• 27.08.2004, 13:46:47
  • /
  • OTS0122 OTW0122

Sozialversicherung setzt mit Gründung der ITSV-GmbH. Meilenstein in der Zusammenlegung der EDV-Aktivitäten

Wien (OTS) - Durch Schaffung einer kompetenten Koordinierungs- und
Steuerungsstelle in Form einer "IT-Services der Sozialversicherungen
GmbH" (kurz ITSV-GmbH.) sollen in der gesamten Sozialversicherung die
IT-Kosten gesenkt und die Qualität der Leistungen erhöht werden.
Derzeit betreiben die 26 Sozialversicherungsanstalten und der
Hauptverband insgesamt 18 Rechenzentren mit 26 Großrechnern, 1.100
Server und 18.600 mit EDV ausgestattete dezentrale Arbeitsplätze. Die
Sach- und Personalkosten lagen im IT-Bereich im vergangenen Jahr bei
166,7 Millionen Euro. Die 18.600 mit EDV ausgestattete Arbeitsplätze
gliedern sich insgesamt auf rund 260 Standorte (SV-Träger,
Kundenservicestellen, medizinische Einrichtungen wie z.B.
Ambulatorien oder Sonderspitäler, Kur- und
Rehabilitationseinrichtungen) in ganz Österreich. Josef Kandlhofer,
Sprecher der Geschäftsführung des Hauptverbandes: "Wir erwarten uns
mit diesem Schritt nicht nur eine deutliche Kostendämpfung im Bereich
der EDV-Kosten, sondern auch einfachere und raschere
Verwaltungsabläufe".
Schon bisher haben die Sozialversicherungsanstalten im EDV-Bereich
im Rahmen von insgesamt 24 bestehenden "Standardprodukten" sehr
intensiv zusammengearbeitet. Standardprodukte sind gemeinsame
Applikationen die von einem SV-Träger für andere SV-Träger entwickelt
und in Folge auch betreut werden. Erfolgreiche Beispiele für solche
"Standardprodukte" etwa sind:
ELDA, ein Datensammelsystem, welches vor allem im Bereich der
Beitragsabrechnung zwischen den Betrieben als Beitragszahler und der
Sozialversicherung angewendet wird.
LGKK (Leistungswesen der Gebietskrankenkassen), mit dem in Zukunft
alle KundenbetreuerInnen der Krankenkassen an den Leistungsschaltern
arbeiten werden
FOKO (Gesamtkosten ärztlicher Tätigkeit), ein Instrument zur
Kosten-Evaluierung ärztlichen Verhaltens
ESV, die gemeinsame Internet-Plattform der gesamten
Sozialversicherung
Pers/FIWI, mit dem die gesamte Buchführung und Personalverrechnung
der Sozialversicherung durchgeführt wird
VVP (Verdichtung von Versicherungszeiten und Pensionsberechnung)

Diese Beispiele zeigen, dass die Sozialversicherung hochgradig
datenintensiv ist. Sie leistet die Einhebung der Beiträge und
sichert damit die Finanzierung des Sozialstaates. Sie rechnet unter
anderem mit Ärzten, Apotheken, Spitälern ab und zahlt pünktlich und
centgenau Pensionen, Renten und Krankengeld für Millionen
Österreicher aus. Das davon abgeleitete Zahlenmaterial bildet den
Grundstock für die österreichische Einkommensstatistik, aber auch für
Gesundheitsberichterstattungen und ähnliche Statistiken mehr.
Es wurde daher ein Konzept ausgearbeitet, welches zunächst unter dem
Arbeitstitel "KV-Data" lief. Ziel war die Gründung einer gemeinsamen
"ITSV"-GmbH zur Steuerung und Koordination der EDV-Aktivitäten, an
der alle Träger im Verhältnis ihrer Größe beteiligt sind und deren
Finanzierung dementsprechend getragen wird. Der Hauptverband selbst
ist mit 5% der Geschäftsanteile beteiligt. Der Start findet vor allem
im Bereich der Krankenversicherung statt, die den datenintensivsten
Bereich darstellt. Der Beitritt der PVA und AUVA ist vorgesehen, bis
dahin hält der Hauptverband auch deren Anteile als Treuhänder.
Die Sozialversicherungsanstalten sind sich einig, dass bis zum Jahr
2007 die Rechenzentren von bisher 18 auf nur mehr 5 reduziert werden
sollen. Diesen Konsolidierungsprozess wird die "ITSV"-GmbH.
vorantreiben. Helmut Oberchristl, Obmann der OÖGKK und designierter
Vorsitzender des Aufsichtsrates der "ITSV"-GmbH.: "Die Aufgabe
eigener Rechenzentren ist - ähnlich wie bei den Banken - hochgradig
von Vertrauen zum Partner und in die Qualität der Dienstleistungen
abhängig. Dieses Vertrauen, aber auch die Verbindlichkeit der
gemeinsamen Beschlüsse wird durch den Zusammenschluss in der GmbH.
und einen Kooperationsvertrag sichergestellt."
Die geschaffenen Strukturen berücksichtigen auch die Erfordernisse
der bundesweit tätigen Sozialversicherungsanstalten wie die
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA), der
Bauern (SVB) und die Versichersungsanstalten der öffentlich
Be-diensteten (BVA), der Eisenbahnen (VAE) und des Bergbaus (VAdöB).
Karlheinz Kopf, stv. Obmann der SVA: "Im Gegensatz zu Forderungen
nach Erhöhung von Versicherungsbeiträgen arbeiten wir an
kostendämpfenden Maßnahmen innerhalb der Organisation. Das ist zwar
der weniger einfache Weg, aber der eindeutig sinnvollere. Das
Beispiel SVA ist der Beweis: Einsparungen durch Abschlanken der
Verwaltung durch Kooperationsmodelle werden zu Gunsten der
Versicherten weitergegeben."

VORTEILE FÜR SOZIALVERSICHERUNG UND VERSICHERTE

Entlastung des Finanzhaushaltes der Sozialversicherung
  Schaffung von Kostentransparenz in der IT

Bessere Services für Versicherte durch leistungsstarke EDV und neue
Angebote über gemeinsames Internet-Portal
Optimierter Ablauf der EDV-unterstützten Beitragsabrechnung der
Betriebe
Kostengünstige Organisation der EDV durch Nutzung von
Synergiepotenzialen
Die GmbH, wird schlanke Strukturen haben und neben den beiden
Geschäftsführern aus maximal 20 hochqualifizierten Mitarbeitern
bestehen. Alle Funktionen im Aufsichtsrat werden ehrenamtlich
ausgeübt.

OTS0122    2004-08-27/13:46

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel