Herzog: Sofiensäle vor dem Ende - Stadt Wien, Eigentümer und Denkmalamt tragen Hauptverantwortung!

Eigentümer kassierte Versicherungssumme - die Sicherung des denkmalgeschützten Bauwerkes ist ihm jedoch "nicht zumutbar"!

Wien, 19.08-2004 (fpd) - Die Sofiensäle scheinen nunmehr dem endgültigen Abriß preisgegeben zu sein. Der VwGH habe ja bekanntlich in seinem Urteil erkannt, daß die Sicherung des denkmalgeschützten Bauwerkes durch den Eigentümer diesem finanziell "nicht zumutbar" sei. Damit habe die jahrelange Verschleppungstaktik des Eigentümers, aber auch die jahrelange Untätigkeit der Stadt Wien doch noch "Früchte" getragen, so heute FP-Stadtrat Johann Herzog in einer Reaktion auf den Entscheid des VwGH.

Selbstverständlich, so Herzog, sei das Erkenntnis des VwGH anzuerkennen - nachvollziehbar sei es jedoch nicht, da hier ein Präjudiz für künftige Fälle geschaffen wurde. Jegliche weitere Maßnahmen, außer jenen, die sich auf das "Schließen offener Fenster" oder das "Wechseln gebrochener Dachziegel" beschränken, wären also auch in Zukunft für Eigentümer privater Baudenkmäler "unzumutbar".

Vor diesem Hintergrund erinnerte Herzog an die Versicherungssumme, die der Eigentümer der Sofiensäle für das im August 2001 abgebrannte Baudenkmal bereits kassiert habe. Allein die Tatsache, daß diese Gelder nicht für Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeiten verwendet wurden, zeige, daß vom ersten Tag an kein Interesse des Eigentümers am Erhalt der Sofiensälen bestand. In diesem Zusammenhang muß auch festgestellt werden, daß der verheerende Brand vom 16.August 2001 dem Eigentümer ja recht gelegen gekommen sein muß, so Herzog.

Stadt Wien und Bundesdenkmalamt haben in der Causa "Sofie" völlig versagt!

Auch die monatelange Untätigkeit der Stadt Wien und das monatelange "Stillschweigen" des Bundesdenkmalamtes hätten dazu beigetragen, daß der Eigentümer in seinen Bestrebungen, die Sofiensäle völlig verfallen zu lassen, moralisch unterstützt wurde.
Daß bis zum heutigen Tag, also 3 Jahre nach dem Brand, keine zielführenden Gespräche zwischen Eigentümer, Bürgermeister und Bundesdenkmalamt stattgefunden haben, zeige, daß auch die Stadt Wien niemals mit Nachdruck für eine Weiternutzung eingetreten sei.

Die Sofiensäle gehören der Vergangenheit an, wenn nicht durch die sofortige finanzielle Bereitschaft der Stadt Wien und des Bundes eine Späte Rettung der Brandruine noch möglich gemacht wird. Der laufende Architekturwettbewerb werde hoffentlich konkrete Ergebnisse bringen um eine zufriedenstellende, dem Wert des Baudenkmals entsprechende Lösung zu finden. Vielleicht zeigt die Kulturstadt Wien doch, daß auch unter der Regierung Häupl Interesse für kulturelle Impulse gesetzt werden könnten, so Herzog abschließend. (Schluß) jen

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