt, da das 13. und 14.
Gehalt nicht inkludiert ist. "Der zweite Schwindel" ist der, dass
damit die Verluste der Frauen abgedeckt wären. "Alle Experten sagen,
dass damit nicht annähernd die Pensionseinbußen aufgrund der
spezifischen Erwerbsverläufe von Frauen wettgemacht sind", erklärte
Bures. Auch die Pensionseinbußen von ca. 20 Prozent betreffen Frauen
massiv, wenn man bedenke, das die durchschnittliche Frauenpension 700
Euro betrage. Die Schwerarbeiterregelung sperre Frauen faktisch aus
und auf ältere Frauen am Arbeitsmarkt, "die es besonders schwer
haben", wird keine Rücksicht genommen.

Bures kritisierte weiters, dass der Pensionskorridor nur
Männern zugänglich ist. "Zwar ist der Korridor mit massiven
Abschlägen verbunden, sodass sich ihn viele ohnehin nicht leisten
können. Aber die Frauen bekommen diese Chance gar nicht."

Völlig unklar sei die Definition der Schwerarbeiter, es gebe
keine Aussagen, welche Berufsgruppen oder welche Tätigkeit darunter
fällt. Zuerst war von fünf Prozent der Erwerbstätigen die Rede, die
dieser Kategorie angehören, nun hat Sozialminister Haupt von 6.000
Arbeitnehmern gesprochen. "Das sind nur 0,2 Prozent der
Beschäftigten", machte Bures aufmerksam.

"Die Bundesregierung hat eine große Chance vertan und die
Belastungen von 2003 aufgedoppelt", so Bures, die abschließend darauf
hinwies, dass die SPÖ für ein Modell eintritt, in dem es für gleiche
Beiträge gleiche Leistungen in einem fairen und gerechten
Pensionssystem und mit echter Harmonisierung gibt. "Das Model der SPÖ
liegt auf dem Tisch", so Bures abschließend. (Schluss) up

OTS0158    2004-09-16/12:35

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