- 09.09.2004, 11:52:00
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Management-Fehler kosten Unternehmen Milliarden
Globale Produktivitätsstudie 2004 von Czipin & Proudfoot: In Österreich werden 40 % der Arbeitszeit verschwendet - Vor allem im Vertrieb werden vorhandene Potenziale nicht genutzt
München/Wien (OTS) - Rund 40 % der Arbeitszeit in österreichischen
Unternehmen wird mit unproduktiven Tätigkeiten verbracht. Damit
werden rund 87 Arbeitstage pro Jahr und Beschäftigten verschwendet.
Zu diesem Ergebnis kommt die Globale Produktivitätsstudie 2004 von
Czipin & Proudfoot. Im internationalen Vergleich schneiden
Österreichs Betriebe damit unterdurchschnittlich ab: Weltweit werden
38 % der Arbeitszeit unproduktiv verbracht. Die Ursachen für die
Arbeitszeitverluste liegen zum größten Teil daran, dass die
Führungskräfte diese Probleme nicht wahrnehmen: Nahezu drei Viertel
der vergeudeten Zeit lassen sich auf Fehler und Schwächen vor allem
im mittleren Management zurückführen. Ein Bereich erweist sich dabei
besonders unproduktiv: Der Vertrieb. Sales-Mitarbeiter wenden der
Studie zufolge nur 10 % ihrer Arbeitszeit für aktives Verkaufen und
Akquisition auf.
Grundlage der Globalen Produktivitätsstudie 2004 sind 1.668
Einzelstudien der Unternehmensberatung Czipin & Proudfoot Consulting
in neun Ländern sowie eine Gallup-Umfrage. Neben Österreich sind auch
die Erkenntnisse der Produktivitäts-Spezialisten in Osteuropa
(Ungarn, Tschechien, Polen, Russland, Rumänien, Bulgarien)
inkludiert. Die Studie wurde zum zehnten Mal durchgeführt.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die weltweite Arbeitsproduktivität
leicht um 1 % auf 62 % gestiegen. Im Ländervergleich belegen deutsche
und US-Unternehmen mit 64 % produktiv verbrachter Arbeitszeit Rang 1.
Schlusslicht im Hinblick auf die Unternehmensproduktivität ist
Ungarn. Hier wurde nur 59 % der Arbeitszeit produktiv verbracht.
Klaus D. Harrer, Regional Director bei Czipin & Proudfoot, sieht die
Produktivitätsentwicklung in den neuen EU-Ländern in Osteuropa jedoch
optimistisch: "Ausländische Direktinvestitionen haben hier für eine
wesentliche Verbesserung der Produktivität und eine Annäherung an
westeuropäische Werte gesorgt." Im nächsten Jahr wird die weltweite
Produktivität weiter steigen: Rund 73 % der befragten Führungskräfte
prognostizieren einen Zuwachs in ihrem Unternehmen für 2005.
Der durch Produktivitätsverschwendung verursachte
volkswirtschaftliche Verlust ist gewaltig: Unproduktiv verbrachte
Arbeitszeit kostet die österreichischen Unternehmen rund 19
Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt
(BIP) von etwa 9,1 %.
Czipin & Proudfoot Consulting hat sechs "Produktivitäts-Barrieren"
in Unternehmen identifiziert. Hauptursachen für die Verschwendung von
Arbeitszeit sind Mangelnde Planung und Steuerung (35 %) und Mangelnde
Führung und Aufsicht (36 %). Damit sind rund 71 % der Verluste in
österreichischen Unternehmen auf Fehler im Management zurückzuführen.
Die weiteren Barrieren sind: Ineffektive Kommunikation (10 %),
Mangelhafte Arbeitsmoral (9 %), Mangelnde Qualifikation der
Beschäftigten (7 %) und IT-Probleme (3 %).
Klaus D. Harrer kommentiert: "Unsere Studie zeigt erneut, dass die
Unternehmen branchenübergreifend hinter ihren Möglichkeiten
zurückbleiben." Besonders interessant sei jedoch, wie die
Führungskräfte selbst die Gründe für verlorene Zeiten im Unternehmen
einschätzen: 34 % der von Czipin & Proudfoot befragten Manager in
Österreich (Internationaler Durchschnitt: 16 %) sehen Mangelnde
Qualifikation der Mitarbeiter als Hauptursache für die Verluste. 44 %
(International: 33 %) sehen Mangelnde Planung und Steuerung als
Hauptgrund. 40 % von Österreichs Führungskräften (International: 29
%) bewerten Mangelnde Kommunikation als wesentliche Ursache, 34 %
(International: 20 %) Mangelnde Führung und Aufsicht. Schlechte
Arbeitsmoral sehen in Österreich 26 % (International: 16 %) als
Hauptgrund.
Klaus D. Harrer: "Das zeigt, dass die Führungskräfte in Österreich
sehr wohl ein hohes Bewusstsein für die Produktivität des
Unternehmens haben. Überraschend ist jedoch, dass auf Ebene der
Mitarbeiter das Qualifikationsniveau als besonders
produktivitätshemmend bewertet wird, während Czipin & Proudfoot
festgestellt hat, dass die tatsächlichen Ursachen vor allem in den
Bereichen Mangelnde Planung und Steuerung und Mangelnde Aufsicht
liegen. Das deckt sich mit der langjährigen Erfahrung von Czipin &
Proudfoot: Viele Mitarbeiter sind sehr positiv zu ihrem Unternehmen
eingestellt, werden aber durch zahlreiche Probleme außerhalb ihres
Verantwortungsbereichs gehindert, effizienter zu arbeiten."
Ineffizienter Vertrieb
Ein Unternehmensbereich ist der Studie von Czipin & Proudfoot
zufolge besonders ineffizient: Der Vertrieb. Mitarbeiter im Bereich
Sales verbringen nur rund 10 % ihrer Arbeitszeit mit aktivem Verkauf
und der Akquisition von Aufträgen. Rund 90 % ihrer Zeit sind sie mit
Tätigkeiten beschäftigt, die nicht direkt den Verkauf betreffen. Dazu
zählen: Allgemeine Verwaltungstätigkeiten (31 %) und trouble shooting
(14 %). Mit 17 % ist der Anteil an Verteilzeiten doppelt so hoch wie
bei Mitarbeitern anderer Bereiche. Interessant ist hier doch, dass
die Vertriebs-Teams bei Führungskräften in der Selbsteinschätzung
überraschend gut abschneiden. So bewerten 77 % der Manager die
Kontaktpflege und Akquise ihrer Sales-Mitarbeiter als "Sehr gut" oder
"Gut". Dementsprechend überrascht es nicht, dass 33 % der
Führungskräfte keine Möglichkeit zur Steigerung der Produktivität im
Verkauf sehen. Nur 25 % sehen ein Steigerungspotenzial von über 15 %.
Klaus Harrer: "Das bedeutet, das Führungskräfte, die ansonsten
sehr ambitionierte Zielsetzungen im Bereich der
Produktivitätssteigerung haben, im Verkauf außerordentlich
konservative Erwartungshaltungen haben. Sie würden sich anstelle von
10 % aktiv verbrachter Zeit für Verkaufen auch mit 13 % zufrieden
geben."
Die komplette Studie ist auf Anfrage erhältlich bei
mailto:[email protected].
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