- 19.08.2004, 10:34:40
- /
- OTS0049 OTW0049
Herzog: Sofiensäle vor dem Ende - Stadt Wien, Eigentümer und Denkmalamt tragen Hauptverantwortung!
Eigentümer kassierte Versicherungssumme - die Sicherung des denkmalgeschützten Bauwerkes ist ihm jedoch "nicht zumutbar"!
Wien, 19.08-2004 (fpd) - Die Sofiensäle scheinen nunmehr dem
endgültigen Abriß preisgegeben zu sein. Der VwGH habe ja bekanntlich
in seinem Urteil erkannt, daß die Sicherung des denkmalgeschützten
Bauwerkes durch den Eigentümer diesem finanziell "nicht zumutbar"
sei. Damit habe die jahrelange Verschleppungstaktik des Eigentümers,
aber auch die jahrelange Untätigkeit der Stadt Wien doch noch
"Früchte" getragen, so heute FP-Stadtrat Johann Herzog in einer
Reaktion auf den Entscheid des VwGH.
Selbstverständlich, so Herzog, sei das Erkenntnis des VwGH
anzuerkennen - nachvollziehbar sei es jedoch nicht, da hier ein
Präjudiz für künftige Fälle geschaffen wurde. Jegliche weitere
Maßnahmen, außer jenen, die sich auf das "Schließen offener Fenster"
oder das "Wechseln gebrochener Dachziegel" beschränken, wären also
auch in Zukunft für Eigentümer privater Baudenkmäler "unzumutbar".
Vor diesem Hintergrund erinnerte Herzog an die Versicherungssumme,
die der Eigentümer der Sofiensäle für das im August 2001 abgebrannte
Baudenkmal bereits kassiert habe. Allein die Tatsache, daß diese
Gelder nicht für Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeiten verwendet
wurden, zeige, daß vom ersten Tag an kein Interesse des Eigentümers
am Erhalt der Sofiensälen bestand. In diesem Zusammenhang muß auch
festgestellt werden, daß der verheerende Brand vom 16.August 2001 dem
Eigentümer ja recht gelegen gekommen sein muß, so Herzog.
Stadt Wien und Bundesdenkmalamt haben in der Causa "Sofie"
völlig versagt!
Auch die monatelange Untätigkeit der Stadt Wien und das monatelange
"Stillschweigen" des Bundesdenkmalamtes hätten dazu beigetragen, daß
der Eigentümer in seinen Bestrebungen, die Sofiensäle völlig
verfallen zu lassen, moralisch unterstützt wurde.
Daß bis zum heutigen Tag, also 3 Jahre nach dem Brand, keine
zielführenden Gespräche zwischen Eigentümer, Bürgermeister und
Bundesdenkmalamt stattgefunden haben, zeige, daß auch die Stadt Wien
niemals mit Nachdruck für eine Weiternutzung eingetreten sei.
Die Sofiensäle gehören der Vergangenheit an, wenn nicht durch die
sofortige finanzielle Bereitschaft der Stadt Wien und des Bundes eine
Späte Rettung der Brandruine noch möglich gemacht wird. Der laufende
Architekturwettbewerb werde hoffentlich konkrete Ergebnisse bringen
um eine zufriedenstellende, dem Wert des Baudenkmals entsprechende
Lösung zu finden. Vielleicht zeigt die Kulturstadt Wien doch, daß
auch unter der Regierung Häupl Interesse für kulturelle Impulse
gesetzt werden könnten, so Herzog abschließend. (Schluß) jen
OTS0049 2004-08-19/10:34
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW






