- 14.09.2004, 12:57:17
- /
- OTS0160 OTW0160
Weichenstellung für Gentechnik-freie Zonen versäumt
Gentechnikgesetz lässt zentrale Bereiche offen
Wien (OTS) - Umweltminister Pröll hat sich vor den heiklen
Entscheidungen gedrückt. So kommentiert die Umweltorganisation
Greenpeace den heutigen Beschluss des Gentechnikgesetzes im
Ministerrat. "In Sachen Haftung ist die Regierungsvorlage zwar ein
Schritt in die richtige Richtung, allerdings ein sehr zögerlicher",
kommentiert Greenpeace-Sprecher Steffen Nichtenberger. "Neben der
Umkehr der Beweislast hätten wir uns eine Haftpflichtversicherung für
'Gentech-Bauern' erwartet. Außerdem ist der Strafrahmen nicht
geeignet, um die Gentech-freie Landwirtschaft wirksam vor
Verunreinigungen zu schützen."
10 Prozent der österreichischen Bauern wirtschaften 'bio'. "Offenbar
ist das der Bundesregierung nicht genug, um die biologische,
Gentechnik-freie Landwirtschaft bundesweit abzusichern", kritisiert
Nichtenberger. Dabei sind nach den EU-Entscheidungen der vergangenen
Woche - der Zulassung des Gentech-Mais MON810 für den
EU-Sortenkatalog -eindeutige österreichische Regelungen zur
Koexistenz wichtiger denn je.
Wenn in Österreich auch in Zukunft keine Gentech-Pflanzen angebaut
werden, ist das sicher nicht der Vernunft des Gesetzgebers zu
verdanken, sondern der Vernunft der heimischen Landwirte und
Konsumenten. "Landwirtschaftsminister Pröll muss nun dafür sorgen,
dass Gentechnik-freie Zonen in ganz Österreich möglich sind und darf
sich nicht auf die Bundesländer ausreden", so der
Greenpeace-Sprecher. "Nur eine Gentech-freie Landwirtschaft kann
Gentech-freie Rohstoffe und somit Gentech-freie Lebensmittel
sichern."
OTS0160 2004-09-14/12:57
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP






