- 15.09.2004, 11:39:48
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Waff - Chef Meißl zu Lehrlingsausbildung
"Effektives Anreizsystem schaffen" - Schwerpunkthema Jugendarbeitslosigkeit bei Symposion "Kinderstimme"
Wien (OTS) - Im Rahmen des vom Kuratorium für ein
kinderfreundliches Österreich veranstalteten Symposions "Zukunft in
der Krise", das gestern Mittwoch im Kindermuseum stattgefunden hat,
wurden auch Maßnahmen gegen die steigende Jugendarbeitslosigkeit
diskutiert. Unter dem Titel "Arbeitsmarkt heute, Jugend im Abseits -
Wege aus der Krise" analysierte der Geschäftsführer des Wiener
ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds Mag. Fritz Meißl die aktuelle
Arbeitsmarktsituation insbesondere im Hinblick auf diesen Aspekt.
Meißl zeigte in seinem Referat aber auch faktische und mögliche
Lösungsansätze im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf. Im
Mittelpunkt stand dabei die Zielsetzung, ein effizientes sowie
umfassendes Anreiz- und Steuerungssystem zu schaffen, um mehr
Betriebe dazu zu bringen, in die Lehrausbildung von Jugendlichen zu
investieren und damit zusätzliche Lehrstellen zu schaffen.
Meißl wünscht sich bessere Vernetzung in Ostregion bei
Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit
Meißl betonte eingangs, dass es angesichts der insgesamt wenig
erfreulichen Arbeitsmarktlage, ein Gebot der Stunde sei, der
Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
besonderes Augenmerk zu schenken.
Aktuell sind von den insgesamt 76.772 arbeitslosen WienerInnen,
8.536 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren.(Arbeitsmarktdaten August
2004).
Der waff Geschäftsführer: "Der Umstand, dass ein Viertel der
16.000 Wiener Lehrstellen von Nicht WienerInnen genutzt wird,
verschärft die Situation für Jugendliche am Wiener Arbeitsmarkt
weiter." Beinahe 22,5% der in Wien ausgebildeten Lehrlinge stammen
aus den benachbarten Bundesländern. Der Großteil, nämlich 3.124 aus
Niederösterreich. Die Sogwirkung des Wiener Arbeitsmarktes mit seinem
hohen BerufspendlerInnenanteil spiegelt sich also auch beim
Lehrstellenangebot wieder. Wenigstens für diesen besonders sensiblen
Bereich, wo es um die Zukunft von jungen Menschen und damit um die
Zukunft der Gesellschaft gehe, brauche es dringend eine bessere
arbeitsmarktpolitische Vernetzung zwischen den Bundesländern der
Ostregion, sagte der waff - Chef.
Arbeitsmarktsituation Wien - Jugendliche: für 11% eines
Jahrganges "fast" keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Der Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt erfolgt in
Österreich wie in anderen Ländern mit einem dualen
Berufsausbildungssystem (Deutschland, Schweiz, Dänemark) für einen
großen Teil der Jugendlichen sehr früh, nämlich nach dem Ende der
Schulpflicht mit 15 Jahren.
In Wien sind 24% der Jugendlichen der 10. Schulstufe (15-16
Jährige) SchülerInnen einer Berufsschule mit einem Lehrverhältnis.
12% besuchen eine berufsbildende mittlere Schule und 53% sind in
berufsbildenden höheren Schulen bzw. in einer AHS. Sie treten mit 18
bzw. 19 in den Arbeitsmarkt ein, sofern sie nicht noch ein
Universitäts- oder FH-Studium anschließen.
Sechs Prozent, das sei immerhin ein Viertel der Jugendlichen,
besuchen zwar ebenfalls die Berufsschule, ihnen gelinge es allerdings
nicht, einen Lehrplatz zu finden, erläuterte der waff
Geschäftsführer. Die praktische Ausbildung dieser Jugendlichen wird
von Schulungseinrichtungen übernommen und vom Arbeitsmarktservice und
dem Land Wien finanziert.
Wien investiert über den waff In die JASG
(Jugendausbildungssicherungsgesetz) - Lehrgänge rund 5 Mio. Euro. Die
Kurse im sogenannten "Auffangnetz für Jugendliche" sind eine
Übergangslösung. Im Rahmen dieser Lehrgänge können die Jugendlichen
jedenfalls das erste Lehrjahr absolvieren und so aufgefangen werden,
wenn sie keinen Lehrplatz finden.
Es gibt aber auch Jugendliche, die nach dem Ende der
Schulpflicht keinerlei weitere Ausbildung anstreben und Hilfsarbeiten
annehmen. Das sind ca 550, bzw. 3%. Sie tragen mit einem Prozent
allerdings ein hohes Risiko, arbeitslos zu werden. Nachdem
Jugendliche erst nach einem halben Jahr Beschäftigung einen Anspruch
auf Arbeitslosengeld haben, ist davon auszugehen, dass es rund ein
weiteres Prozent Jugendliche gibt, die weder in einer Ausbildung,
noch in einer Beschäftigung, noch arbeitslos sind, also am
Arbeitsmarkt offizielle gar nicht aufscheinen. Zusammengenommen haben
also 8% den Einstieg in die Arbeitswelt nicht auf Anhieb geschafft.
Meißl: "Zählt man die ganz jungen Beschäftigten ohne Ausbildung
hinzu, deren Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt alles andere als
aussichtsreich sind, so sind es 11% eines Jahrganges, die die
Auswirkungen der angespannten Arbeitsmarktlage zu tragen haben und
fast chancenlos sind." (Forts.mgl.) gph
OTS0103 2004-09-15/11:39
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