- 15.09.2004, 11:01:03
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Heuer schon 1000 Menschen nach Bienen- und Wespenstichen im Spital
Insektengift ist Hauptursache bei stationär behandelten Vergiftun-gen, "Sicher Leben" kennt Verhaltensregeln um Stiche zu verhindern
Wien (OTS) -
Durch Stiche von Biene Maja und ihren nahen Artverwandten kamen seit
März be-reits rund 1000 Menschen ins Spital. Bis Ende Oktober werden
die Notaufnahmen noch geschätzte 200 weitere Opfer aufnehmen müssen,
etwa ein Viertel davon sind Kinder. Das Gift der Bienen zählt zu den
stärksten der Tierwelt in unseren Breiten, das noch vor Alkohol,
Kohlenmonoxid oder Pilzen die meisten stationär behandelten
Vergiftungen verursacht.
In Österreich fast 400.000 Menschen gegen Stiche allergisch
Bienen sterben auf jeden Fall, wenn sie Menschen stechen. "Rund
400.000 Österreicher und Österreicherinnen könnten auf einen Bienen-
oder Wespenstich mit ernsten Komplikationen reagieren", informiert
Dr, Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben". "Sie sind
gegen das hochwirksame Eiweißgift allergisch und reagieren darauf
innerhalb weniger Minuten ähnlich wie auf einen Herzinfarkt mit
Kreislaufzusammenbruch, Atemnot und Todesangst". Im Spätsommer sind
die Schürfer des "flüssigen Goldes" am Höhepunkt ihrer Kraft, Nektar
finden sie dagegen kaum mehr. Unerwartete Vorkommen wie Speiseeis
oder Limonade löst bei ihnen noch einmal "Goldrausch" aus. Ihre
"Waffe" sitzt daher lockerer als im Hochsommer. Das Institut "Sicher
Leben" rät ab von schnellen Bewegungen bei Begegnungen mit Bienen und
empfiehlt bei Stichen kalte Umschläge, Kochsalz auf die Wunde
aufzutragen sowie Calcium-Brausetabletten bei Kreislaufproblemen.
Mittagszeit ist Schwarmzeit
Die Aktivität der Fluginsekten steigt mit dem Lauf der Sonne. Je
wärmer, desto lebhafter. Gerade zu "High Noon" schwitzen aber auch
Menschen am stärksten und essen und trinken Gesüßtes. Schweiß und
Zucker locken die Tiere über weite Strecken an. Sie umkreisen hastig
die Personen, die sich in der Nähe der entdeckten Futterquelle
befinden. Diese beginnen mit den Händen um sich zu schlagen und
reizen so die Biene oder Wespe. Ein gereiztes Tier lässt sich nicht
mehr schnell abschütteln.
Symptome wie bei Vergiftungen
Übliche Vergiftungserscheinungen sind Anschwellen und Rötung der
verletzten Körperstelle, Schmerzen in Lymphknoten und Gelenken nahe
der Einstichstelle, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur sowie leichte
Kreislauf- und Atembeschwerden. Die Anzeichen dauern im Normalfall
meist nicht länger als zwei Tage.
"Besonders gefährlich sind Stiche im Gesicht sowie Mund- und
Rachenraum, da die Atemwege anschwellen. In diesem Fall sollte sofort
die Rettung verständigt werden. Wenn der Gestochene bei Bewusstsein
ist, sollte er Eis lutschen, um die Schwellung zu lindern", rät
Kisser.
"Sicher Leben"-Verhaltensregeln
- Wespen und Bienen sind zwar "bewaffnet", können Angst "riechen" und
misstrauen raschen Bewegungen. Killer sind unsere heimischen Rassen
aber nicht. Wer beim Show-Down cool bleibt, hat nichts zu befürchten.
- Limonadenflaschen immer auswaschen, bevor sie in den Müll kommen.
Zucker-süße Mülltonnen locken Schwärme von Nektarsammlern in die
Umgebung eines Hauses.
- Limonadengläser im Freien abdecken.
"Sicher Leben"-Hausmittel:
- Bienenstachel mit einer Pinzette ausreißen oder mit dem Fingernagel
wegkratzen. Die mit dem Stachel ausgerissene Giftblase nicht
zusammendrücken, damit nicht mehr Gift in die Wunde gelang.
Stichstelle mit Alkohol abtupfen.
- Kochsalz vermischt mit Speichel auf der Einstichstelle
neutralisiert das Gift und vermindert die Schwellung. Je rascher die
Behandlung nach dem Stich erfolgt, desto wirksamer ist sie.
- Wie alle Schwellungen lassen sich auch Bienenstiche mit kalten
Umschlägen eindämmen. Im Sommer daher Multithermopack oder Kühlbeutel
für den Fall der Fälle im Tiefkühlfach lagern.
- Bei Kreislaufkomplikationen helfen Calcium-Brausetabletten.
- Stiche im Mund- oder Rachenbereich sind lebensgefährlich. Daher auf
schnellstem Wege ins Krankenhaus. Eislutschen hemmt die Schwellung.
- Stechen mehrere Insekten zu, sollte aufgrund der erhöhten
Gifteinwirkung ein Arzt aufgesucht werden.
- Allergiker sollen immer Notfallmedikamente mit sich tragen. Bei
Ohnmacht nach einem Stich lebensrettende Sofortmaßnahmen: In die
stabile Seitenlage bringen, einengende Kleidungsstücke (Kragen,
Krawatte) lockern.
OTS0086 2004-09-15/11:01
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