• 31.08.2004, 16:01:36
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Präsentation des keltischen Lebens soll zur Dauereinrichtung werden

In Schwarzenbach wird archäologischer Freilichtbereich errichtet

St. Pölten (NLK) - In der Marktgemeinde Schwarzenbach (Bezirk
Wiener Neustadt) legten die Kelten im 2. Jahrhundert v.Chr. eine der
größten stadtartigen Ansiedlungen des Ostalpenraums an. Die
Präsentation des keltischen Lebens soll nun in Schwarzenbach zur
Dauereinrichtung werden. Deshalb hat die Marktgemeinde das VIAS
(Vienna Institute for Archaeological Science) mit der Errichtung
eines archäologischen Freilichtbereichs betraut, wo in Abstimmung mit
dem Bundesdenkmalamt Teile der keltischen Stadt wieder aufgebaut
werden sollen. Das Freilichtmuseum am Burgberg oberhalb von
Schwarzenbach soll Einblicke in das Alltagsleben der eisenzeitlichen
Bevölkerung im 2. und 1. Jahrhundert v.Chr. vermitteln.

Seit Juli 2004 arbeiten Archäologen an der Fertigstellung des
Freilichtareals. Bei den Arbeiten kamen auch nachgeschmiedete
keltische Werkzeuge zum Einsatz. Soweit diese aus der Archäologie
bekannt sind, sollen in den Gebäuden originalgetreue Nachbildungen
von Gegenständen und Gerätschaften einen Eindruck von den Wohn- und
Arbeitsverhältnissen vermitteln. Bisher wurden ein Handwerkerhaus in
Pfostenbautechnik mit Riegelwänden aus Eichenholz, ein Speicherbau
mit Blockwänden auf Schwellbalken in Fichte, eine Töpferhütte auf
Pfosten sowie ein großes Wohnhaus in Ständerbautechnik mit
Riegelwänden aus Nadelholz errichtet. Heuer werden ein Stallgebäude,
ein Backhaus sowie ein weiteres Wohnhaus gebaut. Letzteres soll
Schulklassen die Möglichkeit bieten, im Freilichtgelände zu
übernachten. Bis Ende dieses Jahres sollen die drei Gebäude fertig
gestellt sein. Das Gelände wird aus sieben Gebäuden sowie aus
mehreren anderen Objekten wie Garten- und Zaunanlagen bestehen. Die
Eröffnung der Anlage soll beim Keltenfest 2005 erfolgen.
Seit mehr als 10 Jahren führt die Universität Wien in Schwarzenbach
archäologische Ausgrabungen unter der Leitung von Dr. Wolfgang
Neubauer vom VIAS durch, wobei neben der prähistorischen
Befestigungsanlage auch mehrere Gebäudestrukturen von Wohn- und
Wirtschaftsgebäuden untersucht wurden. Das Oppidum von Schwarzenbach
weist eine Innenfläche von etwa 15 Hektar auf und war an allen Seiten
von einer bis zu 10 Meter hohen Stadtmauer geschützt, die heute noch
gut als verstürzte Wallanlage im Gelände erkennbar ist. Die
Konstruktion der Mauer bestand aus einer massiven Reihe von
blockbauartig zusammengefügten Holzkästen, die mit Erd- und
Steinmaterial verfüllt wurden. An der Außenseite wurden mächtige
Eichenstämme mit Abständen von etwa 150 Zentimetern aufgestellt, die
man an ihrer Unterseite bis zu zwei Meter tief im Boden verankert
hatte. Den Zwischenraum bildeten Steinlagen in Trockenmauertechnik,
an die oben eine Brustwehr aus Holz anschloss.

Seit mehreren Jahren veranstaltet die Marktgemeinde Schwarzenbach
zudem zur Sommersonnenwende im Juni ein dreitägiges Keltenfest, bei
dem keltisches Handwerk, keltische Musik und keltische Schmankerln
geboten werden. 2003 wurden mehr als 8.000 Besucher gezählt.
Weitere Informationen: Mag. Wolfgang Lobisser, Interdisziplinäres
Forschungsinstitut der Universität Wien, 1190 Wien, Franz Klein-Gasse
1, Telefon 01/427 72 24 01, e-mail [email protected].

OTS0171    2004-08-31/16:01

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