• 08.09.2004, 10:30:34
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Ungewollt schwanger: Filmreihe stellt Betroffene ins Zentrum

Stadträtin Wehsely: "Es geht um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen!"

Wien (OTS) - Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten
Frauenstadträtin Maga Sonja Wehsely, der Gynäkologe Dr. Christian
Fiala und die Filmkuratorin Maga Christa Auderlitzky heute die
Filmreihe "Ungewollt schwanger - Der lange Weg zur legalen
Abtreibung." "Wir wollen auf die Bedürfnisse der betroffenen Frauen
aufmerksam machen!" so die Stadträtin. "Sie dürfen in dieser
schwierigen Situation nicht allein gelassen werden."

Seit 1975 besteht in Österreich die Möglichkeit des straffreien
Schwangerschaftsabbruchs, die sogenannte Fristenlösung. "Dass wir
darüber im Jahr 2004 überhaupt noch diskutieren müssen und von den
GegnerInnen dabei die selben Argumente aus der Schublade gezogen
werden wie vor 30 Jahren, ist absurd!" stellt Wehsely fest. "Es gibt
die rechtliche Möglichkeit, es muss auch die praktische geben - und
das sehe ich auch als Aufgabe der öffentlichen Hand an!"

In Wien haben alle Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch
durchführen lassen müssen oder wollen, die Möglichkeit dazu - in
öffentlichen Spitälern, in privaten Ambulatorien oder bei
niedergelassenen ÄrztInnen. "Keine Wienerin muss in dieser
schwierigen Situation in den Zug steigen und in ein anderes
Bundesland fahren - dazu stehe ich", stellt Wehsely klar.
Informationen erhalten die betroffenen Frauen beim Frauentelefon und
auf der Homepage der Stadt Wien.****

Bedenklich sei, dass in der jüngst aufgeflammten Debatte über
Schwangerschaftsabbrüche die Betroffenen selbst nie zu Wort kommen -
weil sie das in ihrer schwierigen Situation nicht wollen und auch
nicht können: "Es geht um die Bedürfnisse der Frauen, um das
Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren Körper", so Sonja
Wehsely. Darauf wolle man mit der Filmreihe "Ungewollt schwanger"
hinweisen.

Die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch kann und soll
ausschließlich die Frau selbst treffen. Diese Entscheidung mache sich
keine Frau leicht, stellt Wehsely klar: "Statt diese Frauen noch mehr
unter Druck zu setzen, sollten wir sie dabei unterstützen und die
bestmöglichen Bedingungen für die Durchführung dieses Eingriffs
schaffen!"

Ein Schwangerschaftsabbruch sei selbstverständlich immer nur der
letzte Ausweg aus einer Notsituation. "Wenn Sie mich fragen, wie
viele Abbrüche es gibt, sage ich: zu viele! Denn jeder einzelne
Schwangerschaftsabbruch ist einer zu viel - weil er eine physische,
aber besonders eine große psychische Belastung für die Frau ist!"
"Gegenmittel" seien Aufklärung, Verhütung und Zugang zu
Verhütungsmitteln. Die Stadt Wien mache hier sehr viel, zum Beispiel
bei der Aufklärung in Schulen. Außerdem gibt es die First Love
Ambulanz in der Rudolfstiftung, wo Mädchen sich beraten und
untersuchen lassen können.

"Mir ist es auch in dieser Frage wichtig bei den Mädchen, aber
natürlich auch bei den Burschen anzusetzen. Nicht zuletzt sind eine
umfassende Aufklärung und Wissen über Verhütungsmethoden auch der
beste Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten", schließt
Wehsely.(Schluss) bed

OTS0060    2004-09-08/10:30

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