ARBÖ: Biosprit für Traktoren

Technik und Umweltgründe sprechen dafür

Wien (OTS) - Technik und Umweltgründe sprechen dafür, den Einsatz von Biodiesel in einem ersten Schritt auf die landwirtschaftlich genutzten Fahrzeuge zu beschränken, teilt der ARBÖ mit.

Der Einsatz von reinem Biosprit ist bereits bei den meisten Traktoren problemlos möglich, versichert der technische Schulungsleiter des ARBÖ, Gottfried Moser. Seinen Schätzungen nach können 70 Prozent der Traktoren bereits jetzt mit Biodiesel betrieben werden.

Eine 5 prozentige Beimischung zum Diesel ist für PKW-Motoren derzeit nicht problemlos, wie eine ARBÖ-Befragung bei Autoimporteuren zeigte.

Auch Umweltgründe sprechen allein für einen Einsatz von unvermischten Biosprit. Dieser ist nur dann biologisch abbaubar, wenn er nicht vermischt wird. Biodiesel in Traktoren würde keine Umweltschäden bewirken, sollte er - etwa nach einem Unfall - in den Boden gelangen.

In seinem Entwurf schlägt Umweltminister Josef Pröll ab April nächsten Jahres eine fünfprozentige Biodieselbeimischung zu Diesel für PKW vor. Das für 2005 ins Auge gefasste Ziel ist höher als der Richtwert, den die EU für 2005 festschreibt. Pröll fixiert für 2005 als Ziel, dass 2,5 Prozent aller Ottokraft- und Dieseltreibstoffe -am Heizwert gemessen - auf biogene Kraftstoffe entfallen müssen.

Die EU schreibt für 2005 nur 2 Prozent vor. Der Umweltminister lässt auch offen, ob dieses Ziel durch den Einsatz von Biodiesel in Reinkultur erreicht werden soll oder durch eine Beimischungs-Lösung.

Für den ARBÖ kommt eine weitere Verteuerung bei den ohnehin teuren Dieselkraftstoffen wegen einer Beimischung von Biosprit nicht in Frage. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die beigemischten Anteile von Biosprit auch in Zukunft von der Mineralölsteuer befreit bleiben.

"Solange der Finanzminister zusätzliche Steuern auf Biosprit nicht explizit ausschließt, wird der ARBÖ eine Beimischung beim PKW ablehnen", stellt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar fest.

Konkret müsste der Finanzminister bei einer 5-prozentigen Beimischung die Mineralölsteuer für Diesel sogar um 1,5 Cent senken, von 30,2 auf 28,7 Cent pro Liter (1,5 Cent sind 5 Prozent von 30,2).

Für die Bauern wurde bereits eine Absenkung der Mineralölsteuer auf "Agrardiesel" ab 2005 die Mineralölsteuer beschlossen. Bei Agrardiesel handelt es sich um den üblichen Dieseltreibstoff. Mit dem Unterschied, dass er für Traktoren eingesetzt wird und die Mineralölsteuer nur 9,8 Cent pro Liter betragen wird statt 30,2 Cent pro Liter Diesel für PKW und LKW. Die Steuersenkung für Agrardiesel bringt den Bauern 50 Millionen Euro an Steuerersparnis im Jahr.

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