- 06.09.2004, 09:38:06
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ARBÖ: Biosprit für Traktoren
Technik und Umweltgründe sprechen dafür
Wien (OTS) - Technik und Umweltgründe sprechen dafür, den Einsatz
von Biodiesel in einem ersten Schritt auf die landwirtschaftlich
genutzten Fahrzeuge zu beschränken, teilt der ARBÖ mit.
Der Einsatz von reinem Biosprit ist bereits bei den meisten Traktoren
problemlos möglich, versichert der technische Schulungsleiter des
ARBÖ, Gottfried Moser. Seinen Schätzungen nach können 70 Prozent der
Traktoren bereits jetzt mit Biodiesel betrieben werden.
Eine 5 prozentige Beimischung zum Diesel ist für PKW-Motoren
derzeit nicht problemlos, wie eine ARBÖ-Befragung bei Autoimporteuren
zeigte.
Auch Umweltgründe sprechen allein für einen Einsatz von
unvermischten Biosprit. Dieser ist nur dann biologisch abbaubar, wenn
er nicht vermischt wird. Biodiesel in Traktoren würde keine
Umweltschäden bewirken, sollte er - etwa nach einem Unfall - in den
Boden gelangen.
In seinem Entwurf schlägt Umweltminister Josef Pröll ab April
nächsten Jahres eine fünfprozentige Biodieselbeimischung zu Diesel
für PKW vor. Das für 2005 ins Auge gefasste Ziel ist höher als der
Richtwert, den die EU für 2005 festschreibt. Pröll fixiert für 2005
als Ziel, dass 2,5 Prozent aller Ottokraft- und Dieseltreibstoffe -
am Heizwert gemessen - auf biogene Kraftstoffe entfallen müssen.
Die EU schreibt für 2005 nur 2 Prozent vor. Der Umweltminister
lässt auch offen, ob dieses Ziel durch den Einsatz von Biodiesel in
Reinkultur erreicht werden soll oder durch eine Beimischungs-Lösung.
Für den ARBÖ kommt eine weitere Verteuerung bei den ohnehin teuren
Dieselkraftstoffen wegen einer Beimischung von Biosprit nicht in
Frage. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die beigemischten
Anteile von Biosprit auch in Zukunft von der Mineralölsteuer befreit
bleiben.
"Solange der Finanzminister zusätzliche Steuern auf Biosprit nicht
explizit ausschließt, wird der ARBÖ eine Beimischung beim PKW
ablehnen", stellt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar fest.
Konkret müsste der Finanzminister bei einer 5-prozentigen
Beimischung die Mineralölsteuer für Diesel sogar um 1,5 Cent senken,
von 30,2 auf 28,7 Cent pro Liter (1,5 Cent sind 5 Prozent von 30,2).
Für die Bauern wurde bereits eine Absenkung der Mineralölsteuer
auf "Agrardiesel" ab 2005 die Mineralölsteuer beschlossen. Bei
Agrardiesel handelt es sich um den üblichen Dieseltreibstoff. Mit dem
Unterschied, dass er für Traktoren eingesetzt wird und die
Mineralölsteuer nur 9,8 Cent pro Liter betragen wird statt 30,2 Cent
pro Liter Diesel für PKW und LKW. Die Steuersenkung für Agrardiesel
bringt den Bauern 50 Millionen Euro an Steuerersparnis im Jahr.
OTS0030 2004-09-06/09:38
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