- 27.08.2004, 09:50:08
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ÖAMTC: Neue Spritsorten sorgen für Verwirrung an der Zapfsäule
Club untersucht Qualität und Preis von Shell V-Power, BP Ultimate und Co
Wien (ÖAMTC-Presse) - Kaum eine Woche vergeht, in der die
Spritpreise nicht weiter nach oben klettern. Neben dem herkömmlichen
Sprit gibt es an den heimischen Tankstellen seit kurzem einige neue
Diesel- und Benzinsorten, die deutlich teurer sind, aber - so
versprechen zumindest die Tankstellenketten - mehr leisten sollen.
"Viele Konsumenten sind verwirrt. Wir haben etliche Anfragen
betreffend Verträglichkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis des neuen
Sprits ", berichtet ÖAMTC-Techniker Franz Peleska. Der ÖAMTC hat
daher die Auswahl an den Zapfsäulen genauer unter die Lupe genommen.
Diesel ist nicht gleich Diesel. Seit kurzem haben Autolenker die
Wahl zwischen normalem Diesel, BP Ultimate und Shell V-Power, wobei
der neue Shell-Sprit derzeit nur an einigen wenigen Tankstellen
erhältlich ist. Die Vorteile der neuen Kraftstoffsorten - mehr
Leistung, weniger Schadstoffe, geringerer Verbrauch - klingen für den
Kunden am Zapfhahn attraktiv. Das sollen jedenfalls die höhere
Cetanzahl und der höhere Energieinhalt des Diesels bewirken, die sich
auf die Zündwilligkeit des Kraftstoffs auswirken. "Für die Zukunft
liegt in verbesserter Dieselqualität sicher ein Vorteil für neue
Motorensysteme und -konzepte, wenn dann bereits ein Versorgungsnetz
gegeben ist", meint Peleska. Der ÖAMTC hat in ersten Untersuchungen
festgestellt, dass die neuen Dieselsorten die Leistung leicht erhöhen
und den Verbrauch gleichzeitig geringfügig senken. Ein Dauertest des
Clubs über einige tausend gefahrene Kilometer wird im Herbst Details
zu Schadstoffausstoß, Verbrauch und Leistung bringen. "Prinzipiell
kann jedes Dieselauto die neuen Dieselsorten tanken. Es gibt keine
Bedenken bezüglich Verträglichkeit", sagt Peleska.
"Der Sprit muss es einem halt wert sein", fügt
ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau hinzu. An
den Tankstellen gibt es zwischen herkömmlichem Diesel und neuen
Dieselsorten Preisdifferenzen von bis zu 8 Cent. "Umgerechnet auf
eine durchschnittliche Tankfüllung sind rund 5 Euro mehr fällig",
rechnet die ÖAMTC-Expertin vor.
Auf dem Benzinsektor ersetzt das an einigen wenigen
Shell-Tankstellen angebotene Shell V-Power 100 nun die bisherige
Haus-Marke Optimax. Die OMV bietet als neues Produkt OMV Super 100
an. Beide Otto-Kraftstoffsorten haben 100 Oktan und sollen laut
Tankstellenketten ebenfalls bei gleichzeitiger Verbrauchseinsparung
eine optimale Leistungsentfaltung des Motors bringen. Wer sich die
Qualitätsverbesserung leisten will, kann bedenkenlos Sprit mit 100
Oktan in den Tank füllen. Von technischer Seite spricht wiederum
nichts dagegen. "Aber auch bei den Benzinsorten gibt es erhebliche
Preisunterschiede", so Brugger-Brandau. An den Shell-Tankstellen
kostet V-Power Benzin derzeit bis zu 1,169 Euro, der Höchstpreis für
OMV Super 100 beträgt 1,127 Euro. Super Plus (98 Oktan) ist sowohl
bei OMV als auch bei BP aus der Angebotspalette gefallen, was den
direkten Vergleich schwer macht. Bei Stationen anderer Anbieter, die
noch Super plus im Programm haben, beträgt der Preis für einen Liter
Super plus (mit 98 Oktan) maximal 1,006 Euro, bei Billiganbietern ist
ein Liter sogar noch zu einem Preis von unter einem Euro erhältlich.
"Wer nicht genau hinsieht, greift unabsichtlich oder unwissentlich
zur teureren Spritsorte", kritisiert Brugger-Brandau. Die
Tankstellenketten werden außerdem bestrebt sein, ihre neuen Produkte
bestmöglich an den Kunden zu bekommen. Der ÖAMTC fordert daher von
den Tankstellenketten mehr Transparenz. "Die Kunden sollen bei der
vergrößerten Produktpalette wissen, was sie tanken", so die
ÖAMTC-Expertin.
(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger
OTS0033 2004-08-27/09:50
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