- 15.08.2004, 10:45:00
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Liechtenstein: Übergabe der Regierungsgeschäfte an Seine Durchlaucht Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein
Vaduz (OTS) - In der heutigen Rede zum Staatsfeiertag gab Seine
Durchlaucht Erbprinz Alois bekannt, dass der Fürst ihn zu seinem
Stellvertreter ernannt und ihn mit der Ausübung der ihm zustehenden
Hoheitsrechte betraut hat. "Für dieses große Vertrauen möchte ich ihm
herzlich danken", sagte Seine Durchlaucht Erbprinz Alois in seiner
Festansprache.
In Kontinuität mit seinem Vater und Großvater möchte der Erbprinz
sich eingehend mit der Zukunft Liechtensteins auseinander setzen, um
zum richtigen Zeitpunkt mit klaren Worten dazu Stellung zu beziehen.
"Eine weitere wichtige Aufgabe des Staatsoberhauptes sehe ich darin,
eine von den Parteien und staatlichen Institutionen unabhängige Kraft
zu sein. Dies bedeutet, auch einmal gegen Mehrheiten im Lande
Stellung zu beziehen, sei dies zum Schutz von Minderheiten oder sei
es zu unserem langfristigen Wohl", erklärte Seine Durchlaucht
Erbprinz Alois.
"Für einen Kleinstaat, der nicht die weltweite politische Agenda
beeinflussen kann, heißt dies schnell und flexibel zu sein, um die
Chancen ergreifen zu können, wenn sie sich bieten. Dazu müssen wir
uns bewusst werden, welche Aufgaben der Staat überhaupt wahrnehmen
soll und wie er diese Kernaufgaben ausüben soll", meinte Seine
Durchlaucht Erbprinz Alois. Heute stünden die Staaten in einem immer
intensiveren Wettbewerb untereinander und gerade ein Kleinstaat wie
Liechtenstein sollte darauf achten, sich ständig zu verbessern, um
sich so gut wie möglich für diesen Wettbewerb zu rüsten.
"Einerseits sollten wir die Gemeindeautonomie stärken, damit über
möglichst viele Staatsaufgaben möglichst nahe am einzelnen Bürger
entschieden wird. Andererseits sollten wir die Erhebung und
Verwendung der staatlichen Mittel allgemein transparenter machen. Nur
so können wir gut informierte Entscheide über die Staatsaufgaben
fällen", erklärte Seine Durchlaucht Erbprinz Alois in seiner
Ansprache. Die Erhebung der staatlichen Mittel könnte vor allem durch
ein einfacheres und verständlicheres Steuersystem verbessert werden,
dass gleichzeitig den liechtensteinischen Wirtschaftsstandort noch
attraktiver macht.
"Weitere wichtige Reformen werden notwendig sein, wie die
Sicherstellung einer nachhaltigen Gesundheits- und Altersvorsorge,
die auch für unsere Kinder noch funktioniert, sowie eine bestmögliche
Ausbildung unserer Bevölkerung. Auch brauchen wir eine
Immigrationspolitik, die unsere beschränkten Zulassungskapazitäten
optimal verteilt, und wir sollten die Integration der Ausländer und
Randgruppen in unsere Gesellschaft verbessern. Schliesslich sollten
wir eine Lösung für unser Verkehrsproblem finden, damit die
Wirtschaft weiter wachsen kann, ohne dass wir und unsere Umwelt
unnötig darunter leiden", sagte Seine Durchlaucht Erbprinz Alois.
OTS0012 2004-08-15/10:45
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