Marin antwortet Haider

Wien (OTS) - Lt KURIER hält LH Haider "Expertenmeinungen für "verzichtbar." "Er riet der Regierung, sich vor dem "Pensionsexperten-Schlangenrat" zu hüten. "Selbst ernannte Experten" hätten schon in der Vergangenheit demonstriert, dass sie der Politik Lösungen aufzwingen, für die sie dann die Verantwortung nicht übernehmen, wie etwa die Expertenvorschläge zu Ambulanzgebühren und Unfallrenten-Besteuerung. Haider nannte in diesem Zusammenhang den Sozialforscher Bernd Marin." (KURIER 29.8.)

Entgegnung Marin:

1: Experten antworten nur auf Fragen von Politikern, "der Politik Lösungen aufzwingen" kann und will niemand. 2. "Ich übernehme für jeden Vorschlag volle Verantwortung - oder widerrufe ihn öffentlich im Falle seiner Undurchführbarkeit wie bei der Schwerarbeiterbegünstigung." 3. "Ambulanzgebühren und Unfallrenten-Besteuerung habe ich immer vehement abgelehnt, mich jedoch bei den Ministern Sickl und Bartenstein gegenüber den Befürwortern Kollegen Mazal und Experten aus der FPÖ nicht durchgesetzt." 4. LH Haider hat zuletzt 2004 den Rat einer Expertise von Prof. Marin zur Pensionsharmonisierung gesucht. 5. Marin bleibt dabei: wenn die Schwerarbeiterregelung nach dem Wunsch von LH Haider zu einer "adaptierten Hacklerregelung" nach dem Motto "45 (Versicherungs)Jahre sind genug" (für eine Maximalpension) wird, würden statt 15.349 "Nachtschwerarbeitern" bis eine Million überwiegend Angestellte ab weit unter 35 (!) Arbeitsjahren in die neue Früh-Höchstpension gehen. Das zerstörte die Friedensformel 65-45-80 und die Lebensstandardsicherung aus Beiträgen und erlaubte längerfristig nur noch eine steuerbezuschusste Volkspension über der Armutsgrenze. Will das LH Haider für Österreich?

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