• 14.09.2004, 10:52:28
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Cerwenka: 774 Junglehrer könnten in Niederösterreich eine Anstellung finden

Beibehaltung der Lehrer/Schüler-Kopfquote aus dem Jahr 2000 verbessert Unterrichtsqualität und Jobsituation

St. Pölten (SPI) - "In Niederösterreich könnten 774 Junglehrer eine
Lehrverpflichtung erhalten, würde sich die Bundesregierung dazu
aufraffen, die schleichende Verschlechterung bei der
Lehrer/Schüler-Kopfquote zurückzunehmen. Dazu bedarf es nicht viel -
allein mit den Zahlen aus dem Jahr 2000 wäre nicht nur die dramatisch
schlechte Arbeitsmarktsituation für hunderte Junglehrer bereinigt,
auch könnte der Unterricht an den Schulen einen Qualitätsschub
erfahren", so der Bildungssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg.
Helmut Cerwenka.****

Die Kennzahlen regeln das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Lehrern
und Schülern. Derzeit wird ein Lehrposten in der Volksschule für
14,50 Schüler, in der Hauptschule für 10,00 Schüler im Polytechnikum
für 9,00 Schüler und in den Sonderschulen für 3,20 Schüler berechnet.
Im Schuljahr 2000/2001, vor dem Einsetzen der verhängnisvollen
Bildungseinsparungen der Bundesregierung wurde die Lehrerzahl mit
14,332 in der Volksschule, 9,116 in der Hauptschule, 7,795 in den
Polytechnischen Schulen und 2,856 in den Sonderschulen berechnet.
"Diese Zahlen klingen auf den ersten Blick abstrakt, und die
Veränderungen marginal - in Summe hat aber diese Veränderung 774
junge LehrerInnen um ihre Anstellung gebracht und den Schulen eine
Ausdünnung der Qualität beschert", erklärt Cerwenka.

"Der ständig betonte, ausschließliche Zusammenhang von sinkenden
Schülerzahlen und fehlenden Lehrer-Dienstposten ist damit schlicht
und einfach unwahr. Schuld daran, dass in Niederösterreich in diesem
Jahr nicht eine einzige LehrerIn an einer Pflichtschule neu
angestellt werden kann, sind einzig und allein die Kürzungen in der
Bildungspolitik. Die Einsparungen im Bildungsbereich führten ebenso
zur Reduktion von dringend notwendigen Förderunterrichten, von
Freigegenständen und anderen Zusatzangeboten. "Die Klassenschülerzahl
ist in vielen Schulstufen um bis zu 20 Prozent (!) angestiegen,
manche Schulen sprechen bereits vom ‚Kollaps des Unterrichts'. Die
LehrerInnen stehen vor der nahezu unlösbaren Aufgabe, mit weniger
Personal und massiv gekürzten Mitteln ein Angebot aufrechtzuerhalten,
das auch unter günstigeren Voraussetzungen nur schwer zu leisten
ist", fordert Cerwenka ein klares Umdenken und eine Rückkehr zur
Quotenberechnung des Jahres 2000.
(Schluss) kr

OTS0071    2004-09-14/10:52

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