Weichenstellung für Gentechnik-freie Zonen versäumt

Gentechnikgesetz lässt zentrale Bereiche offen

Wien (OTS) - Umweltminister Pröll hat sich vor den heiklen Entscheidungen gedrückt. So kommentiert die Umweltorganisation Greenpeace den heutigen Beschluss des Gentechnikgesetzes im Ministerrat. "In Sachen Haftung ist die Regierungsvorlage zwar ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings ein sehr zögerlicher", kommentiert Greenpeace-Sprecher Steffen Nichtenberger. "Neben der Umkehr der Beweislast hätten wir uns eine Haftpflichtversicherung für 'Gentech-Bauern' erwartet. Außerdem ist der Strafrahmen nicht geeignet, um die Gentech-freie Landwirtschaft wirksam vor Verunreinigungen zu schützen."

10 Prozent der österreichischen Bauern wirtschaften 'bio'. "Offenbar ist das der Bundesregierung nicht genug, um die biologische, Gentechnik-freie Landwirtschaft bundesweit abzusichern", kritisiert Nichtenberger. Dabei sind nach den EU-Entscheidungen der vergangenen Woche - der Zulassung des Gentech-Mais MON810 für den EU-Sortenkatalog -eindeutige österreichische Regelungen zur Koexistenz wichtiger denn je.

Wenn in Österreich auch in Zukunft keine Gentech-Pflanzen angebaut werden, ist das sicher nicht der Vernunft des Gesetzgebers zu verdanken, sondern der Vernunft der heimischen Landwirte und Konsumenten. "Landwirtschaftsminister Pröll muss nun dafür sorgen, dass Gentechnik-freie Zonen in ganz Österreich möglich sind und darf sich nicht auf die Bundesländer ausreden", so der Greenpeace-Sprecher. "Nur eine Gentech-freie Landwirtschaft kann Gentech-freie Rohstoffe und somit Gentech-freie Lebensmittel sichern."

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