- 24.08.2004, 09:28:23
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Weltpremiere für Bernd Eichingers ORF-koproduziertes NS-Epos "Der Untergang" in Berlin
Österreich-Kinostart am 17. September, ORF-Ausstrahlung 2005
Wien (OTS) - Groß war der Andrang im Berliner Cinestar-Kino am
Potsdamer Platz, als am Montag, dem 23. August 2004, mit der ersten
Pressevorführung die Weltpremiere von Bernd Eichingers NS-Epos "Der
Untergang" stattfand. Das vom ORF-koproduzierte Historiendrama, das
anhand der letzten zwölf Tage im Führerbunker den Fall des Dritten
Reichs zeigt, kommt am 17. September in die österreichischen Kinos,
im ORF wird es in zwei Teilen im Jahr 2005 zu sehen sein. Der von
Grimme-Preisträger und Thriller-Spezialist Oliver Hirschbiegel ("Das
Experiment") in Szene gesetzte 150-minütige Film basiert auf dem
gleichnamigen Bestseller des Hitler-Biografen Joachim Fest sowie auf
den Aufzeichnungen "Bis zur letzten Stunde" von Hitlers
Privatsekretärin Traudl Junge, die von der österreichischen Autorin
Melissa Müller aufgearbeitet wurden. Starbesetzt ist das
außergewöhnliche Drama, bei dem Filmallrounder und
Constantin-Film-Gründer Produzent Bernd Eichinger ("Der Name der
Rose", "Die unendliche Geschichte", "Last Exit to Brooklyn",
"Fräulein Smillas Gespür für Schnee") nicht nur als Produzent,
sondern auch als Drehbuchautor fungierte: So verkörpert
Iffland-Ring-Träger Bruno Ganz erschreckend beeindruckend Adolf
Hitler - "keine Traumrolle, aber interessant genug", wie der
Schweizer Charakterdarsteller bei einer Pressekonferenz betonte. Doch
so interessant und faszinierend, dass er sich nicht schäme "für einen
Bruchteil von Sekunden Mitleid mit diesem Menschen gehabt zu haben.
Sonst hätte ich ihn auch nicht spielen können." An Bruno Ganz' Seite
brillieren u. a. Alexandra Maria Lara (im ORF gerade in "Der
Wunschbaum" zu sehen") als Traudl Junge, Juliane Köhler als Hitlers
Freundin und Ehefrau Eva Braun, Ulrich Noethen als Heinrich Himmler,
Ulrich Matthes als Joseph Goebbels und Corinna Harfouch als dessen
Frau Magda. Heino Ferch (dreht derzeit das vom ORF koproduzierte
Remake "Die drei Musketiere") spielt Albert Speer, Michael Mendl wird
als Helmuth Weidling zu sehen sein, Götz Otto als Otto Günsche und
Thomas Kretschmann als Hermann Fegelein. Die oberösterreichische
Burgschauspielerin Birgit Minichmayr mimt Hitlers zweite Sekretärin
Gerda Christian.
Tabubruch statt Albtraum von Hollywoodfilm
"Die zwölf letzten Tage im Bunker symbolisieren die zwölf Jahres des
NS-Regimes im Zeitraffer", erklärt Produzent und Autor Bernd
Eichinger. "Es brauchte seine Zeit, um diesen Film machen zu können,
der das Tabu bricht, einer Unperson, einem Unhold wie Hitler ein
Podium zu geben und auch den Menschen zu zeigen. Wir erzählen die
Geschichte von innen heraus und lassen Emotionen zu. Das Publikum
wird von den Personen einen dreidimensionalen Eindruck bekommen, auch
von Adolf Hitler." Warum war eine solche filmische Umsetzung erst
jetzt machbar? "Der Generationenwechsel hat es möglich gemacht, das
Thema künstlerisch zu betrachten, nachdem das Traumatische davon
abgefallen ist", meint Eichinger. Die Frage nach dem Tabubruch hat
Regisseur Oliver Hirschbiegel lange beschäftigt, bevor er das Projekt
zugesagt hatte. "Ich habe mich dafür entschieden, weil der Film der
erste Anlass zu einer neuen Sichtweise sein und eine Neubeschäftigung
mit der Geschichte hervorrufen soll und kann. Meine
Albtraumvorstellung war es, dass ein großer Hollywoodfilm gemacht
wird, der uns zeigt, wie es bei uns abgelaufen ist", ergänzt
Eichinger.
Die Banalität des Bösen hinterfragen
An der Seite von Bruno Ganz ist Alexandra Maria Lara in der Rolle von
Hitlers Sekretärin Traudl Junge die Hauptdarstellerin des Films. "Man
braucht auch in einem solchen Film einen Sympathieträger, eine
Identifikationsfigur. In dieser Geschichte, ist dies ja nicht
wirklich leicht, aber Traudl Junge war eine solche Figur. Man glaubt
ihr auf Grund ihrer Jugend eine gewisse Unbedarftheit. Das macht sie
zu einem Bindeglied und dadurch zur Hauptdarstellerin", erklärt Bernd
Eichinger die Wahl der Hauptrolle. "Ich bin mit großem Respekt
darangegangen", erzählt die 25-jährige Alexandra Maria Lara. "Und ich
habe viele Fragen gestellt, mich auch selbst hinterfragt: Wie hätte
ich reagiert, was hätte ich getan? Und man hinterfragt auf jeden Fall
auch die Banalität des Bösen."
Zum Inhalt des Films
Neun Monate nach dem Attentat auf Hitler hat sich der Führer mit
seinem Führungsstab und seinen engsten Mitarbeitern in sein
Tiefbunkersystem auf dem Gelände der Neuen Reichskanzlei
zurückgezogen. Während die russische Armee den Ring um Berlin enger
zusammenzieht und die Lage der Zivilbevölkerung immer dramatischer
wird, glaubt Hitler weiter an den Endsieg. Als der Reichstag
endgültig eingekesselt ist, diktiert er seiner Sekretärin Traudl
Junge seinen letzten Willen, heiratet Eva Braun und nimmt sich
gemeinsam mit ihr das Leben.
OTS0037 2004-08-24/09:28
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